Nächster Anlauf für die ZSC Lions

1.10.2020 - Von Andreas Bernhard

Die ZSC Lions sahen am Ende der Regular Season im letzten Frühling wie der Kronfavorit für den Meistertitel aus. Können die Spieler ihre starke Form in die neue Saison retten?

Mit dem letzten Spiel vor leeren Rängen sicherten sich die ZSC Lions im Direktduell gegen den stärksten Rivalen EV Zug auf eindrückliche Art und Weise den Qualifikationssieg. Auch ohne Zuschauer waren grosse Emotionen im Spiel. Es war ein echter Playoff-Kampf. Doch mit dem Qualifikationssieg konnten die Lions am Ende nichts anfangen. Er wurde richtigerweise nach der Playoffabsage nicht als Meistertitel gewertet. Klappt es im erneuten Anlauf?

Die ZSC Lions sind, trotz relativ weniger Transfers nicht mehr die gleiche Mannschaft wie letzte Saison. Auf allen Positionen müssen wichtige Spieler ersetzt werden. Auf der Torhüterposition hat Joni Ortio die Zürcher Richtung KHL verlassen. Der Abgang ist nicht überraschend. Es war nie die Absicht der Zürcher, eine Ausländerlizenz für einen Torhüter zu brauchen. Ortio war in der letzten Saison während der Verletzung von Lukas Flüeler massgeblich am guten Abschneiden der Lions beteiligt. Nun wurde von Fribourg Ludovic Waeber als Backup von Flüeler verpflichtet. In den letzten beiden Saisons kam Waeber auf 21 Einsätze bei Gottéron. Ob er sein Talent unter Beweis stellen kann hängt von der Gesundheit von Flüeler ab.

In der Verteidigung ist Tim Berni der gewichtigste Abgang. Er will sich in der Organisation der Columbus Blue Jackets durchsetzen. Bis im November wird er den ZSC Lions aber noch erhalten bleiben. Bis zum Start der Trainingcamps der NHL wurde er an seinen Stammklub ausgeliehen. Für die Zeit danach konnten die Lions den jungen Verteidiger, zumindest auf dem Papier, nicht ersetzen. Sie verpflichteten mit Johann Morant vom EV Zug einen Spieler, der nicht nur spielerisch für Schlagzeilen sorgt, dafür aber den Lions zu mehr Einschüchterungspotenzial verhilft.

Mit Pius Suter wechselt der Liga-Topscorer der vergangenen Saison von den Lions zu den Chicago Blackhawks. Im Gegensatz zu Berni haben sich die Lions dazu entschieden, Suter nicht in der National League, sondern in der Swiss League bei den GCK Lions einzusetzen. Man wolle das Mannschaftsgefüge nicht stören. Es zeigt, dass sich die ZSC Lions im Angriff keine Sorgen machen. Denn sie haben Sven Andrighetto, der von der KHL zurückkehrt, verpflichten können. Er wird die grosse Lücke, die Suter hinterlässt, füllen. Andrighetto wurde in der KHL nicht glücklich und ist froh, in Zürich seine Karriere wieder in Schwung zu bringen. Zusammen mit der talentierten Offensive der Lions wird Andrighetto für viel Spektakel auf dem Eis sorgen.

Die ZSC Lions haben weiterhin das Potenzial, jeden Gegner in der Schweiz an die Wand zu spielen. Sie sind unter Trainer Rikard Grönborg zudem viel ausgeglichener und konstanter geworden. Es spricht wenig dagegen, dass die Zürcher am Ende mit dem Pokal dastehen, wären da nicht hochmotivierte Gegner und eben die Coronaviruspandemie. Also, Masken an und mit Abstand zum Stadion!

hockeyfans.ch-Ranglistentipp
1. ZSC Lions
2. EV Zug
3. HC Davos
4. Genf-Servette
5. Lausanne HC
6. SC Bern
7. HC Lugano
8. EHC Biel
9. Fribourg-Gottéron
10. HC Ambrì-Piotta
11. SCL Tigers
12. SC Rapperswil-Jona Lakers
 

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Grönborg


Kann die Mannschaft von Rikard Grönborg auch diese Saison glänzen? Foto: Vedran Galijas / justpictures.ch