Kann sich Biel in den Top-5 behaupten?

28.9.2020 - Von Roman Badertscher

Nachdem der EHC Biel die vergangene Saison mit dem starken fünften Platz abschliessen konnte und kurz darauf der gesamtschweizerische Notstand ausgerufen wurde, war klar, dass die schönste Zeit des Jahres – die Playoffs – durch höhere Gewalt leider ins Wasser fiel. Dann kam noch die schlimme Diagnose der Krebserkrankung von Headcoach Antti Törmänen, von der das Team, die Fans und die ganze Eishockeyschweiz aus heiterem Himmel erfuhr. Wohlbemerkt nachdem Törmänen bereits mit dem Coronavirus infiziert war. Lars Leuenberger wird den Chefposten von seinem guten Freund so lange übernehmen wie nötig.

Torhüter

Mit dem Rücktritt des ehemaligen Schweizer Nationaltorhüters Jonas Hiller konnte sich Sportchef Martin Steinegger bereits früh auseinandersetzen und hat sich die Personalie des Joren van Pottelberghe vom HC Davos gesichert, nachdem bekannt wurde, dass Davos Robert Mayer vom Genfersee ins Bündnerland lockte. Joren van Pottelberghe wird zusammen mit Elien Paupe das Torhüterduo der Seeländer bilden.

Jonas Hiller hat mit seinen Werten auch in seiner Abschiedssaison (91.8% Fangquote und durchschnittlich 2.48 Gegentore pro Spiel) grosse Fusstapfen hinterlassen. Mit van Pottelberghe und Paupe verfügt der neue Headcoach Lars Leuenberger über zwei junge und talentierte Torhüter. Beide besitzen einen Vertrag bis Ende Saison 2021/22.

Verteidigung

Die Verteidigung des EHC Biel ist praktisch gleich aufgestellt wie in der letzten Saison. Einzig Rajan Sataric zog es an den Obersee zu den Lakers. Die Bieler holten als Verstärkung den 27-jährigen Finnen Petteri Lindbohm, der bereits beim Lausanne HC die letzten beiden Jahren mit 12 Toren, 29 Assists und einer +15-Bilanz gute Statistiken aufwies.

Sturm

Im Sturm gab es einige gewichtige Abgänge, so zum Beispiel verliess Damien Riat den Verein in Richtung NHL. Die Legende Mathieu Tschantré hing wie Jonas Hiller seine Schlittschuhe an den Nagel, Jan Neuenschwander wechselte zum Rivalen nach Bern und der treffsichere Scorer Peter Schneider stürmt in der neuen Spielzeit für Kometa Brno in der tschechischen Extraliga.

Sportchef Martin Steinegger verpflichtete für den Abgang von Peter Schneider einen Landsmann. Fabio Hofer vom HC Ambrì-Piotta soll in der neuen Saison für Torgefahr sorgen. Bei Ambrì erzielte Hofer in 84 Spielen nicht weniger als 42 Punkte. Zudem wird der Kader mit dem 24-jährigen Tino Kessler vom HC Davos verstärkt. Vergangene Spielzeit wurde Kessler bereits an den EHC Biel sowie aber auch an die Ticino Rockets ausgeliehen, um weiterhin Spielpraxis zu sammeln. Er durchlief seit der U15 sämtliche Nachwuchsstufen beim Rekordmeister und gilt als Zukunftshoffnung.

Fazit

Der EHC Biel hat letzte Saison stark vorne mitgespielt und sich schliesslich auch den Platz in der diesjährigen Champions Hockey League hart erarbeitet. Mit den Rücktritten von Mathieu Tschantré und Jonas Hiller hat der EHC Biel an viel Erfahrung verloren und es sind grosse Lücken entstanden, die es erst zu füllen gibt. Neben dem Eis belastet die Situation um den Gesundheitszustand von Antti Törmänen die gesamte Organisation. Der „Ersatz-Trainer“ Lars Leuenberger, der zuletzt im Frühling 2016 eine Headcoach-Position innehatte, wird mit dem um rund ein Jahr verjüngten Kader um eine Viertelfinalqualifikation zittern. Wir glauben aber, dass es die Bieler knapp schaffen und setzen sie auf den achten Platz.

hockeyfans.ch-Ranglistentipp
1.
2.
3. HC Davos
4. Genf-Servette
5. Lausanne HC
6. SC Bern
7. HC Lugano
8. EHC Biel
9.
10. HC Ambrì-Piotta
11. SCL Tigers
12. SC Rapperswil-Jona Lakers
 

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Rathgeb


Biels Yannick Rathgeb kämpft in einem Testspiel gegen Zugs Calvin Thürkauf um den Scheibenbesitz. Foto: Philipp Hegglin