Harmonie und Nino: Die Spiele sind eröffnet!
Die Olympischen Winterspiele sind eröffnet mit einer Show die Vieles zeigte, was Italien über die Jahrzehnte kulturell und musikalisch zu bieten hat. Als Schweizer Highlight führte der Eishockey-Nationalstürmer Nino Niederreiter die Delegation in Mailand als Fahnenträger an.
Viel wurde im Vorfeld über die Olympischen Winterspiele geschrieben, letztlich konnten sie aber in der neugebauten Santagiulia Eishockey-Arena losgehen, auch wenn einige Zuschauerbereiche gesperrt und die Kapazität dadurch erheblich reduziert wurde. Doch es wurde angespielt und die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft konnte mit einem 4:3-Sieg nach Penaltyschiessen gegen Tschechien starten bevor es schnurstracks zum legendären Fussballstadion San Siro ging für die Eröffnungszeremonie.
Sie startete mit viel italienischer Musik aus verschiedenen Dekaden und Jahrhunderten unter den Mottos Schönheit und Fantasie, mit Darstellenden des Scala Theaters, Lämpchen die über die Tribünen verteilt blinkend Texte und Muster ergaben und einer farbenfrohe Show (inklusive gigantischen Farbtuben), wo sonst die Fussballer des AC Milan und Inter ihre Ballkünste zeigen und heute die Athletinnen und Athleten ihre Sitzplätze hatten. Das Lied «Nel Blu, dipinto di Blu» wurde dann nicht von einer Italienerin performt, sondern von Mariah Carey in einem italienisch designten Kleid, die danach ihren Song «Nothing Is Impossible» performte.
Es folgten die Formalitäten der Eröffnung mit dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella und Kirsty Coventry, die Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees, die reinkamen und ihre Plätze einnahmen. Models in Kleidung des vor fünf Monaten verstorbenen Giorgio Armani kamen in Reih und Glied mit den italienischen Farben rot, weiss und grün rein für das Hissen der Flagge. Auserkoren unter den Models wurde Vittoria Ceretti, welche die Flagge zur Posten brachte, wo die Präsidialgarde Corazzieri die Flagge hisste, während die Popikone Laura Pausini die italienische Nationalhymne sang.
Die Zeremonien fanden auch an zwei anderen Orten statt. Die Flagge wurde auch in Cortina gehisst, die Ode an Italien wurde im südtirolischen Antholz performt durch Giovanni Andrea Zanon. Sie leitete die Choreografie «Stadt und Berg» ein mit riesigen Ringen, die eingerollt kamen um das olympische Emblem nachzubilden.
Die Parade der Athletinnen und Athleten fand schliesslich «in einem Rhythmus und einer Vision» an vier verschiedenen Orten in Mailand, Livigno, Predazzo und Cortina statt als erste dezentrale Eröffnungszeremonie der Geschichte. Die Parade beginn traditionell mit Griechenland (durch Nefeli Tita, Cross-Country Ski) und endete verschiedenen Trägerinnen und Trägern des Gastgeberlands Italien. Dazwischen kamen auch einige Eishockeystars als Fahnenträger ihres Landes auf die Mailänder Bühne. Neben dem Schweizer Stürmer Nino Niederreiter waren dies vor ihm Jesper Jensen Aabo (Dänemark), Mikko Lehtonen (Finnland), Leon Draisaitl (Deutschland), Kaspars Daugavins (Lettland) und Tomas Tatar (Slowakei). In Cortina trug Fanny Smith (Freestyle Ski) die Schweizer Flagge.
Für Niederreiter ging ein Bubentraum in Erfüllung. «Wenn du ein kleiner Junge bist, ist es der grösste Traum an den Olympischen Spielen teilzunehmen und zu spielen. Und wenn du die Chance hast für das ganze Land einzulaufen, ist es sehr speziell», sagte Niederreiter. Er führte das Herren-Nationalteam und weitere Eissportlerinnen und -sportler in Mailand an. Das Frauen-Nationalteam fehlte leider und begab sich aufgrund eines bestätigten Norovirus-Falles in Isolation.
Nach dem Einlauf folgte eine Zeitreise durch 100 Jahre Olympische Winterspiele, eine Lektion in italienischer Gestensprache bevor Staatspräsident Mattarella die Spiele offiziell eröffnete. Der olympische Fackellauf fand im San-Siro-Stadion sein Ende begleitet vom Gesang von Andrea Bocelli. Die Schauspielerin Charlize Theron sprach als Friedensbotschafterin der Vereinten Nationen eine Botschaft und als letzte Flagge wurde jene der Olympischen Spiele gehisst, musikalisch begleitet von der Sängerin Cecilia Bartoli und dem chinesischen Pianisten Lang Lang, bevor der olympische Schwur abgelegt wurde. Es folgte eine zehnminütige Show zum Abschluss des durch die Zeremonie begleitenden Mottos «Armonia» (Harmonie) und das Anfeuern der olympischen Flamme sowohl in Mailand wie auch in Cortina. Lasst die Spiele beginnen!
