Offener Brief der Präsidenten der NL Clubs

Montag, 26. Oktober 2020, 16:41 - Medienmitteilung

An den Schweizer Bundesrat An die Kantonsregierungen

Offener Brief der Präsidenten der National League Clubs

Sehr geehrte Damen und Herren Bundesräte Sehr geehrte Damen und Herren Regierungsräte Die Präsidenten der National League Clubs haben an einer gemeinsamen Sitzung einstimmig beschlossen, alles daran zu setzen, um die Hockey Saison zu Ende zu spielen. Fussball und Eishockey haben in unserem Land eine immense Bedeutung – sozial, ökonomisch und gesundheitlich. Es ist deshalb zentral, dass auch in Krisenzeiten Sport betrieben wird – für das Kader, für die Junioren, für die Fans, für die Mitarbeiter, für die Partner und für die gesamte Bevölkerung.

Wir dürfen uns nicht durch das Covid-19-Virus das Leben diktieren und verbieten lassen. Wir müssen, wollen und können mit entsprechenden Massnahmen auch während einer Pandemie Hockey vor Zuschauern spielen! - Deshalb haben alle National League Clubs im Hinblick auf die Saison 2020/21 Schutzkonzepte entwickelt, die als vorbildlich taxiert wurden und die ihren Praxistest bestanden haben: Es gab keine Superspreader-Events – weder in noch vor den Stadien, weder vor noch nach den Matches. - Deshalb haben alle National League Clubs akzeptiert, dass sie nicht alle Zuschauer, d.h. nicht alle ihre Kunden bedienen können, sondern nur mit maximal 2/3 ihrer (durch Verzicht auf Stehplätze schon reduzierten) Kapazitäten fahren dürfen. - Deshalb haben alle National League Clubs die Kosten sofort reduziert und erhebliche Lohnreduktionen erwirkt oder stehen kurz vor deren Abschluss – bei den Spitzenlöhnen, bei den Spielern, bei den übrigen Mitarbeitenden. - Deshalb haben Fans und Publikum auf die Teilrückerstattung der Tickets noch verzichtet, viele Sponsoren ihre Engagements noch nicht reduziert und Lieferanten ihre Zahlungsfristen verlängert. - Deshalb nehmen die Aktionäre aller National League Clubs grosse Defizite für 20/21 in Kauf und sind bereit, diese Last zu tragen, solange ihre Existenz nicht gefährdet ist.

Wir wollen und könnten mit diesen Massnahmen und mit unseren Schutzkonzepten auch weiterhin Hockey vor maximal 2/3 unseres normalen Publikums spielen. Denn wir wollen nicht vor einem Virus kapitulieren, weder als Clubs noch als Menschen. Die grossen Anstrengungen, die zur Umsetzung der Schutzkonzepte geleistet worden sind, erweisen sich aufgrund Ihrer (geplanten) Entscheidungen als wertlos. Die finanzielle Basis, auf der wir aufgebaut haben, ist uns entzogen worden. Das ist unfair, weil wir uns darauf ausgerichtet haben und das Parlament seine geplante Liquiditätshilfe darauf ausgerichtet hat. Das ist unverhältnismässig, weil unsere Konzepte funktionieren und das soziale Leben auch mit Corona weitergehen muss.

Das ist den Tausenden von Fans nicht gleichgültig, das ist der Öffentlichkeit nicht gleichgültig und das darf weder dem Bund noch den Kantonen egal sein. Lassen Sie unsere Spieler Hockey spielen! Wenn sie das nicht vor Menschen mit Emotionen tun dürfen, weil Sie dies verboten haben, dann entschädigen Sie uns dafür und sprechen Sie à fonds perdu-Beiträge für die zusätzlich auferlegten Verluste. Stellen Sie sicher, dass das Schweizer Hockey nicht dem Corona-Virus zum Opfer fällt und wir die Saison zu Ende spielen können. Für die Fans, für den Sport, für die Gesundheit unseres Landes.

Die Präsidenten der National League Clubs (in alphabetischer Reihenfolge)

Beat Brechbühl (SC Bern)

Gaudenz F. Domenig (HC Davos)

Walter Frey (ZSC Lions)

Peter Jakob (SCL Tigers)

Filippo Lombardi (HC Ambri-Piotta)

Vicky Mantegazza (HC Lugano)

Konrad Müller (SC Rapperswil-Jona Lakers)

Patrick de Preux (Lausanne HC)

Patrick Stalder und Stéphanie Mérillat (EHC Biel-Bienne)

Laurent Strawson (Genf-Servette HC)

Hans-Peter Strebel (EV Zug)

Hubert Waeber (HC Fribourg-Gotteron)