Lausanne: Bereit für den nächsten Schritt?

20.9.2020 - Von Maurizio Urech

Schon seit Jahren macht der Lausanne HC aus seinen sportlichen Ambitionen keinen Hehl. Die Waadtländer möchten endlich im Konzert der Grossen mitspielen. Den Worten liess man auch Taten folgen, so wurde letzte Saison die Vaudoise Aréna ein Bijou, welches 9'600 Zuschauern Platz bietet.

Vor zwei Jahren beendete man die Qualifikation auf dem dritten Platz, qualifizierte sich für die Champions League und gewann zum ersten Mal eine Playoffserie – gegen die SCL Tigers – bevor man im Halbfinal am EV Zug scheiterte. Man schien unter Headcoach Ville Peltonen auf dem richtigen Weg, doch die Mannschaft nahm nie richtig Fahrt auf. Die Leistungen vor dem eigenen Publikum, das sich viel erhoffte und Spektakel erwartete, waren mehr als dürftig. Am Ende der Qualifikation war der LHC Letzter in der Heimtabelle, während man auswärts zu den Top-4 gehörte.

Also beschloss der neue starke Mann des LHC, Petr Svoboda, die Reissleine zu ziehen. Ende Februar wurde Ville Peltonen durch den früheren NHL-Trainer Craig MacTavish ersetzt. Auch der langjährige Sportdirektor Jan Alston musste gehen. Was niemand wissen konnte: MacTavish stand nur zwei Spiele an der Bande, danach wurde die Meisterschaft wegen der Coronaviruspandemie abgebrochen.

Jetzt hat MacTavish die Möglichkeit zu beweisen, dass er es besser als Peltonen machen kann. Mit John Fust erhielt er einen neuen Sportchef, der gleichzeitig auch sein Assistent ist. Noch bevor die Vorbereitung richtig begonnen hatte, machte der LHC Schlagzeilen, indem man Nationalspieler Joel Vermin nach einem Zwischenfall mit Goalie Boltshauser mitteilte, dass er zur «Persona non grata» erklärt wurde.

Da Vermin noch einen Vertrag für die kommenden zwei Jahre hat, ist in dieser Saison nur ein Tausch möglich und mit Genf-Servette fand man nach langem Hin und Her den Erzrivalen als Partner. Im Gegenzug erhielt Lausanne Tim Bozon und Petr Cajka.

Der SCB soll auch Interesse an der Rückkehr seines ehemaligen Juniors haben, doch Svoboda soll Gerüchten zu Folge als Gegenpart Untersander und Praplan verlangt haben.

Nachdem eine Lösung gefunden werden konnte, sollte nun zumindest die Unruhe vorüber sein.

Einen Tausch machte man auch mit Lugano, Matteo Nodari kehrte ins Tessin zurück, Aurélien Marti wechselte zum LHC. Aus Lugano wechselte auch Stürmer Mauro Jörg ins Waadtland.

Mit Routinier Justin Krueger vom SCB und Mark Barberio hat man die Verteidigung weiter stabilisiert. Im Sturm verstärkte man sich mit zwei Nordamerikaner Cory Conacher der schon für den SCB stürmte, und Brian Gibbons. Dazu holte man mit Ken Jäger einen jungen, hungrigen Schweizer Stürmer.

Die Waadtländer haben auf dem Papier die Mannschaft geschickt verstärkt und falls es Craig McTavish gelingen sollte seine Ideen durchzusetzen, wird sich der LHC problemlos direkt für die Playoffs qualifizieren. Wir tippen auf Platz 5 und einen spannenden Kamp um den Titel als Nummer 1 am Genfersee.

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Bertschy


Christoph Bertschy war letzte Saison der erfolgreichste Torschütze für die Waadtländer. Foto: Estelle Vagne