Gekämpft und dafür belohnt worden

Von Samanta Grossen

Nach einem knappen Spiel musste sich der CSKA Moskau mit 4:3 n.V. gegen ein kämpferisch auftretendes Servette Genf geschlagen geben. Die Genfer glaubten bis am Schluss an sich und retteten sich nach dem Ausgleichstreffer in der 57. Minute in die Overtime, wo Kaspers Daugavins das Spiel entschied.

Diverse Spieler mit NHL-Erfahrung und junge Talente aus Moskau trafen im letzten Spiel der Gruppe „Torriani“ auf das kämpferisch agierende Team aus Genf, einer Mannschaft mit grosser Erfahrung.

Konterstarkes Moskau

Gleich von Beginn an versuchten sich die Genfer im Drittel der Russen festzusetzen. In den Startminuten testeten die beiden ersten Linien von Servette den russischen Keeper Ilya Proskuryakov mehrmals, wobei dieser sicher parierte. Die Folge aus dem aufdringlichen Spiel der Genfer war, dass sich die konterstarken Moskauer aus der Bedrängnis lösen konnten und Alexander Frolov die Scheibe vors Genfer Tor brachte. Unglücklich wurde sie vom Romand Garret Stafford zum 1:0 ins eigene Tor abgelenkt. Doch Servette war bemüht noch mehr in der Offensive zu agieren, erhöhte das Tempo und erspielte sich so in der 8. Minute eine Möglichkeit zum Ausgleichstreffer. Kevin Romy spielte Dennis Hollenstein an, der aus bester Abschlussposition das 1:1 vergab. Doch keine weitere Minute war gespielt, so traf der auffälligste Stürmer der Genfer doch noch. Hollenstein versenkte die Scheibe zum 1:1 und realisierte somit den verdienten Ausgleichstreffer. In der Folge war es Moskau, welches beabsichtigte das Spiel an sich zu reissen. Kaum waren sie in Scheibenbesitz, versuchten sie sofort in eine gute Abschlussposition zu gelangen. Dies gelang nur bedingt, da die Servettien ihren Goalie Robert Mayer genügend abschirmten.

CSKA-Stürmer eiskalt

Das zweite Drittel startete ähnlich wie das Erste. Genf versuchte sich im gegnerischen Drittel zu positionieren – Moskau wartete auf Kontermöglichkeiten. Servette war zwar mehr in Scheibenbesitz, konnte sich daraus aber nicht die gewünschten Torchancen erkämpfen. Im Vergleich dazu waren es die Moskauer, die immer mehr in die Defensive gedrückt wurden und zu Fehlpässen in der eigenen Zone neigten. In der 28. Minute war es Goalie Ilya Proskuryakov der einen Befreiungspass spielte und Radulov einen Alleingang zum Genfer-Tor ermöglichte. Innerhalb weniger Minuten war es Radulov, der eiskalt den 2:1-Führungstreffer erzielte und NHL-Star Sergei Fedorov, welcher per Weitschuss zum 3:1 traf. Der Eindruck, Moskau hätte das Spieldiktat übernommen, täuschte jedoch: Im Stile des CSKA Moskaus war es Kaspars Daugavins, der ein Zuspiel von Markus Nordlund zum 2:3-Anschlusstreffer verwertete. Am Ende des zweiten Drittels konnten die Genfer im Boxplay den wohl spielentscheidenden Treffer verhindern.

Chancenplus genutzt

Während die Genfer versuchten offensiv Akzente zu setzen, hielten die Moskauer vehement dagegen. Zu Beginn des Drittels erspielten sich Romy und Hollenstein gleich mehrere Chancen, die zum Ausgleichstreffer hätten führen können. Vermehrt hofften sie nun auf Abpraller von Seiten des russischen Keepers – Abpraller, die in einen Treffer verwandelt werden könnten. So auch in der 43. Minute, als Fritsche von der blauen Linie abzog und Christian Marti die Scheibe übers Tor spedierte. Mittlerweile verfügte das Schweizerteam ein Chancenplus, es fehlte nur der Treffer. Moskau hingegen konzentrierte sich nur noch darauf, die Scheibe zu kontrollieren und liess sie durch die eigenen Reihen zirkulieren. Doch Genf wurde für die Leistungssteigerung belohnt: In der 57. Minute, ausgelöst durch einen Fehler von Sergei Fedorov, erzielte Alexandre Picard den längst fälligen Ausgleichstreffer zum 3:3.

Wenige Sekunden nach Anpfiff der Verlängerung hatte Jonathan Mercier die Entscheidung bereits auf dem Stock. Nach einem Zuspiel von Inti Pestoni, schoss Mercier die Scheibe am Tor vorbei. Eine weitere Möglichkeit bot sich Servette wenig später durch ein Powerplay, in welchem schliesslich der verdiente Siegtreffer für die Genfer fiel. Nach einem optimalen Zuspiel von Pestoni knallte Kaspers Daugavins die Scheibe in die Maschen und sorgte somit für den Sieg für den Servette Genf HC. Genf beeindruckte vor allem durch die Leistungssteigerung und den kämpferischen Auftritt. Verlierer CSKA Moskau wird nun gegen den HC Vitkovice Steel um einen Halbfinalplatz kämpfen müssen.

Genf-Servette HC – CSKA Moskau 4:3 (1:1, 1:2, 1:0, 1:0) n.V.

Vaillant Arena. – 6303 (ausverkauft) Zuschauer. – SR: Kurmann/Reiber, Fluri/Tscherrig. – Tore: 3. Frolov 0:1. 9. Hollenstein (Jaquement, Romy) 1:1. 28. Radulov (Proskuryakov) 1:2. 30. Sergei Fedorov (Egorshev) 1:3. 35. Daugavins (Nordlund, Pestoni) 2:3. 57. Picard (Pestoni, Daugavins) 3:3. 62. (61:53) Daugavins (Pestoni, Hollenstein) 4:3. – Strafen: 4x 2 Minuten gegen Genf; 3x 2 Minuten gegen Moskau.

Genf: Mayer; Stafford, Mercier; Vukovic, Bezina; Nordlund, Kamerzin; Antonietti, Marti; Jaquement, Romy, Hollenstein; Pestoni, Daugavins, Picard; Gerber, Rivera, Petrell; Simek, Fritsche, Berthon.

Moskau: Proskuryakov; Misharin, Rylov; Denisov, Egorshev; Gimaev, Ogurtsov; Grigorenko, Radulov, Prokhorkin; Fillpula, Frolov, Saprykin; Nepryayev, Lyubimov, Fedor Fedorov; Nemirovsky, Sergei Fedorov, Fefelov; Zainullin.

Bemerkungen: Genf ohne Lombardi (überzählig) und Almond (gesperrt). Moskau ohne Zharkov, Zaitsev, Emenger und Morozov (alle überzählig). 55:51 Time-Out CSKA Moskau.

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