HCD gewinnt Spektakel und steht im Halbfinal

Von Samanta Grossen

Der HC Davos gewinnt ein spektakuläres Spiel gegen Jokerit Helsinki in der Overtime mit 5:4. Matchwinner war Gregory Sciaroni, der nach einem Pass von Andres Ambühl die Davoser in der Verlängerung jubeln liess.

Nachdem der HC Davos nach vierzig Minuten mit dem Rücken zur Wand stand und mit 2:4 in Rückstand war, drehten die Bündner mächtig auf. Nach den beiden Treffern von Jörg und Walser in den Minuten 51 und 56 kehrte das Team von Arno der Curto eindrücklich in die Partie zurück und rettete sich in die Verlängerung. In der Verlängerung war die Euphorie in der Vaillant Arena bis hin zur obersten Zuschauerreihe zu spüren. Sobald die Bündner in Scheibenbesitz waren, wurde es laut auf den Rängen. In der 64. Minute wurde es noch lauter, weil Andres Ambühl in Scheibenbesitz war, Gregory Sciaroni bediente und dieser den HCD mit einem Slapshot in den Halbfinal schoss. Damit der Gastgeber aber am Ende der Partie jubeln konnte, war eine Reaktion im letzten Abschnitt unabdingbar.

Ein Start nach Mass

Obwohl der HCD wie eine Feuerwehr in die erste Viertelfinalpartie startete und sogar dank einem Treffer von Jerome Portmann – Elite A Junior – in Führung ging, waren es die Finnen, die vorerst die Partie diktierten. Bis auf einen Pfostenschuss von Jörg in der 7. Minute war vom HCD während den ersten vierzig Minuten nicht viel zu sehen. In der 13. Minute unterlief den Bündnern zudem ein Wechselfehler, weshalb der schnelle Daine Todd nur noch regelwidrig gestoppt werden konnte. Dafür durfte sich der Verteidiger von Jokerit mit einem Penalty gleich selber revanchieren und glich die Partie mit seinem Treffer aus.

Jokerit zum ersten Mal in Führung

Im zweiten Abschnitt liess sich Jokerit Helsinki nicht mehr mit einem frühen Treffer überrumpeln. Die Finnen spielten geduldiger und konzentrierten sich darauf, die Scheibe in den eigenen Reihen zu halten. Der HCD war vermehrt in der eigenen Zone beschäftigt und kam so wieder und wieder in Bedrängnis. Vor allem Kapanen, Hagman und Joensuu waren wirblig und suchten aus den verschiedensten Winkeln den Abschluss aufs Tor. Der Joker aus Helsinki übernahm im zweiten Abschnitt klar das Spieldiktat, nicht nur das, sie liessen den Bündnern kaum noch Raum um selber Angriffe auszulösen. Wenig überraschend war dann, dass nach sechs Spielminuten das Gehäuse von Senn klirrte. Ein Blue-Line-Schuss von Jere Sneck knallte an den Pfosten, schien aber gleichzeitig den HCD aus dem Pausenschlaf zu wecken. Im richtigen Moment. Denn die Bündner konnten dank einer Strafe gegen den Torschützen Daine Todd im Powerplay antreten. Ville Koistinen, der finnische Verteidiger des SC Langnau, bezwang Goalie Helenius mit einem Blue-Line-Schuss. Doch nicht einmal zwei Minuten später wurde der HCD-Jubel vom finnischen Jubel übertönt. Zuerst glich Aaltonen nach einem sehenswerten Dribbling zum 2:2 aus, bevor Roope Talaja den dritten Treffer für Helsinki schoss. Damit wendete Jokerit die Partie und übernahm die Führung. Es blieb aber nicht bei der Ein-Tore-Führung: In der 39. Minute machte Goalie Gilles Senn seinen Kasten zu wenig dicht und musste den vierten Treffer der Finnen – erzielt von Peter Regin – auf seine Kappe nehmen.

Walser rettet HCD in die Verlängerung

In der 44. Minute reagierte der HC Davos. Mit den Fäusten. Mit Gregory Sciaroni. Sciaroni knöpfte sich Jesse Joensuu vor und die beiden Stürmer lieferten sich ein Handgemenge am Spielfeldrand. Doch weder der HCD noch die Finnen sollten davon vorerst profitieren. Während die Zuschauer aber die Davoser lauthals unterstützen, schien diese Euphorie die Spieler des HCD zu erreichen. In der 51. Minute reüssierte Mauro Jörg nach einem Pass von Enzo Corvi zum 3:4-Anschlusstreffer. Die Stimmung in der Vaillant Arena war gereizt: Während die Schiedsrichter schlicht zu wenig in die Partie eingriffen – die Finnen agierten äusserst rüde – wäre nach einem Foul von Kulda in der 54. Minute ein Penalty für den HCD die richtige Entscheidung gewesen. Doch der HCD powerte weiter und kehrte mit dem Treffer von Samuel Walser in der 56. Wiederum zurück aufs Eis.

In der Verlängerung waren die Davoser nicht mehr zu stoppen. Die Bündner nutzen den zusätzliche Raum – es spielten 3-gegen-3 in der Overtime – und konnten nach vier Minuten jubeln. Der HCD, welcher erst im letzten Abschnitt den Ernst der Lage erkannte, qualifizierte sich mit dem ersten Sieg am diesjährigen Spengler Cup für den Halbfinal und wird morgen Nachmittag gegen das Team Canada antreten.

Jokerit Helsinki – HC Davos 4:5 (1:1, 3:1, 0:2, 0:1) n.V.

Vaillant Arena. – 6300 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Kaukokari/Kimmerly, Kovacs/Küng. – Tore: 3. Portmann (Sieber) 0:1. 13. Todd (Penalty) 1:1. 31. Koistinen (Ausschluss Todd) 1:2. 32. Aaltonen (Joensuu) 2:2. 37. Talaja (Ohtamaa) 3:2. 39. Regin (Aaltonen, Joensuu) 4:2. 51. Jörg (Corvi) 4:3. 56. Walser (Marc Wieser, Ambühl) 4:4. 64. Sciaroni (ambühl, Jörg) 4:5. – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Helsinki plus 1x Disziplinarstrafe (Joensuu). 5mal 2 plus 1x Disziplinarstrafe (Sciaroni) gegen Davos.

Helsinki: Helenius; Jaakola, Jensen; Todd, Ohtamaa; Kulda, Lajunen; Sneck; Joensuu, Aaltonen, Regin; Kennedy, Pelletier, Jormakka; Hagman, Kapanen, Sallinen; Talaja, Gymer, Salminen; Mäki.

Davos: Senn; Koistinen, du Bois; Schmutz, Guerra; Brejcak, Jung; Nater, Paschoud; Ambühl, Sciaroni, Walser; Picard, Aeschlimann, Moss; Jörg, Marc Wieser, Corvi; Sieber, Schläpfer, Portmann.

Bemerkungen: Helsinki ohne Wirtanen, Larsen, Kautto und Kozun (alle überzählig). Davos ohne Setoguchi, Lindgren, Dino Wieser und Ryser (alle überzählig) und Forster (gesperrt). 11. Pfostenschuss Forster. 57. Time-Out Yekaterinburg. 56:57-57:54 Goalie Kovar macht einem sechsten Feldspieler Platz. 7. Pfostenschuss Jörg. 26. Pfostenschuss Sneck.

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