Schweiz holt WM-Silber

Von Daniel Monnin

Die Schweizer U18-Nati gewinnt an der Div1-WM in Romanshorn die Silbermedaille. Die Schweizerinnen schlagen im Schlussspiel Österreich mit 9:0. Mit dem zweiten Rang hat das Team mit einigen Abstrichen nahezu das Optimum erreicht.

Gold und damit die Rückkehr unter die besten acht Nationen der Welt war eigentlich das Ziel des jungen Teams. Nüchtern betrachtet entspricht der zweite Rang ziemlich genau den Stärkeverhältnissen der einzelnen Mannschaften. Nach der unnötigen Niederlage gegen Norwegen im zweiten Spiel hätte nur ein Sieg nach 60 Minuten gegen Japan den Weg zum Triumph offenhalten können. „Wir können den 2. Rang realistisch einschätzen“, sagt Headcoach Georgios Mourouzidis.“ Grund zur Euphorie gibt es keinen, Gründe zur Zufriedenheit einige, aber „diese gilt es dosiert und im richtigen Verhältnis zu geniessen“.

In der Tat hat sich das Team mit seinen engagierten Leistungen den Respekt der zahlreichen Zuschauer verdient. Positive Erkenntnisse überwiegen, die negativen sind die altbekannten: Mangelnde Chancenauswertung, physische Defizite und fehlende Kaltblütigkeit.

Die Mannschaft wird sich auf die kommende Saison entscheidend verändern: 10 Spielerinnen – darunter die beiden herausragenden Torhüterinnen Janine Alder und Sandra Heim – werden altersbedingt ausscheiden. Dieser brutale Schnitt gehört zum Alltag einer U-Mannschaft und wie alle Jahre wieder hat auch dieses WM-Turnier einige Versprechen für die Zukunft abgegeben: Allen voran die jüngste im Team, die 14jährige Winterthurerin Alina Müller, eine der besten Spielerinnen des Turniers. Oder die 15jährige Verteidigerin Tanja Hänggi, eine der internen Entdeckungen des Turniers. Oder die beiden ebenfalls erst 15jährigen Stürmerinnen Ophélie Ryser und Janine Müller. Die Schaffhauserin in Diensten des SC Weinfelden Ladies Team schoss nicht nur zwei WM-Tore, sondern überzeugte mit ihrem generösen Einsatz und etablierte sich als sicherer Wert im Schweizer Ensemble.

Die „neue U18“ wird sich bereits im Mai wieder treffen, dannzumal mit neuen Spielerinnen aus dem Kader der U15. „Wir haben fast ein Jahr Zeit, eine neue, hungrige Mannschaft zu formen und das stimmt uns mit Blick in die Zukunft zuversichtlich,“ meint Assistenztrainer Kevin Parada. Die nächste WM wird wegen den Olympischen Spielen im Februar 2014 in Sotschi erst im April 2014 stattfinden. Bis dahin bleibt viel Zeit, die in dieser Saison aufgrund der verkürzten Vorbereitungszeit gefehlt hat. Zeit, um hart an den offensichtlichen Mängeln zu arbeiten und einen weiteren Schritt zur Annäherung an die Spitze und zur Popularisierung des Frauen-Eishockeys in der Schweiz zu machen.

Den Turniersieg und damit den Aufstieg in die Top Division holte sich verdientermassen das japanische Team.

Schweiz U18 – Oesterreich U18 9:0 (2:0, 4:0, 3:0)

Eissportzentrum Oberthurgau – 352 Zuschauer – SR. Zemiakowa (Svk), Berkelmans (Ho), Brusentsewa (Rus)

Tore: Tore: 10. Desboeufs (Eggimann) 1:0. 16. Alina Müller (Eggimann, Ausschlüsse Volgger, Rüegg) 2:0. 30. Desboeufs (Eggimann, Williner, Ausschluss Kainberger) 3:0. 31. Janine Müller (Ryser, Rüegg) 4:0. 32. Rüegg (Abgottspon, Staiger, Ausschluss Volgger) 5:0. 39. Ryser (Staiger, Rüegg, Ausschluss Granitz) 6:0. 42. Desboeufs (Eggimann, Alina Müller) 7:0. 50. Rüegg (Ausschluss Williner) 8:0. 55. Alina Müller (Desboeufs, Eggimann) 9:0.

Strafen: Schweiz 6 x 2 Minuten, Österreich 7 x 2 Minuten plus 10 Minuten (Volgger, Disziplinarstrafe)

Schweiz U18: Alder (51. Brändli); Staiger, Abgottspon; Scheurer, Hänggi; Gubler, Williner; Minder, Huwiler; Rüegg, Ryser, Janine Müller; Eggimann, Desboeufs, Alina Müller; Cipriani, Lehner, Sicault; Schindler.

Bemerkungen: Schweiz ohne Sandra Heim (krank). 20. Länderspiel von Dominique Rüegg, 10. Länderspiel von Alina Müller, Janine Müller und Ophélie Ryser. Romy Eggimann als beste Schweizer Spielerin ausgezeichnet. Karin Williner als beste Schweizer Spielerin des Turniers ausgezeichnet. Alina Müller als beste Stürmerin im All-Star-Team. Schussverhältnis: 45:14.

Aktuelle Spiele

Dienstag, 8. Januar 2013

Schweiz - Österreich

Japan - Norwegen
3:2 (0:1 1:0 2:1)

Frankreich - Slowakei
5:2 (3:0 0:0 2:2)

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