NLB - Final - Freitag, 18. März 2005
Zuschauer
4358 Zuschauer (97% Auslastung)
Graben, Sierre
Schiedsrichter
Danny Kurmann; Dany Wirth, Roger Arm
Tore
08:56 | 0:1 | Juha Riihijärvi | ||
B. Sigrist, D. Legwand | ||||
Derek Cormier [PP] | 1:1 | 13:54 | ||
D. McTavish, N. Anger | ||||
20:15 | 1:2 | Juha Riihijärvi [PP] | ||
D. Legwand | ||||
32:30 | 1:3 | David Legwand | ||
J. Riihijärvi | ||||
Niklas Anger [PP] | 2:3 | 35:08 | ||
D. McTavish, D. Cormier | ||||
Oleg Siritsa | 3:3 | 35:51 | ||
D. Schafer | ||||
36:30 | 3:4 | Ralph Bundi | ||
D. Legwand | ||||
Derek Cormier [PP2] | 4:4 | 38:25 | ||
D. McTavish | ||||
44:11 | 4:5 | Bernie Sigrist [PP] | ||
A. Chatelain, J. Riihijärvi | ||||
45:05 | 4:6 | Alex Chatelain | ||
R. Friedli | ||||
46:18 | 4:7 | Juha Riihijärvi | ||
B. Sigrist, D. Legwand | ||||
51:00 | 4:8 | Thomas Nüssli | ||
R. Forster | ||||
52:01 | 4:9 | David Legwand | ||
B. Sigrist | ||||
54:51 | 4:10 | Alex Chatelain [PP] | ||
D. Legwand, J. Riihijärvi | ||||
Strafen
Derek Cormier | 00:40 | |
2 min - Stockschlag | ||
04:06 | Juha Riihijärvi | |
2 min - Haken | ||
Didier Schafer | 10:25 | |
2 min - Übertriebene Härte | ||
10:25 | Thomas Nüssli | |
2 min - Übertriebene Härte | ||
13:29 | Ralph Bundi | |
2 min - Haken | ||
Effektive Dauer: 25 Sekunden | ||
15:27 | Jarno Peltonen | |
2 min - Check von hinten | ||
17:27 | Jarno Peltonen | |
10 min - Disziplinar | ||
André Bielmann | 18:23 | |
2 min - Haken | ||
Effektive Dauer: 112 Sekunden | ||
Niklas Anger | 18:49 | |
2 min - Haken | ||
Effektive Dauer: 0 Sekunden | ||
18:49 | Rolf Badertscher | |
2 min - Unsportliches Verhalten | ||
Effektive Dauer: 0 Sekunden | ||
25:20 | Ruedi Forster | |
2 min - Hoher Stock | ||
Lionel D'Urso | 29:30 | |
2 min - Halten | ||
30:26 | Rob Zamuner | |
2 min - Beinstellen | ||
32:52 | Rolf Badertscher | |
2 min - Halten | ||
33:44 | Jarno Peltonen | |
2 min - Haken | ||
Effektive Dauer: 84 Sekunden | ||
36:45 | Ronny Keller | |
2 min - Spielverzögerung | ||
Effektive Dauer: 100 Sekunden | ||
37:42 | David Legwand | |
2 min - Haken | ||
Fabian Gull | 42:25 | |
2 min - Behinderung | ||
Effektive Dauer: 106 Sekunden | ||
André Bielmann | 53:20 | |
2 min - Crosscheck | ||
Effektive Dauer: 91 Sekunden | ||
Andrea Wegmüller | 56:31 | |
2 min - Hoher Stock | ||
Aufstellung / Statistik
Torhüter | Torhüter | |||
60:00 | 60:00 | |||
Verteidiger | Verteidiger | |||
1T 2' | ||||
4' | 1A 2' | |||
2' | ||||
2' | ||||
2' | ||||
2' | ||||
Stürmer | Stürmer | |||
1T 1A 2' | 4' | |||
2T 1A | ||||
1A | ||||
2T 1A 2' | 2T 5A 2' | |||
1T 2' | ||||
3A | 14' | |||
3T 3A 2' | ||||
1A 2' | 1T 3A | |||
1T | ||||
2' | ||||
Weitere | ||||
Eine Lehrstunde in Effizienz
Der EHC Basel liess den HC Sierre-Anniviers vor vollen Rängen in der Grabenhalle zu Siders während 40 Minuten gewähren. Als die Rheinstädter den Wallisern aber keine Überzahlchancen mehr zugestanden, war die Offensive des HCSA überfordert und der EHC Basel deklassierte den Gegner mit einer eindrücklichen Leistung an Effizienz. Jeder vierte Basler Schuss fand den Weg ins Tor von Matthias Lauber, gleich dreimal ging ein Fehler von Verteidiger Philippe Faust voraus.
Es schien ein furchtbarer Playoffabend zu werden im warmen Wallis, die ersten 20 Minuten waren geprägt von offensiver Ungenauigkeit und defensiver Nervosität. Die unerlaubten Befreiungsschläge des Heimteams dürften einen neuen Rekordwert gesetzt haben und mehr als ungenaue Pässe über das ganze Spielfeld konnte der HC Sierre-Anniviers auch nicht zeigen. Sogar in Unterzahl konnte der Gegner gleich viele Offensivaktionen verzeichnen wie die Heimmannschaft, vor dem Tor liess man sie praktisch kampflos gewähren. Juha Riihijärvi wusste das in der neunten Spielminute mit einem satten Handgelenkschuss zum 0:1 auszunutzen. Einzige Highlights aus Sicht der Walliser war ein „Big Save“ von Matthias Lauber gegen Thomas Nüssli in der neunten Spielminute, sowie das zwischenzeitliche 1:1-Ausgleichstor durch Henrik Nordfeldt in der 14. Spielminute. Ansonsten machten es die Walliser dem Gegner aus Basel furchtbar leicht, die Scheibe weit weg von der Gefahrenzone zu halten. So konnte denn zwischen dem Spiel des HC Sierre-Anniviers und den gemütlichen Eiskunstlaufrunden ihres Maskottchens in der Drittelspause kein grosser Unterschied erkannt werden.
Das zweite Drittel begann mit dem ersten individuellen Fehler von Philippe Faust, der heute Abend den Titel des MTP (Most Trashy Player) redlich verdienen sollte. Erneut war es Juha Riihijärvi, der die defensive Ignoranz des Erstlinienverteidigers auszunutzen vermochte, nach nur 15 Sekunden führten die Basler wieder. Die Walliser schienen nun zu erwachen. Als gäbe es einen grossen Raclettekäse zu gewinnen, begannen sie aus allen Lagen zu schiessen. Vor dem Tor stand aber niemand, der bereit gewesen wäre, den angerichteten Käse zu garnieren. So fiel halt wieder Philippe Faust in der Defensive auf. Er fiel als letzter Mann von den Schuhen, David Legwand bedankte sich mit dem 1:3. Es bedurfte dann dem Wutanfall eines Niklas Anger, der innert 15 Sekunden im Powerplay gleich fünf Mal auf den sicheren Patrick Schöpf schoss. Beim fünften Schuss war die Mauer dann durchbrochen. Das 2:3 aus Sicht der Walliser beflügelte diese sichtlich. Angers Assistenten waren noch nicht auf dem Matchblatt vermerkt, da traf bereits Oleg Siritsa zum 3:3-Ausgleich. Noch weniger Zeit brauchte danach Ralph Bundi, um die Basler Führung wieder herzustellen, doch auch dieses Tor wurde postwendend durch den erneuten Ausgleich durch Derek Cormier beantwortet. Die Schlussphase des zweiten Drittels entschädigte die 4358 Zuschauer in der ausverkauften Grabenhalle für ihr Eintrittsgeld. Spektakel pur, ermöglicht durch viele kleine Strafen, liess die Stimmung in der Sonnenstadt hochleben. Danny Kurmann hat sich mit einer nahezu perfekt gepfiffenen Partie gleich selber rehabilitiert. Wären die Basler disziplinierter aufgetreten, hätten sie wohl nicht bis zum dritten Drittel warten müssen mit der Spielentscheidung.
Der spektakuläre zweite Spielabschnitt liess auf ein spannendes letztes Drittel hoffen, so Mancher erwartete eine lange Playoff-Nacht. Daniel Boss knallte denn zu Beginn des Schlussabschnitts auch einen Puck an die Basler Torumrandung, so nahe sollte kein Sierre-Spieler mehr an einen Torerfolg kommen. Nach einer kurzen Druckphase der Einheimischen entwischte Bernie Sigrist nach einem individuellen Fehler vom zuvor noch offensiven Verteidiger Daniel Boss. Sigrist läutete damit den Siderser Untergang ein. Philippe Faust leistete sich dann noch einen Fehlpass vor dem eigenen Tor, womit er den Hattrick der persönlichen Grossfehler vollendete. Es war Alex Chatelain, der dies auszunutzen wusste, nur eine Minute später doppelte erneut Bernie Sigrist nach. Das zehnte Basler Tor erzielte schlussendlich erneut Alex Chatelain, womit das Basler „Stängeli“ perfekt war.
Trotz des schlussendlich klaren Auswärtssieges dürfte Kent Ruhnke nach dem heutigen Spiel einige graue Haare mehr auf dem Kopf haben. Seine Boys erlaubten sich zu viele unmotivierte Strafen. Jarno Peltonen, der Denker und Lenker des Basler Angriffsspiels, schmorte gar für 10 Minuten auf der Strafbank. Die Rheinstädter liessen sich zu Revanchefouls hinreissen, dies obschon Danny Kurmann bereits eine Strafe gegen den HC Sierre-Anniviers angezeigt hatte. Auf der anderen Seite liess der Unparteiische auch mal eine tief fliegende Schwalbe schmoren, der Flugshow war zwar effektiv ein Foul vorausgegangen, der überzeugende Schiedsrichter schickte aber richtigerweise beide Akteure in die Kühlbox. Über das ganze Spiel gesehen überliess der EHC Basel dem HC Sierre-Anniviers wohlwollend das Spieldiktat, die Rheinstädter nutzten lediglich die Chancen, die sich ihnen boten. Dies taten sie aber in einer meisterlichen Weise und wenn die Basler diese Effizienz beibehalten können, dann steht ihnen die Türe zur höchsten Spielklasse weiter offen, als das den noch folgenden Gegnern lieb sein dürfte.