Pokern Huras und Di Pietro zu hoch?

Donnerstag, 21. Januar 1999, 00:00 - -

Huras und Di Pietro haben auslaufende Verträge, beide pokern, beide wollen mehr Geld Ihr Pech: Boss Emilio Juri ist ein schlauer Handelsmann. Schon sein Urgrossvater war Präsident der Tessiner Viehhändler. Juri weiss: Trainer und Ausländer kommen und gehen, Ambri bleibt bestehen. Huras bekommt definitiv keine Gehaltserhöhung! Er hätte auch keine bekommen, wenn Zug gestern nicht abgesagt hätte. Der Flirt mit Zug war für Huras ohnehin riskant, weitere Pokerspiele dieser Art (SCB) kann er sich kaum mehr leisten: Offen während einer laufenden Saison mit anderen Klubs zu verhandeln, kann das Verhältnis Trainer/Mannschaft ähnlich stören wie ein Seitensprung die Ehe. Auch Di Pietros Agent Roly Thompson spürt, dass die Vertragspokerei schwieriger geworden ist. Er wollte diese Woche den neuen Vertrag machen, hat aber den Termin nun auf unbestimmte Zeit verschoben. Di Pietros Wunschklubs SCB, ZSC, Zug und Ambri sind nicht bereit, ihre Angebote nachzubessern. Thompson wollte 1,2 Mio plus Prämien für vier Jahre. Mehr als 500000 Fr. plus Prämien für zwei Jahre will niemand zahlen. "Thompson ist ein kluger Mann", sagt Juri. "Er weiss, dass er den Bogen nicht überspannen darf." Vor einem Jahr verpokerte sich in Ambri der damalige Topskorer Igor Tschibirew... Die Leventiner sind ohnehin gezwungen, Geld zu sparen. Für die ersten 36 Spiele wurden 40 Punkte budgetiert - jetzt sind's 55. Das kostet! Präsident Emilio Juri: "80 Prozent der Spieler haben leistungsbezogene Verträge mit Punkteprämien! Das müssen wir in Zukunft ändern..." Wegen der Siegesserie muss der Leader über 100000 Franken mehr an Prämien ausschütten als budgetiert!
Quelle: Blick