Nicht schon wieder: Dänemark demoralisiert die Schweiz!

Von Pascal Zingg

Es sollte die grosse Revanche für die Penaltyniederlage von der letzten U20-WM werden. Trotz einer Überlegenheit der Schweizer sollte ihnen dieses Kunststück allerdings erneut misslingen.

Highlights

Die Schweizer hatten sich viel vorgenommen für das wichtigste Vorrundenspiel an diesem Turnier. Das merkte man vor allem im ersten Drittel, als man sehr dominant auftrat und die Dänen immer wieder unter Druck setzen konnte. Vor allem die Linie um Denis Malgin und Noah Rod verstand es dabei immer wieder gefährlich vor Thomas Lillie aufzutauchen. Es vermochte dann auch nicht zu überraschen, dass eben dieser Noah Rod einen Schuss von Edson Harlacher zum 1:0 ablenken konnte.

Das zweite Tor kommt nicht

Konnten die Schweizer im ersten Drittel noch überzeugen, so bauten sie im zweiten Drittel immer mehr ab. Nachdem Pius Suter vor dem leeren Tor scheiterte (21.) und Denis Malgin nur den Pfosten traf (25.), konnte man sich die guten Chancen nur noch auf der dänischen Seite notieren. So mussten die Schweizer zur zweiten Pause von Glück reden, dass der Ausgleich noch nicht gefallen war. Hatte Sören Nielsen doch bereits getroffen. Das Tor zählte jedoch nicht, weil die Schiedsrichter ein Torraumoffside sahen. Aufgeschoben ist allerdings nicht aufgehoben, so traf der gleiche Nielsen zu Beginn des dritten Drittels mit einem herrlichen Hockeckschuss zum 1:1. Nach diesem Tor schien es ein bisschen als würde den Schweizern die Niederlage von letzten Jahr im Kopf herumgeistern. Anders ist nicht zu erklären, wieso man plötzlich derart kopflos agierte. Die Dänen ihrerseits wussten die Situation auszunützen. So eroberte sich Alexander True in der neutralen Zone die Scheibe und erwischte die Schweizer damit in der Vorwärtsbewegung. Da für einmal auch Joren van Pottelberghe keinen guten Eindruck machte, profitierte Mathias From vom Abpraller. Mit dem Tor im Rücken spielten die Schweizer plötzlich wieder besser. Sie suchten nun noch einmal den Ausgleich. Allerdings zeigten die Dänen viel Leidenschaft und blockten die meisten Schüsse. So konnten die Schweizer auch mit sechs Feldspielern nochmals viel Druck erzeugen, ein weiteres Tor wollte allerdings nicht gelingen.

Es droht die Relegation

Mit dieser Niederlage ist die Relegation für die Schweizer praktisch nicht mehr abzuwenden. Dementsprechend frustriert waren die Schweizer nach dem Spiel. Jonas Siegenthaler ging dabei sehr hart mit seinem Team ins Gericht: „Wir haben in den letzten beiden Spielen nicht unser bestes Eishockey gespielt. Wir haben zu wenig Willen gezeigt und haben zu wenig gekämpft. Zudem wollten wir es zu schön spielen und hatten deshalb zu wenig Zug aufs Tor.“ Bei John Fust war derweil eine gewisse Verzweiflung zu spüren. So konnte sich der Trainer nicht plausibel erklären, wieso man kein zweites Tor schiessen konnte. Mit dem Mute der Verzweiflung setzte er Denis Malgin zu Beginn des letzten Drittels in einer Linie mit Timo Meier und Tino Kessler ein. Eine Massnahme die keinerlei Wirkung zeigte. Stattdessen verlor auch Noah Rod seine Gefährlichkeit.

Auch wenn John Fust sagt „das Schicksal war heute nicht mit uns“, so hat sich diese Niederlage doch irgendwie abgezeichnet. Seine Spieler haben sich dem 1:0 nicht mehr vollumfänglich an den Gameplan gehalten. Zudem war man nicht bereit bis zum äussersten zu gehen. Dies alles sind Dinge, die eigentlich vom Coach ausgehen. Es liegt daher auch am Schweiz-Kanadier, dass er seine Spieler für die restlichen Spiele noch einmal zu einer Einheit formen kann, in welcher jeden für den anderen kämpft. Anders kann man wohl in der Relegation nicht bestehen. Bevor man jedoch diese Relegation spielt hat man quasi zwei Vorbereitungsspiele gegen Kanada und die USA. Da man gegen diese beiden Nationen an einer U20-WM noch nie gewonnen hat, ist es sehr unwahrscheinlich, dass man sich in den zwei verbleibenden Spielen noch die nötigen vier Punkte holt um die Relegation abzuwenden.

Telegramm:

Dänemark – Schweiz 2:1 (0:1, 0:0, 2:0)

Helsingin Jäähalli, Helsinki; 1569 Zuschauer. – Schiedsrichter: Anisimov (RUS), Pitoscia (USA); Hribar (SLO), Walder (NOR). – Tore: 8:21 Rod (Harlacher, Karrer) 0:1; 41:17 S. Nielsen (Kristian Jensen, Roenbjerg) 1:1; 46:20 From (True, Krag) 2:1. – Strafen: 1 x 5 Minuten Strafen + Spieldauer (Lassen) gegen Dänemark; 2 x 2 Minuten gegen die Schweiz.

Dänemark: Lillie (Seldrup); Lassen, Mieritz; Krogsgaard, Knudsen; Weichel, Morten Jensen; Adamsen; From, Krag, True; Kristian Jensen, Roedenbjerg, Nielsen; Olsen, Korsgaard, Holberg; Markus Jensen, Boysen, Andersen; Christensen.

Schweiz: van Pottelberghe (Descloux); Karrer, Siegenthaler; Glauser, Kindschi; Harlacher, Forrer; Kessler, Suter, Meier; Malgin, Riat, Rod; Privet, Meyer, Hischier; Schmidli, Impose.

Bemerkungen: Schweiz ohne Heldner, Thürkauf, Egli (alle gesperrt); 29. Tor S. Nielsen wegen Torraumoffside nicht gegeben Schweiz ab 57:58 ohne Torhüter; 58:45 Timeout Schweiz.

© Andreas Robanser

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