Team Canada entfesselt: Vom 0:2 zum 5:2

Von Samanta Grossen

Das Team Canada steht nach einer eindrücklichen Wende in der Partie gegen Jokerit Helsinki im Halbfinale. Die Nordamerikaner besiegten die Finnen mit 5:2 und wurden für ihr energisches Auftreten mit dem Halbfinaleinzug belohnt.

Obwohl die Kanadier das erste Bully verloren und nach fünf Minuten mit zwei Gegentoren im Rückstand lagen, liessen sie sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil. Guy Boucher reagierte im richtigen Moment, nahm sein Time-Out und führte die Kanadier zurück auf die Siegesstrasse. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Finnen nach Treffern von den überragenden Steve Moses und Linus Omark mit 2:0 in Front. Alexandre Giroux setzte wenig später mit einer Topchance das erste Zeichen. Nach einem Blue-Line-Schuss lenkte er die Scheibe knapp am Tor vorbei. Und noch vor dem Drittelsende folgte dann ein Powerplay, welches die Rot-Weissen prompt ausnutzten. Micki Dupont traf mit einem Weitschuss zum 1:2 und überraschte Riku Helenius, dessen Sicht verdeckt war.

Wende im Powerplay

Der zweite Abschnitt begann mit einer doppelten Überzahl für Jokerit. Während 39 Sekunden spielten die Suomi-Spieler mit fünf gegen drei Mann und zogen keinen Profit aus der Situation. Nach einem Abschlussversuch von Verteidiger Ohtamaa prallte die Scheibe lediglich an den Pfosten. Kurz darauf wechselte das Momentum erneut die Seite. Im Gegensatz zu den Finnen brauchten die Ahornblätter nur gerade fünf Powerplay-Sekunden bis die Scheibe im Tor war. Ambri-Stürmer Giroux traf zum 2:2 in Überzahl. Da die Finnen teilweise zu verspielt auftraten, standen sie sich oft selbst im Weg. Gut zu sehen war dies in der 30. Minute, als Petr Koukal ein misslungener Querpass auf Moses dem Torabschluss vorzog. Nach dem Ausgleichstreffer der Kanadier wurde die Partie offener und beide Teams genossen mehr Raum. Diese Fakten nutzte das Team Canada vorbildlich. In der 39. Minute sah Bud Holloway den freistehenden Tambellini, der die Scheibe alleine vor dem gegnerischen Tor gekonnt über die Fanghang von Helenius ins Tor lupfte. Die Nordamerikaner wendeten die Partie von einem 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung und wurden für ihr energisches Auftreten belohnt.

Canada auch in Unterzahl unwiderstehlich

Zu Beginn des letzten Abschnittes mussten sich die Finnen noch während 1:28 Minuten zu viert gegen die energische Offensive der Kanadier wehren. Kurz danach hatten sie ihrerseits die Möglichkeit in Überzahl den Ausgleichstreffer zu erzielen, liessen aber auch diese Strafe ungenutzt verstreichen. Ersichtlich war nun, dass das Team Canada die Spielkontrolle zwar inne hatte, jedoch immer wieder vom stark parierenden Goalie Helenius an einem weiteren Treffer gehindert wurde. Dies änderte sich in der 54. Minute. Die Fans des Team Canada sahen ein unwiderstehliches Boxplay. Unter Bedrängnis im offensiven Drittel spielte Colby Genoway die Scheibe in die Mitte auf McLean. Dieser stand alleine vor Helenius, dribbelte und traf. Damit führten die Kanadier mit 4:2 und leisteten die Vorentscheidung. Trotz einer Strafenflut zum Schluss der Partie und einem sechsten Feldspieler anstelle von Keeper Riku Helenius während mehreren Minuten trafen die Finnen das Tor nicht. Im Gegenteil: Canada-Verteidiger Gragnani traf das leere Tor und erhöhte sogar auf 5:2.

Mit dem 5:2-Sieg steht das Team Canada als letztes Team im Halbfinale und trifft dort auf Genf-Servette. Die Kanadier konnten heute Abend vor allem im Powerplay und im Boxplay überzeugen. Sie trafen zweimal in Überzahl und erzielten einen Treffer im Boxplay, blieben ausserdem in Unterzahl unbezwungen. Die Kanadier zeigten eine eindrückliche Leistungssteigerung zu den Gruppenspielen und stehen damit verdient im Halbfinale.

Team Canada – Jokerit Helsinki 5:2 (1:2, 2:0, 2:0)

Vaillant Arena. – 6300 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Nicholson/Piechaczek, Espinoza/Kaderli. – Tore: Moses (Omark) 0:1. 5. Omark (Moses, Koukal) 0:2. 18. Dupont (Pouliot /Ausschluss Maurer). 25. Giroux (Dupont, Walser/Ausschluss Sallinen) 2:2. 39. Tambellini (Holloway) 3:2. 54. McLean (Genoway/Ausschluss Hedden!) 4:2. 60. (59:05) Gragnani (Pouliot, Genoway/ins leere Tor) 5:2. – Strafen: 12mal 2 Minuten gegen Canada. 5mal 2 Minuten plus 1mal 10 Minuten (Kapanen) gegen Helsinki.

Canada: Macintyre; Mikkelson, Kwiatkowsky; Dupont, Walser; Vandermeer, Gragnani; Parent; Holloway, Tambellini, Ritchie; Giroux, Hedden, Pouliot; Hamilton, Walter, Martindale; Genoway, Giliati, McLean; DiDomenico.

Helsinki: Helenius; Väänänen, Gunderson; Lajunen, Ohtamaa; Jaakola, Maurer; Peltola; Hagman, Kapanen, Huhtala; Moses, Koukal, Omark; Aaltonen, Sallinen, Harju; Ben-Amor, Hahl, Pöysi; Mäki.

Bemerkungen: Canada ohne McCarthy und Samson (beide überzählig). Helsinki ohne Hächler, Wirtanen, Rita, Saari und Sillanpää (alle überzählig). 5. Time-Out Canada. 22. Pfostenschuss Ohtamaa. 36. Pfostenschuss Hahl. 46. Pfostenschuss Omark. 53:32-54:29 und 55:07-59:05 Helsinki ohne Goalie Helenius zu Gunsten eines sechsten Feldspielers. 58. Time-Out Helsinki.

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