Schweiz gewinnt Arosa Challenge

Von Martin Merk
Schweiz
3
0 - 2 - 0
Slowakei
2
0 - 1 - 1
19.12.2015
A-Nationalmannschaft
0:0‧2:1‧0:1
Spielbericht

Die Schweizer Nationalmannschaft ist mit zwei Siegen in die Ära Fischer gestartet. Im Finale gewannen die Schweizer gegen die Slowakei 3:2 nach Penaltyschiessen und sicherten sich damit den Bergkristall für den Turniersieger.

Es war ein erknorzter Sieg für die Schweiz gegen ein von einem Spielerstreik aufgrund von Differenzen einiger Spieler mit der wiedergewählten Verbandsführung ersatzgeschwächten slowakischen Nationalmannschaft.

„Ein Turniersieg tut extrem gut und gibt Rückenwind. Für mich persönlich wichtig war die Einstellung der Spieler. Die Jungs gaben alles und kämpften jeden Einsatz. Es war eine gute Stimmung in der Garderobe“, sagte der Nationaltrainer Patrick Fischer.

Die Schweizer konnten ihre Überlegenheit lange nicht in Tore umsetzen, erholten sich aber von Rückschlägen und hatten im Penaltyschiessen das bessere Händchen.

Das Siegestor schoss in seinem Nationalmannschafts-Debüt der nachnominierte Marc Wieser, der erst gestern erstmals mittrainierte. „Ich hatte gar nicht mehr mit einem Aufgebot gerechnet und als ich zum Team kam, wollte ich meine Chance nutzen“, sagte Wieser, der im Mitteldrittel den Pfosten traf.

Im Gegensatz zum Start im gestrigen Spiel fehlten hochkarätige Chancen im Startdrittel. Und als in der 10. Minute eine zu kommen schien, wurde Kevin Romy in Offside-Position lanciert.

Die Schweizer wirkten insgesamt physisch und läuferisch überlegen, doch wie gegen Norwegen hatten sie zeitweise Mühe mit dem Gegner und in kämpferischer Manier kam das slowakische Team schliesslich zum Führungstreffer kurz nachdem die Schweizer in ihrem zweiten Überzahlspiel erfolglos geblieben war. Andrej Kudrna konnte den Puck nach einem geblockten Schuss von Marcel Holovic gerade noch über die Linie drücken als Tobias Stephan bereits geschlagen war.

Allzu lange konnten sich die Slowaken aber nicht über die Führung freuen. Die Schweizer drückten umgehend nach vorne und Kevin Romy traf nur 91 Sekunden später zum 1:1-Ausgleich. Der Schuss war vom Körper des slowakischen Verteidigers Martin Stajnoch abgelenkt.

Etwas mehr als vier Minuten später kam es sogar noch besser für die Schweizer als nach dem Motto „aller guten Dinge sind drei“ ein Powerplay-Tor gelang. Nach einem Querpass vors Tor war das Gehäuse für Lino Martschini weit offen und der Zuger erzielte sein fünftes Länderspieltor im 18. Spiel.

Das Schlussdritel begann für die Schweizer schlecht, denn erneut trafen die Slowaken kurz nach einer verpassten Schweizer Powerplay-Möglichkeit. Pavol Skalicky überlief die Schweizer und glich zum 2:2 in der 44. Minute aus.

Die Schweizer blieben in der Folge die aktivere Mannschaft. Die Martschini-Linie war erneut aktiv mit einer Chance von Gaëtan Haas und dem Nachschuss-Versuch von Reto Suri. Wenig später scheiterten Simon Moser und Gregory Hofmann mit aussichtsreichen Möglichkeiten.

In der 57. Minute konnte Damien Brunner aufs Tor zulaufen, wurde jedoch zurückgehalten. Den Penalty konnte er aber nicht verwerten. Sein Versuch, den slowakischen Torhüter Michal Valent mit einem Stop vor dem Tor zu überlisten scheiterte an der schnellen Reaktion Valents mit dessen Stock.

In der Verlängerung hätte es auf beide Seiten gehen können, hatten doch auch die Slowaken eine gute Chance durch Marek Bartanus, der mit einem Rebound nach einem Schuss von Adam Janosik das Siegestor suchte.

Im Penaltyschiessen sicherten sich die Schweizer in der dritten Runde den Sieg als Marc Wieser eiskalt traf und auf der anderen Seite der sonst treffsichere Gottéron-Stürmer Martin Reway verpasste. So konnte der Captain Andres Ambühl einige Minuten später in seinem Heimatkanton den Bergkristall für den Turniersieger für seine Mannschaft entgegennehmen.

Schweiz – Slowakei 3:2 (0:0, 2:1, 0:1, 0:0, 1:0) n.P.

Sport- und Kulturzentrum Arosa. – 1310 Zuschauer. – SR: Di Pietro / Wiegand, Altmann / Kaderli.

Tore: 29:21 Kudrna (Holovic) 0:1. 30:52 Romy (Geering) 1:1. 34:17 Martschini (Loeffel, Haas / Ausschluss Holovic) 2:1. 43:10 Skalicky (Janosik) 2:2.

Penaltyschiessen: Martschini scheitert, Bakos 0:1; Suri 1:1, Holovic verschiesst; Marc Wieser 2:1, Reway scheitert.

Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 4-mal 2 Minuten gegen die Slowakei.

Schweiz: Stephan (Ersatz: Genoni); Du Bois, Blum; Geering, Blindenbacher; Schlumpf, Grossmann; Loeffel, von Gunten; Ambühl, Hofmann, Walser; Moser, Romy, Brunner; Suri, Haas, Martschini; Schäppi, Trachsler, Marc Wieser.

Slowakei: Valent (Ersatz: Melichercik); Sersen, Ceresnak; Janosik, Stajnoch; Sedivy, Kotvan; Kubka, Kozak; Reway, Cehlarik, Bakos; Dej, Bartanus, Marcinko; Hlinka, Holovic, Kudrna; Skalicky, Lusnak.

Bemerkungen: Schweiz ohne Pestoni (überzählig). – Länderspieldebüt von Marc Wieser. – 56:04 Brunner scheitert mit Penalty. – Torschüsse: 31:27 (7:9, 12:9, 11:6, 1:3). – Beste Spieler Schweiz: Lino Martschini.

Resultat:

3:2 nP