Yekaterinburg fegt HCD vom Eis

Von Samanta Grossen

Avtomobilist Yekaterinburg lässt dem HC Davos keine Chance und gewinnt die Partie deutlich mit 1:5. Die Russen zeigten sich kaltblütig im Abschluss und blieben in der Defensive konzentriert und sicher.

Eigentlich war die Partie nach dem zweiten Drittel bereits entschieden. Eigentlich ja. Und trotzdem: Anstatt das der HCD den Anschlusstreffer nach dem 1:4-Rückstand erzielen konnte, spielte sich das KHL-Team in einen Torrausch.

Im den ersten vierzig Minuten hatten die Davoser alle Hände voll zu tun. Genoni parierte zwar etliche Schüsse, doch musste er sich nach zwei Dritteln bereits viermal geschlagen geben. Im ersten Abschnitt reüssierten die Russen in ihrem ersten Powerplay zum 1:0. Genoni reagierte in dieser Situation schlicht zu langsam, so dass es für Mikhnov einfach war, die Scheibe im Tor unter zu bringen. In der Offensive wiederum war der HCD zu wenig gefährlich. In dieser Hinsicht zeigten sich die Russen kaltblütiger. Einerseits münzten sie gleich das erste Powerplay in einen Treffer um und andererseits erzielten sie die weiteren Treffer mit einer vielsagenden Effizienz allesamt bei 5-gegen-5.

Penalty nicht genutzt

Entgegen der eher schwachen Offensive vom HCD im ersten Abschnitt, kamen die Bündner gleich zu Beginn des zweiten Drittels in den Genuss eines Penaltys. Alexandre Picard konnte nur noch regelwidrig gestoppt werden, sodass die Schiedsrichter einen Penalty pfiffen. Picard nahm das Geschenk aber nicht an. Im Gegenteil, wenige Minuten später musste sich Genoni bereits zum zweiten Mal geschlagen geben. Die Davoser, die sich im gegnerischen Drittel festsetzten, waren auf den Konter der Russen nicht gefasst. Nach einem Koukal-Querpass reüssierte Alexei Mikhnov zum 2:0. Auf den zweiten Treffer der Russen vermochte der HC Davos 91 Sekunden später reagieren. Mit Devin Setoguchi. Setoguchi tünnelte den Goalie Kovar und brachte damit die Hoffnung für den HCD zurück. Nur wenig später erhielt der russische Head Coach eine Strafe wegen unsportlichen Verhaltens und ermöglichte den Bündnern damit sogar die Chance zum Ausgleich im Powerplay. Doch als die Russen komplett waren, erhielt Golyshev die Scheibe – Golyshev sass die Strafe für den Trainer ab – und bediente Yemelin. Sergey Yemelin versenkte die Scheibe mit Leichtigkeit im Tor und stellte für die Russen damit den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Das war aber nicht alles: Das KHL-Team war mittlerweile in einer richtigen Torlaune. In der 39. Minute reihte sich auch Andrei Alexeyev in die Torschützenliste ein und erhöhte sogar auf 4:1. War das die Vorentscheidung?

Giftig auch im Boxplay

Damit die Spannung in diese Partie zurückkehren würde, hätten die Bündner frühestmöglich einen Treffer erzielen müssen. Yekaterinburg verhielt sich taktisch jedoch brillant und verriegelte das Tor, sodass das Heimteam kaum eine Lücke in der Abwehr der Russen fand. Da das Schweizerteam auch im Powerplay nicht überzeugte, und die Russen selbst da aufsässig und giftig waren, verunmöglichten sie damit eine Rückkehr der Davoser in die Partie. Die Zeit verstrich zu Gunsten der russischen Gäste, was die Stimmung im Stadion aufs Minimum begrenzte. Für noch mehr Frust auf der HCD-Bank sorgte Mikhnov in der 52. Minute, als er die Scheibe mit einem Handgelenkschuss aus dem Slot zum 5:1 versenkte. Um den HCD scheinbar noch mehr zu demütigen, nahm Trainer Razin sein Time-Out in der 57. Minute, wechselte den Torhüter mit einem sechsten Feldspieler und liess seine Mannschaft während einer Minute mit sechs Mann gegen drei Davoser spielen. Doch der sechste Treffer sollte ihnen nicht mehr gelingen.

Der HC Davos verliert damit seine Eröffnungspartie am diesjährigen Spengler Cup klar mit 1:5 und wird morgen Abend zum Klassiker gegen das Team Canada antreten.

Das russische Team zeigte im Vergleich zur Partie gegen das Team Canada eine deutliche Leistungssteigerung. Sie waren kaltblütiger als ihr gegenüber, zeigten sich in der Defensive strukturiert und liessen dem Gastgeber in der neutralen Zone keine Chance sich in Szene zu setzen.

HC Davos – Avtomobilist Yekaterinburg 1:5 (0:1, 1:3, 0:1)

Vaillant Arena. – 6300 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Kimmerly/Wehrli, Fluri/Tscherrig. – Tore: 20. Mikhnov (Koukal, Elo / Ausschluss Koistinen) 0:1. 30. Golyshev (Koukal, Mikhnov) 0:2. 31. Setoguchi 1:2. 33. Yemelin (Golyshev) 1:3. 39. Alexeyev (Timashov) 1:4. 52. Mikhnov 1:5. – Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Davos. 4mal 2 gegen Avtombolist.

Davos: Genoni; Guerra, du Bois; Brejcak, Forster; Koistinen, Jung; Nater, Paschoud; Picard, Ambühl, Sciaroni; Lindgren, Jörg, Marc Wieser; Setoguchi, Moss, Corvi; Sieber, Walser, Ryser.

Yekaterinburg: Kovar; Megalinsky, Vasilevsky; Timashov, Turbin; Kivisto, Tryamkin; Antonovsky, Voropaev; Torchenyuk, Roman, Gareyev; Mikhnov, Golyshev, Koukal; Yemelin, Knyazev, Elo; Velichkin, Alexeyev, Mityakin.

Bemerkungen: Davos ohne Schmutz, Aeschlimann, Schläpfer, Dino Wieser und Portmann (alle überzählig). Avtomobilist ohne Zhuravl, Simakov, Popov, Antonovsky, Shchemerov und Polozov (alle überzählig). 11. Pfostenschuss Forster. 57. Time-Out Yekaterinburg. 56:57-57:54 Goalie Kovar macht einem sechsten Feldspieler Platz.

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