EVZ Meisterjagd 2.0

30.9.2020 - Von Fabian Lehner

Letztes Jahr war das grosse Ziel endlich den 2. Meistertitel einzufahren. Dieses Ziel wurde durch die Coronapandemie und den darauf folgenden Lockdown jäh gestoppt. Ob es gegen die wieder erstarkten ZSC Lions gereicht hätte bleibt fraglich. Auch wenn man mit der möglichen Verpflichtung von Sven Andrighetto ein Chance verpasst hatte (Gewährsleute berichten er wäre nicht abgeneigt gewesen). Doch das Budget wurde eingehalten und endlich konnte auch die vierte Ausländerposition besetzt werden. Aus der Organistion der Edmonton Oilers kommt Ryan McLeod. Der Kanadier gilt als schneller Spieler, welcher auch ordentlich Masse mitbringt. Des weiteren stossen einige Spieler aus Nordamerika zumindest für den Saisonbeginn zum EVZ zurück. Von den Jungen verstäkrt Calvin Thürkauf den EVZ in der Offensive, Nico Gross und Tobias Geisser in der Defensive. Doch wo steht der EVZ insgesamt?

Genoni und die Abwehr sind eine Mauer

Im Tor ist Leonardo Genoni nach wie vor der beste Torhüter mit weissem Kreuz auf dem Pass. Gleich dahinter kommt Luca Hollenstein, der oft genug letzte Saison in der National League bewiesen hatte, dass er eine würdige Vertretung für den verletzten Genoni war. Doch auch die Abwehr braucht sich nicht zu verstecken. Zwar verlor man mit Johan Morant einen alten Haudegen, macht das mit viel jungem Blut aber wett. Gross und Geisser haben das Potenzial, eines Tages Raphael Diaz als Nummer 1 Verteidiger beim EVZ abzulösen, wenn ihnen der Sprung in die NHL nicht gelingt. Auf alle Fälle verbessern sie den EVZ in der Breite auf der Verteidigerposition enorm. Geiser bewies dies bereits im Verlauf der letzten Spielzeit. Und da wären noch die „alten“ um Dominik Schlumpf, Diaz und Santeri Alatalo. In Bestbesetzung dürfte es die gefährlichste Verteidigung der Liga sein. So viel offensives Talent hinten dürfte keine andere Mannschaft aufs Eis werfen können.

Sturm bleibt top, trotz wichtigen Abgängen

Mit Jan Kovar, Gregory Hoffmann und Carl Klingberg hat der EVZ nach wie vor eine der besten Paradelinien der NL. Wichtig dürfte hierbei nur sein: Versucht es Gregory Hoffmann erst nächstes Jahr, oder gibt er sich bereits im November eine Chance in der NHL? Sich in der NHL festzubeissen wäre dem Tessiner zuzutrauen. Die Zeichen stehen dem Vernehmen nach aber eher darauf, dass sich die Zuger Fans noch eine ganze Saison an ihm erfreuen können. Mit McLeod konnte ein talentierter Kanadier zumindest ausgeliehen werden. Auch er wird mit Tempo das Spiel der Zuger bereichern. Desweitern bleibt der oft unterschätze Erik Thorell den Zugern erhalten. Somit sieht es auch in der zweiten Linie gut aus. Und die dritte Linie um Yanick Zehnder, Jerome Bachofner und Dario Simion wusste auch zu gefallen. Zehnder und Simion konnten in der vorletzten Saison in den Playoffs oft den Unterschied ausmachen. Genau so wie die Svens (Leuenberger und Senteller). Spannend dürfte sein wo sich Thürkauf einordnen wird. Ihm ist einiges zu zutrauen, auch wenn zu Beginn die Erwartungen nicht allzu gross sein sollten. Nicht zu vergessen ist auch, das im Verlaufe der Saison auch Lino Martschini wieder mittun wird und die Zuger noch gefährlicher machen wird.

Top-3 und Playoff-Final sollten drinliegen

Zug hat das Potenzial zum Meister. Zürich dürfte die Nase etwas vorne haben und die Berner suchen den Neustart. Doch der dritte Platz sollte es Mindestens geben in der Qualifikation. Zu viel Talent bringen die Zuger auf die Schlittschuhe. Doch bleibe ich mit meiner Prognose vorsichtig, da es mit vielen Jungen und einigen noch Verletzten einige Fragezeichen bei den Zugern hat. Dan Tanges kann aber sehr gut mit jungen Wilden und dürfte mit dieser Equipe am Titel zumindest wieder schnuppern.


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1.
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10. HC Ambrì-Piotta
11. SCL Tigers
12. SC Rapperswil-Jona Lakers
 

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Thürkauf


Calvin Thürkauf gehört zu den Nordamerika-Rückkehrern in den Zuger Reihen. Foto: Philipp Hegglin