Kehrt in Lugano endlich Stabilität ein?

23.9.2020 - Von Maurizio Urech

Letzte Saison gab es in Lugano eine Berg- und Talfahrt und Trainerwechsel. Rückt nun Stabilität bei den Bianconeri ein?

Die neue NL-Saison ist aufgrund der Covid-19-Pandemie eine ganz spezielle. Die Relegation wurde abgeschafft, dafür zwei «Solidaritätsrunden» mehr und fix für die Playoffs qualifizieren sich nur die ersten sechs, die Teams 7-10 bestreiten ein Pre-Playoff mit bis zu drei Partien.

Die letzte Saison der Bianconeri war eine einzige Berg- und Talfahrt, einem guten Beginn unter Coach Kapanen folgte der Absturz auf den elften Platz, eine 2:7-Niederlage im Derby gegen Ambri kostete Kapanen den Job, er wurde durch Serge Pelletier ersetzt, der die Mannschaft stabilisierte und über den Strich hievte.

Aufgrund der vielen Fragezeichen war es sicherlich die beste Entscheidung Serge Pelletier mit seinem Staff zu bestätigen, damit hat man dieses Jahr mehr Zeit um die Mannschaft vorzubereiten.

Sportchef Hnat Domenichelli war sehr aktiv. Nach dem Abgang Klasens blieb von den Ausländern nur Jani Lajunen, der aber bis Ende November verletzt ausfallen wird. Nachdem schon früh bekannt war, dass man mit Mark Arcobello einen der besten Center der Liga geholt hatte, verpflichtete mit dem Dänen Mikkel Bödker einen Stürmer mit grosser Erfahrung, der vor allem ein Zweiweg-Stürmer ist.

Dazu holte man mit Verteidiger Bernd Wolf und Stürmer Raphael Herburger zwei Österreicher mit Schweizer Lizenz, die keine Unbekannten sind. In der Verteidigung konnte man mit Lausanne einen Tausch einfädeln, Eigengewächs Matteo Nodari kehrt in die Cornèr Arena zurück, wo er seine Karriere begonnen hatte, während Aurélien Marti den umgekehrten Weg ging, nachdem er schon früh Domenichelli mitteilte, dass er nur ein Jahr in Lugano bleiben werde.

Damit fehlte noch der ausländische Verteidiger, nachdem der Vertrag mit Taylor Chorney nicht verlängert wurde, und man konnte mit dem schwedischen Verteidiger Tim Heed von den San Jose Sharks den gewünschten kreativen Verteidiger holen. Domenichelli hatte als weitere Priorität die Saison mit vier Ausländern zu beginnen. Es gelang ihm mit Daniel Carr einen Stürmer zu holen, der als harter Arbeiter bekannt ist und sich im Dienst der Mannschaft stellen wird. Beide Spieler haben einen Vertrag bis zum 15. November unterschrieben, doch aufgrund der ungewissen Situation in Nordamerika ist es nicht ausgeschlossen, dass beide länger bleiben werden.

Mit Tim Traber vom LHC holte man einen Ergänzungsspieler nach Lugano und dazu unterschrieb man mit Verteidiger Eliot Antonietti einen Zwei-Weg-Vertrag, denn der Routinier konnte in der Vorbereitung überzeugen.

Als letzten Coup holte man mit Philipp Kurashev einen Schweizer Center mit viel Offensiv-Potential. Er hat bis Ende Saison bei den Bianconeri unterschrieben, kann aber jederzeit von Chicago zurückgeholt werden, wenn die NHL-Saison beginnen wird.

Auch wenn man die Vorbereitungsspiele immer mit Vorsicht bewerten soll, hat man den Eindruck, dass die Bianconeri dieses Jahr offensiv stärker sind als letztes Jahr, doch dies muss man auch in den Ernstkämpfen bestätigen.

Falls es der Mannschaft von Serge Pelletier gelingt konstanter in den Leistung zu werden und vor allem die katastrophale Heimbilanz der letzten Saison – nur Lausanne war schlechter – zu verbessern, gibt es keinen Grund, wieso sich die Bianconeri nicht direkt für die Playoffs qualifizieren sollten. Ansonsten ist ein Umweg nicht auszuschliessen.

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Alessio Bertaggia gehörte letzte Saison zu den besten Torschützen des HC Lugano. Foto: Andy Büttiker