Team Canada im Final

Von Leroy Ryser

Das Team Canada qualifiziert sich mit einer sehenswerten Leistung und einem 5:1-Sieg gegen den HC Fribourg-Gotteron für den Spengler-Cup-Final. Die Kanadier zeigten nach einer eher durchschnittlichen Startphase eine beachtliche Leistung und liessen ab und zu ihr Können aufblitzen. Matt Duchene sorgte im letzten Abschnitt mit drei Punkten für die Entscheidung.

Im ersten Halbfinalspiel am Sonntag standen sich mit dem Team Canada und Fribourg Gotteron zwei Teams gegenüber, die beide ambitioniert in das Turnier gestartet sind. Ein Favorit war mit einem Blick auf das Line-Up der Kanadier aber einfach auszumachen, das komplette Star-Ensemble von Kanadiern war anwesend, um die Final-Qualifikation zu realisieren. Die Partie begann bereits früh mit einer Überzahlsituation für die Kanadier, weil Simon Gamache auf die Strafbank musste. Dort machte sich – und dies nicht zum letzten Mal in diesem Spiel – ein Unverständnis untereinander bemerkbar. Die „Ahornblätter“ hatten Mühe, die Zuspiele genau zu spielen, weil die Wege noch unbekannt schienen. Das Powerplay blieb daher ungenutzt, die besseren Überzahlmöglichkeiten vergaben jedoch die Fribourger. Gleich zwei Mal konnten diese nämlich in doppelter Überzahl spielen. Beim ersten Mal waren es 73 Sekunden, beim zweiten Mal waren es 26 Sekunden und beide Male scheiterte Gotteron bei ihren Bemühungen. Das Überstehen der heiklen Unterzahlsituationen schien den Kanadiern Kraft zu verleihen, entsprechend laut kam Beifall von der kanadischen Fan- und Familienecke. Und bekanntlich kassiert derjenige die Tore, der sie selber nicht erzielt. Ob billige Floskel oder nicht, im darauffolgenden Powerplay erhielt Jason Spezza die Scheibe quer gespielt und schob zum 1:0 Drittelsresultat ein.

Kanada brillierte – selbst in Unterzahl

Im zweiten Abschnitt schienen die Kanadier aufzutauen und zeigten vor allem im fünf-gegen-fünf gute Leistungen. Diese führten zum Ausbau der Führung nach nur zweieinhalb Drittelsminuten. Marc-Antoine Pulliot nutzte eine Unaufmerksamkeit von Torhüter Cory Schneider und dessen Abwehr aus und erhöhte aus spitzem zum 2:0. Bald einmal übernahm Fribourg in diesem durchaus attraktiven Schauspiel eine Nebenrolle. Kanada dominierte und brillierte – selbst in Unterzahl. Als nach einer Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis Matt Duchene sein Können unter Beweis stellte, schauten die Fribourger mehr oder weniger nur zu und mussten das dritte Tor in nummerischer Überzahl zugestehen. Ein Lichtblick offenbarte sich für die Schweizer dennoch: Zumindest gelang der wichtige Anschlusstreffer von Joel Kwiatkowski in Überzahl mit einem Blue-Line-Schuss.

Matt Duchene mit drei Punkten im Schlussabschnitt

Während des ganzen Spiels liess die NHL-Stars ab und zu ihr Können aufblitzen. Stocktechnisch „1A“ dribbelten sie sich immer Mal wieder durch die gegnerische Defensive, liessen dabei das Publikum staunen und applaudieren. Schon dies war der Besuch alleine eigentlich Wert – dass Kanada in der Folge seine Führung mit sehenswerten Toren ausbauen konnte, war sogleich das Supplement. In der 47. Minute war es Coiacovo der mit einem Blue-Line-Schuss nach einem Pass von Duchene für die Vorentscheidung sorgte. Auch fortan waren es die Kanadier, welche das Spiel in der Hand hatten und entsprechend die Partie diktierten. Selbst wenn Fribourg gewollt hätte, zu reagieren, als Julien Sprunger in der 10 Drittelsminute eine gute Chance vergab war die Niederlage bereits in Stein gemeisselt. Mit Matt Duchene reihte sich in der 55. Minute ein Kanadier ein zweites Mal in die Torschützenliste ein. Aus spitzem Winkel erwischte er den zwischenzeitlich eingewechselten Benjamin Conz.

Die Partie endete mit einem entsprechend deutlichen 5:1-Sieg für die Kanadier. Fribourg hatte dem Starensemble nichts entgegenzusetzen. Der eine Tag Pause könnte einen Unterschied gemacht haben, die einzelne Klasse eines jeden Kanadiers machte letztlich aber den entscheidenden Unterschied.

Team Canada – HC Fribourg-Gottéron 5:1 (1:0, 2:1, 2:0)

Vaillant Arena. – 6504 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Piechaczek/Rochette, Fluri/Tscherrig– Tore: 17. Spezza (Colaiacovo, Tavares/Ausschluss Desharnais) 1:0. 23. Pouliot (Ritchie, Dupont) 2:0. 37. (36:05) Duchene (Ausschluss Micfliker!) 3:0. 37. (36:29) Kwiatkowski (Desharnais, Hörnqvist/Ausschluss Micfliker) 3:1. 47. Coiacovo (Duchene) 4:1. 55. Duchene (Williams) 5:1. – Strafen: 8mal 2 plus 1x10 (gegen Ritchie) Minuten gegen Canada. 5mal 2 Minuten gegen Fribourg.

Canada: Dubnyk; Noreau, Colaiacovo; Demers, Walser; Barker, Dupont; Kinrade, Roche; Spezza, Tavares, Gagner; Bergeron, Seguin, Smyth; Holden, Pouliot, Ritchie; Duchene, Micfliker, Williams.

Fribourg: Schneider(ab 52. Conz); Birbaum, Ngoy; Abplanalp, Kwiatkowski; Gervais, Heins; Löffel, Schilt; Gamache, Hörnqvist, Dubé; Mauldin, Talbot, Desharnais; Plüss, Sprunger, Bykov, Vauclair, Knöpfli, Botter.

Bemerkungen: Canada ohne Pelletier, Kurtis und Brett McLean. Fribourg ohne Brugger, Cadieux und Hasani. 42. Pfostenschuss Bergeron.

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