Den Weg unbeirrt weitergehen

21.9.2020 - Von Andreas Bernhard

Der HC Davos konnte sich mit einer starken Qualifikation 2019/20 für die völlig misslungene vorangegangene Saison rehabilitieren und war bereit, in den Playoffs durchzustarten. COVID-19 machte dem einen Strich durch die Rechnung.

Die Davoser wollen in der neuen Saison dort anknüpfen, wo sie im Frühling aufhören mussten. Die neue sportliche Führung ist gefestigt, das Stadion ab Mitte Oktober in neuem Glanz und die Vorfreude, trotz Zuschauerbeschränkung, riesengross.

Auf der Torhüterposition hat sich Davos von der ausgeprägten Jugendförderung verabschiedet. Mit Robert Mayer wurde ein Routinier von Servette verpflichtet. Sein risikofreudiges Spiel ist ein Grund dafür, dass nicht alle HCD Fans glücklich über den neuen Goalie sind. Mayer lässt sich zudem zwischendurch provozieren und kassiert unnötige Strafen. Seine beste Fangquote erreichte er in der Saison 2016/17 mit 92.6%. In der letzten Saison lag sie bei 91.4%. Die letztjährigen HCD-Goalies Joren van Pottelberghe und Sandro Aeschlimann kamen auf 91.6% bzw. 91.1%. Auch wenn die Fangquote in Zeiten der Advanced Stats etwa die gleiche Aussagekraft haben wie die täglichen Corona-Fallzahlen, liegt die Vermutung nahe, dass sich der HCD auf der Goalieposition vielleicht stabilisiert aber eher nicht verbessert hat. Doch das Umfeld in Davos ist nicht vergleichbar mit jenem in Genf. Robert Mayer wird sich in Ruhe auf seinen Job konzentrieren können. Es ist zu erwarten, dass ihm der Neustart in den Bergen Aufwind geben wird. In Davos will Mayer seine Kritiker zum Verstummen bringen. Die positive Atmosphäre, die in Davos seit der letzten Saison herrscht, und die Aufbruchstimmung werden ihm dabei helfen. Zudem hat Mayer bereits einen grossen Vertrauensbeweis von Raeto Raffainer erhalten. Er wurde gleich mit einem 4-Jahres-Vertrag ausgestattet. Der HC Davos wird sich auf der Goalieposition keine Sorgen machen müssen, denn Robert Mayer teilt sich die Aufgabe mit Sandro Aeschlimann. Aeschlimann hat in der letzten Saison eindrücklich bewiesen, dass er sich in der Nationalleague nicht verstecken muss.

Auf Seiten der Feldspieler hat sich beim HC Davos praktisch nichts verändert, wenn da nicht ein schwerwiegender Abgang wäre. Mit Mattias Tedenby hat einer der spektakulärsten Spieler der letzten Saison die Schweiz Richtung KHL verlassen. Es wird sehr schwer sein, ihn zu ersetzen. Teemu Turunen soll es richten. Die Chancen dazu stehen gut. Der 24-jährige Finne hat in den letzten zwei Jahren in der höchsten finnischen Liga je 20 Tore erzielt. In insgesamt 100 Spielen kam er auf 105 Punkte. Dann ist da noch Joe Thornton. Der 41-Jährige hat mittlerweile den Schweizer Pass und noch keinen Vertrag in der NHL. Der Kanadier hat bisher keinen Hehl daraus gemacht, dass er gerne in Davos spielen werde, falls die San Jose Sharks den Vertrag nicht verlängern. Wie jeden Sommer seit der Lockout Saison 2004/05 bereitet sich Thornton im Bündnerland auf die neue Saison vor. Gespäche in die Richtung einer möglichen Verpflichtung haben bisher nicht stattgefunden.

Vom HC Davos kann in der neuen Saison Ähnliches erwartet werden wie in der letzten Saison. Die Mannschaft wird heiss darauf sein, ihren Weg fortzuführen, der im Frühling so jäh unterbrochen wurde. Dafür haben sich die Topverdiener auch dazu bereit erklärt, auf 25% ihres Lohnes zu verzichten. Ein starkes Zeichen der Solidarität und Loyalität.

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Mayer


Die grösste Veränderung beim HC Davos gibt es im Tor, wo neu Robert Mayer die Nummer 1 ist. Foto: Philipp Hegglin