Die ZSC Lions sind in Rücklage

Von Andreas Bernhard

Tambellini ist ein Name, der bisher gerne gehört wurde im Hallenstadion. Steve Tambellini stieg in der Saison 1989 mit dem ZSC in die NLA auf. Sein Sohn Jeff wurde 2012 Schweizer Meister mit den ZSC Lions. Heute spielte der 10 Jahre jüngere Bruder von Jeff, Adam Tambellini im Hallenstadion. Allerdings für den Gegner. Er hatte bei sämtlichen Toren von Rögle den Stock im Spiel. Ehe die Schweden in der Schlussminute den Siegtreffer erzielten wechselte die Führung mehrmals. Die Lions müssen nun nächste Woche in Ängelholm mit mit einem Tor Unterschied gewinnen, um wenigstens eine Verlängerung erzwingen zu können.

Die ZSC Lions bekamen es in ihrem Achtelfinal gleich mit einem Schwergewicht zu tun. Rögle ist der Vizemeister Schwedens und ist mit 39 Punkten aus 17 Spielen auch in dieser Saison bisher auf der zweiten Position der Schwedischen Hockey Liga. In der Gruppenphase der Champions Hockey League bezwang Rögle den EV Zug mit 5:3 und 2:1 n.V. und gewann die Gruppe D. Lukas Flüeler stand für die Lions zwischen den Pfosten. Zum ersten Mal seit seiner Ankündigung, am Ende dieser Saison seine Karriere zu beenden. Die Zürcher waren zu Beginn mehrheitlich im Drittel der Schweden. Wie schon in den letzten Spielen kamen sie vorerst nicht zu gefährlichen Möglichkeiten. Rögle erging es ähnlich als sie die Spielanteile ausgleichen konnten. Tyler Kellehers Schuss in der sechsten Minute aus guter Position war für Lukas Flüeler kein Problem. Sven Andrighetto sorgte in der neunten Minute für das erste Ausrufezeichen für die Zürcher. Der erst 19 Jahre alte Goalie Calle Clang konnte den harten Flachschuss abprallen lassen. Die Scheibe kam über Umwege zurück zu Andrighetto, der backhand knapp nicht mehr zum Abschluss kam. Das Tor wäre offen gewesen. Justin Azevedo wurde in der 17. Minute als erster Spieler für einen Stockschlag auf die Strafbank geschickt. Rögle zeigte ein starkes Powerplay. Nach etwas mehr als einer Minute in Überzahl spielte Lucas Ekestahl Jonsson auf Adam Tambellini. Mit einem schönen Direktschuss aus dem rechten Bullykreis liess der Kanadier Lukas Flüeler keine Chance. Rikard Grönborg reklamierte ein Torraumoffside. Im Videostudium konnten die Schiedsrichter allerdings keine Regelwidrigkeit feststellen. Nur 20 Sekunden später war Grönborg wieder zufriedener. Nach einem Schuss von Denis Hollenstein gelangte der Puck via eines Schwedischen Beines auf den Stock von Justin Sigrist. Der reagierte sofort und glich die Partie aus.

Lange blieb es im Mitteldrittel das gleiche Bild. Ein schnelles Spiel ohne Torchancen. Dann entwischte Sven Andrighetto in der 26. Minute und hatte nur noch den Torhüter vor sich. Er schob die Scheibe an den Pfosten. Kurz darauf klappte es besser. Clang liess einen Schuss von Andrighetto nach vorne abprallen und Denis Hollenstein konnte backhand das 2:1 erzielen. Es waren gerade 28 Minuten gespielt. Die Lions nahmen das Spiel nach diesem Tor resolut in die Hand. Doch sie sündigten weiterhin im Abschluss. John Quenneville schoss aus bester Position in der 35. Minute neben das Tor und leitete damit gleich einen Gegenangriff von Rögle aus. Tyler Kelleher konnte alleine auf Flüeler ziehen, wurde am Ende noch entscheidend von Quenneville gestört. Der Zürcher erhielt dafür eine Strafe. Das Powerplay der Schweden dauerte genau 9 Sekunden ehe Dennis Everberg sich vor das Tor schlich und ein Zuspiel von Adam Tambellini zum Ausgleich verwertete. Als Dominik Diem in der 38. Minute für einen hohen Stock auf die Strafbank wanderte ahnte man es bereits. Tatsächlich war das 2:3 von Rögle eine exakte Kopie des 0:1. Ekestahl Jonsson auf Adam Tambellini, der aus dem rechten Bullykreis direkt verwertete. Diesmal brauchten die Schweden 46 Sekunden im Powerplay.

In der 44. Minute wurde Quenneville wieder auf die Strafbank geschickt. Nach längeren Diskussionen schauten sich die Schiedsrichter die Szene nochmals an und entschieden, die Strafe wieder zurück zu ziehen. Nachdem die Schweden alle Tore im Powerplay erzielt hatten, war dieser Entscheid für die Zürcher Gold wert und öffnete die Chance, das Spiel wieder auszugleichen. Der Captain persönlich nahm sich dieser Aufgabe an. In der 50. Minute wurde er von Denis Malgin angespielt, der zuvor die Scheibe an der offensiven blauen Linie erobert hatte. Patrick Geering stand frei und traf zum 3:3. Denis Malgin hatte in der 58. Minute den Sieg auf dem Stock. Der Flatterpuck konnte Clang mit dem Ellenbogen zunichtemachen. Den Sieg holte sich aber der Gast aus Ängelholm. 32 Sekunden vor Schluss spielte Adam Tambellini in die Mitte zu Samuel Jonsson, der zum 3:4 traf.

Schüsse: 53:53

Schüsse aufs Tor: 34:28

Bully: 28:28

Geblockte Schüsse: 11:12

Checks: 11:7

Aufstellung:

ZSC Lions: Flüeler (Ersatz: Waeber); Marti, Noreau; Geering, Phil Baltisberger; Guebey, Weber; Trutmann; Andrighetto, Roe, Backman; Quenneville, Malgin, Azevedo; Hollenstein, Krüger, Sigrist; Pedretti, Schäppi, Diem; Sopa.

Rögle Ängelholm: Clang (Ersatz: Rifalk); McKiernan, Lesund; Sund, Ekestahl Jonsson; Jonsson, Wallinder; Johannesson, Johnsson; Edström, Ferguson, Bengtsson; Bristedt, Tambellini, Everberg; Stal Lyrenäs, Larsson, Sjödin; Granath, Sjögren, Kelleher.

Aktuelle Spiele

Dienstag, 16. November 2021

Fribourg - München

ZSC Lions - Rögle

Mannheim - Frölunda
1:10 (1:2 0:3 0:5)

Bozen - Rauma
1:3 (0:2 1:1 0:0)

Klagenfurt - Leksand
4:0 (1:0 1:0 2:0)

Växjö - Tappara
2:2 (2:1 0:1 0:0)

Skellefteå - Sparta Prag
1:3 (0:1 1:1 0:1)

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