Der Junge hinter Huet

21.04.16 - Von Fabian Lehner

Matteo Ritz hat sich in der U18-Nationalmannschaft die Position als Nummer 1 im Tor erkämpft. Er kam in drei Spielen zum Einsatz und erhielt damit deutlich mehr Eiszeit als Philip Wüthrich und Leo Chuard, auch wenn seine Statistik bei 13 Gegentoren nicht glänzt. Nun braucht es auch eine starke Torhüterleistung um im Viertelfinale gegen die unbezwungenen Kanadier das Unmögliche möglich zu machen.

Der Nachwuchstorhüter des Lausanne HC, der in zwei Tagen 18 Jahre alt wird, sitzt ganz entspannt im Sessel in der Lobby des Teamhotels. Die Ähnlichkeit mit Carlo Janka sticht ins Gesicht. Ob er auch einmal so eine Karriere hinlegen wird, wird die Zukunft weisen. Das Talent dazu, hat er sicher.

„Mit dem Start können wir sicher zufrieden sein. Wir haben gut gearbeitet“, sagt er auf die ersten beiden Spiele mit dem Sieg gegen Lettland und dem Punkt gegen die Russen. „Das Letten-Spiel war sicher schwierig, deswegen war es sicher gut eine starke Leistung gegen Russland zu zeigen.“

Die USA gefallen ihm nach seinen Tagen in North Dakota gut. In der NCAA für eine Universitätsmannschaft zu spielen könnte er sich gut vorstellen. „Leider darf ich ja nicht in die kanadischen Juniorenligen“, fügt er an. Seit 2014 dürfen europäische Torhüter nicht mehr in den Top-Juniorenligen unter dem Dach der CHL – OHL, QMJHL und WHL – spielen. Mit dieser Massnahme hoffen die Kanadier, ihr grösstes Manko im internationalen Eishockey in den Griff kriegen – die Entwicklung von Weltklasse-Torhütern, eine europäische Spezialität.

Ritz ist nicht der einzige Walliser im Team. Auch das Stürmertalent Nico Hischier spielte einst für den Nachwuchs des EHC Visp. Während es Hischier nach Bern zog, wechselte Ritz als 15-Jähriger nach Lausanne. Ob es am guten Essen im Rhonetal liegt, das es so viele gute Spieler aus dem Wallis hat? „Das Essen ist bei uns sicher sehr gut, aber daran alleine liegt es nicht. Die Antwort weiss ich aber leider nicht“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Der Wechsel zu Lausanne hatte mit der Situation in Visp zu tun. „Wir hatten leider keine Elite-Junioren-Mannschaft in Visp. Deswegen wollte ich weg“, sagt er. Nach einem Jahr bei den Novizen bestritt er seine zweite Saison mit der Elite-A-Mannschaft, die lange Tabellenführer in der höchsten Schweizer Juniorenliga war. Es gefällt ihm in Lausanne sehr.

„Ich will sicher eines Tages in der NLA spielen. Da hilft es sehr, dass ich zweimal die Woche mit der 1. Mannschaft trainiere. Cristobal Huet hilft mir sehr. Er ist am Boden geblieben und hat gar keine Starallüren. Seine Tipps sind extrem hilfreich. Davon profitiere ich enorm“, sagt er über den Franzosen. Einmal, bei einer 5:7-Auswärtsniederlage in Davos, durfte er sogar auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Auch nächste Saison werden Huet, dann 41 Jahre alt, und Pascal Caminada beim LHC das Tor hüten. Ob danach Ritz zum Zug kommen wird, wird sich zeigen. Zuerst steht aber das Viertelfinale gegen Kanada an der U18-WM auf dem Programm. Los geht es um 22:30 Schweizer Zeit. Wir berichten wie immer aus Grand Forks. Folgt uns auch live auf Twitter.

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