Kevin Fiala – Feines Händchen für Tore

1.1.2014 - Von Urs Berger

Er ist erst 17 Jahre Jung. Seine Karriere war von Toren gepfadet. Der Ruf, manchmal ein Egoist zu sein, eilt ihm voraus. Und dennoch ist Kevin Fiala ein begnadeter Scorer, dem es zur grossen nordamerikanischen Liga noch an Grösse und Gewicht fehlt. Der heimischen Liga könnte er aber durchaus an einen gewissen Ivo Rüthemann erinnern, wenn er in den kommenden Jahren seinen Weg weiter geht.

Kevin Fiala? Wer ist das? Wo begann der U20-Internationale seine Karriere? Der gebürtige Uzwiler begann bei dem Club, bei dem schon der eine oder andere Nationalspieler grosse wurde. Man erinnere sich an Sven und Lars Leuenberger, beide nun beim SC Bern. Der eine als Sportchef, der andere als Trainer der ersten Mannschaft. Beide spielten ebenfalls in der U20 und hinterliessen durchaus ihre Spuren. Nun ist Fiala auf dem gleichen Weg. Über den EHC Uzwil, den EHC Rheintal und auch über den EHC Wil führte sein Weg in die Organisation der ZSC Lions. Schon in dieser Zeit fiel der schnelle Schlittschuhläufer mit seinen Rushs nach vorne auf. Diese Fähigkeiten bewogen ihn, zusammen mit seinem Vater Jan Fiala zu überlegen, welchen Schritt er nun machen sollte. Soll er in der Juniorenbewegung der ZSC Lions bleiben oder soll er den nächsten Schritt wagen und ins Ausland fahren. Nur zu welchem Klub und n welches Land? Nordamerika war für ihn wegen seiner Grösse keine Option. So schauten beide sich in Europa um und einigten sich auf Schweden.

Zuerst führte der Weg zu den Malmö Redhawks. Noch heute, wenn man Zuschauer oder die Verantwortlichen anspricht, wird Fiala gerne gelobt. So erzielte er in der ersten Saison in Malmö in 42 Spielen in den verschiedenen Juniorenliegen 38 Punkte. Die Mehrzahl der Spiele bestritt er in der höchsten Juniorenliga Schwedens, der SuperElite. Nach einer Saison wollte der St. Galler das Team wechseln.

„Ich suchte eine neue Herausforderung, bei welcher ich mich weiterentwickeln konnte. Nicht nur spielerisch, sondern auch von der ganzen Umgebung sollte es diesmal besser passen.“ So entschied das Vater-/Sohn-Duo erneut zusammen, den Wechsel zum HV71 Jönköping zu machen. 300 Kilometer weiter nördlich von Malmö spielt Fiala nun erneut eine ausgezeichnete Saison. In 26 Spielen kam Kevin Fiala auf 24 Punkte und wird teamintern sehr geschätzt.

„Er weiss, wie man ein Spiel in einer engen Situation entscheiden kann“, so ein Journalist aus Jönköping. Doch wieso wollte Fiala den Wechsel? „Ich wollte in einer noch professionelleren Umgebung spielen, noch mehr Verantwortung übernehmen und eines Tages auch bei HV71 in der ersten Mannschaft stehen. Ich weiss, dass ich für Nordamerika zu klein und zu wenig Kraft habe. Hier in Schweden kann ich mich aber weiterentwickeln und zu einem besseren Spieler werden.“

Einhergehend mit seiner Entwicklung nahm auch seine internationale Karriere Fahrt auf. In der Saison 2011/12 gab der Uzwiler seinen Einstand auf diesem Niveau. In 16 Spielen traf der flinke Stürmer 20 Mal ins Schwarze. Und wurde so in der U16 zu einer Teamstütze. Ein Jahr später dann der erste Höhepunkt in der noch jungen Karriere des Spielers. Die Teilnahme am European Youth Olympic Festival. Dieses Festival gibt jungen Sportlern die Möglichkeit sich in ihren jeweiligen Sportarten zu messen und zu sehen, welches Team oder welcher Sportler der bessere ist. Hinter Russland und Finnland konnte sich die Schweizer U17-Nationalmannschaft Bronze erkämpfen. Fiala selber vermochte nicht an die hohen Erwartungen anzuknüpfen und blieb in drei Spielen mit drei Punkten unter den Erwartungen.

Wenige Monate später startete Fiala in die U18-Saison. Am U18-Turnier um den Ivan Hlinka Cup war er erneut für drei Tore in vier Spielen verantwortlich. Und die Schatten der Premieren-Saison in Schweden waren zu fühlen.

Ein Jahr später war er in Tschechien am gleichen Turnier wieder eine Teamstütze. Das Toreschiessen indes geriet in den Hintergrund. In vier Spielen traf er zweimal für die Schweiz. Und dennoch war er bei den Scouts aus der NHL ein Gesprächsthema. Gerade die Liga, welche er nach eigenen Worten , keine Chance sieht, zu spielen. Ein Scout, welcher sich nach dem Turnier mit hockeyfans.ch über die Schweizer Spieler unterhielt, meinte nur, dass in der Zukunft sicher noch das eine oder andere in seiner Entwicklung besser werden müsse. Aber er sehe dennoch eine Zukunft für den Uzwiler.

Gerade in der „neuen“ NHL sind kleine wendige Spieler mehr gefragt als reine Kraftpakete, welche nur zum Prügeln auf das Eis gehen würden. Diese Zeiten scheinen definitiv durch.

Wie geht die Karriere von Kevin Fiala weiter? Der St. Galler spricht offen darüber. „Ich habe ein Angebot von HV71, welches mir ermöglichen würde in der ersten Mannschaft zu spielen, aber auch bei den Junioren zu Einsätzen komme. Ich habe jedoch noch nichts unterschreiben. Ich will zuerst meine Entwicklung abwarten und sehen, ob das Team auch auf mich bauen würde und wieviel ich selber davon profitieren würde. Denn der Schritt vom Junioren-Eishockey zum Männer-Eishockey ist doch recht gross.“

Diese Erfahrung hat er schon gemacht. Für ein Spiel konnte er Luft in der grossen Liga schnuppern. In einem Testspiel konnte er ein Tor erzielen und zeigte auch das seine Scorer-Qualitäten. Er selber indes sagt: „Ich will noch in Schweden bleiben und hier reifen. Dann schaue ich weiter. Ein Ziel von mir ist sicher, dass ich eines Tages für die Schweizer A-Nationalmannschaft spielen will. Denn die Schweiz hat ein Team. Und mit diesem Team kann man viel erreichen.“

Der Weg dorthin wird noch lange sein. Aber das Ziel wird Kevin Fiala nicht aus den Augen verlieren. Und in einigen Jahren werden wir vielleicht wieder von ihm lesen. Dann als eine Teamstütze der A-Nationalmannschaft wie dies Ivo Rüthemann lange war. Der Nachfolger ist so gefunden.

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Fiala

Kevin Fiala im Spiel gegen Finnland an der Junioren-WM in Malmö. Foto: Andreas Robanser
 
 

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