Totgeglaubte leben länger – Davos mit Kraftakt im Final

Von Leroy Ryser

Der HC Davos schafft die Finalqualifikation. Nach einem Kraftakt und mehreren Führungswechsel im Spiel gegen Vitkovice Steel traf Patrick Kane 22 Sekunden vor Schluss zum 5:4. Kane war an diesem Abend der überragende und vielumjubelte Star, mit zwei überaus sehenswerten Toren.

Nachdem sich im ersten Halbfinalspiel das Team durchgesetzt hat, das einen Ruhetag hatte, stand die Partie am Abend zwischen Davos und Vitkovice unter ähnlichen Vorzeichen. Während Vitkovice am Vortag Pause hatte, bestritt Davos ein Spiel gegen Ufa, das immerhin nicht übermässig Kräfte raubte. Der folgende Halbfinal sollte dies jedoch tun, denn bis zum Schluss war die Partie eng und ausgeglichen. Ein Kraftakt sollte letztlich Davos in den Final bringen.

Kane zeigt sein Können

Gestartet hat die Partie sehr ausgeglichen. Die beiden Teams schienen sich gut zu ergänzen, Torchancen waren rar. Vitkovice schien ein bisschen mehr in Scheibenbesitz zu sein, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. So war es etwas überraschend, dass mit Patrick Kane ein Davoser die Führung erzielen konnte. Diese ging aber zu 100 Prozent auf dessen persönliches Konto, der NHL-Star dribbelte sich nämlich durch die gegnerische Abwehr wie durch Butter und tunnelte zum finalen Ende seines Angriffes den gegnerischen Torwart. Das 1:0 war wichtig für den HC Davos, welcher ohne die EVZ-Verstärkungen Damien Brunner und Raphael Diaz antreten musste. Im Falle eines Rückstandes wäre rasch die Frage aufgekommen, ob die Kraft noch reichen würde – Davos beantwortete diese Frage in der Folge mit Bravour.

Eine deutliche Antwort gezeigt

Doch der Reihe nach: Im zweiten Abschnitt behielt Vitkovice die Nase vorne. Die Chancen sowie die Entlastungsangriffe der Davoser waren rar, weshalb sie unter starkem Druck litten. Vitkovice profitierte von der eigenen starken Leistung und konnte mit Klimek in der 28. Minute ausgleichen, nur vier Minuten später entstand sogar die Führung für die Tschechen. Und nun sollte sich ebengenannte Frage dem HC Davos stellen, denn die Bündner waren nach durchzogenen Minuten im zweiten Drittel bereits totgeglaubt. Eine Aufholjagd würde Kraft kosten – Gregory Hofmann, der gegen Ufa pausieren durfte, zeigte dass diese auch vorhanden war. In einem Gewühl reagierte er am schnellsten und drosch die Scheibe zum Ausgleich in die Maschen. Doch damit nicht genug, Bürgler doppelte gleich nach und zeigte die noch vorhandenen Reserven dem Gegner in aller Deutlichkeit auf. In der 37. Minute erzielte er im Flug den vielumjubelten und wichtigen Führungstreffer für den HCD.

Vorsprung erneut widerhergestellt

Auch im letzten Abschnitt schienen die Tschechen offensiv besser. Davos spielte defensive solide und konnte sich vielmals auf den starken Torwart Reto Berra verlassen. Dieser zeigte nicht selten Safes mit dem Prädikat „Unmöglich“ und hielt die Davoser damit im Spiel. Beim 3:3 von Szturic war jedoch auch er machtlos, als die Tschechen über längere Zeit druckvoll spielten musste Berra in der 43. Minute hinter sich glauben. War nun die Puste aus? Nein – auf einmal eröffnete sich ein offener Schlagabtausch mit herausragenden Chancen auf beiden Seiten. So scheiterte beispielsweise Josef Marha im Alleingang gegen Sindelar. In der 47. Minute dann die Durchsage des Stdaionspeakers: „Die Nummer 19 mit dem wohl wichtigsten Tor am Spengler Cup.“ Joe Thornton war gemeint, der nach einem geniereichen Pass durch die Vitkovice-Defensive von Petr Taticek im eins-gegen-eins Sindelar bezwang.

Davos unzerstörbar – Kane trifft erneut

Auch im Schlussabschnitt bedurfte es einer ausserordentlichen Willensleistung der Davoser, welche nicht selten unter Druck gerieten. Nachdem es in Überzahl nicht geklappt hat, dann der Schock im fünf-gegen-fünf! Nach einem angetäuschten Beuebtrickli und einem überraschenden Pass von Ondrej Roman hatte Vladimir Svacina leichtes Spiel und schob zum erneuten Ausgleich ein. Doch sie ahnen es bereits – der HC Davos gab sich keinesfalls geschlagen. Mit der Unterstützung sämtlicher Zuschauerränge im Rücken war es abermals Patrick Kane, der Best-Player des Abends, der den gegnerischen Torwart erwischte. Auf der rechten Seite zog er aus einem spitzen Winkel ab und erzielte das entscheidende 5:4. Dies war dann auch der Schlusspunkt in dieser Partie, das stark umjubelte und gefeierte Tor zur Qualifikation für den Final kam nämlich nur gerade 22 Sekunden vor Schluss. Mit einem verdienten Standing Ovation endete die überaus spektakuläre Partie zwischen Davos und Vitkovice, wie auch schon ein Jahr zuvor gewinnt der HCD dieses Aufeinandertreffen.

Vitkovice-Davos 4:5 (0:1, 2:2, 2:2)

Vaillant Arena. – 6504 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Reiber/Skilliter, Kohler/Müller – Tore: 12. Kane 0:1. 28. Klimek (Burger) 1:1. 32. (31:09) Kudelka (Sloboda) 2:1. 32. (31:45) Hofmann (Sykora, von Arx) 2:2. 37. Bürgler (Marha/Strafe angezeigt) 2:3. 43. Szturic (Walker, Hruska) 3:3. 47. Thornton (Taticek) 3:4. 55. Svacina (Roman) 4:4. 60. (59:38) Kane (Joggi) 4:5. – Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Vitkovice. 2mal 2 Minuten gegen Davos.

Vitkovice: Sindelar; Barinka, Wellinger; Sloboda, Kudelka; Stehlik, Kana; Voracek, Rehak; Huzevka, Klimek, Burger; Svacina, Huna, Roman; Walker, Hruska, Szturic; Sedivy; Kucsera, Kolouch.

Davos: Berra; Forster, Joggi; Back, Grossmann; Alatalo, Ramholt, Schneeberger; Sykora, von Arx Reto, Hofmann; Taticek, Eriksson, Kane; Marha, Thornton, Bürgler; Steinmann, Ryser, Corvi; Scarioni.

Bemerkungen: Vitkovice ohne Malik, Kovar und Bartanus. Davos ohne Diaz, Brunner und Wieser. 40. Lattenschuss Sciaroni.

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