Servette: in oder out?

11.09.12 - Von Urs Berger

Wie weit wird Genf-Servette in diesem Jahr kommen? Werden sie in die Play-offs oder in die Play-outs kommen? Die Antwort werden wir in spätestens sieben Monaten wissen. Dennoch wird es keine einfache Saison für die Calvinstädter werden.

Ranglisten-Tipp:

1.  
2. ZSC Lions
3.  
4.  
5. Zug
6.  
7.  
8. Genf-Servette
9.  
10.  
11. SCL Tigers
12. Ambrì-Piotta

Chris McSorley ist Mr. Servette. Er hat die Macht, neue Spieler zu suchen und solche, die er nicht mehr will, abzugeben. Oder er tut dies, wenn er Geld benötigt. So verkaufte er Thomas Déruns vor einem Jahr nach Bern. Nun hat er Daniel Rubin, Flurin Randegger (beide Bern) und Morris Trachsler (ZSC Lions) gehen lassen. Rubin wie auch Trachsler reiften in Genf zu Nationalspieler und waren zuletzt mit der Nationalmannschaft im Einsatz. Für die drei Spieler kommen Dave Sutter (Seattle), Julian Walker (Ambri) und Cody Almond von den Minnesota Wild.

Almond spielte in der NHL über drei Jahre und bestritt 25 Spiele. In dieser Zeitspanne traf er zweimal. Als Spieler soll er den Platz von Daniel Rubin einnehmen. Er hat einen guten Zug zum Tor und ist stark entlang der Banden. Das einzige Problem ist, dass Almond kein guter Schlittschuhläufer ist und auch über keine ausgezeichneten Hände verfügt. Dennoch dürfte der Kanadier mit Schweizer Wurzeln für die Mannschaft eine sehr willkommene Verstärkung sein.

Erneut Verletzungssorgen

Bei den Ausländern herrscht ein Überangebot. Bereits hat McSorley mit Radek Duda, Kevin Hecquefeuille, Rico Fata, Ryan Keller, Tony Salmelainen, Brian Pothier und Alexandre Picard unter Vertrag. Dabei fallen jedoch Salmelainen und auch Pothier sicher länger aus. Beide leiden an einer Hirnerschütterung. Bei Pothier könnte es sogar das Karriereende bedeuten. Alexander Picard wird sicher den Saisonauftakt verpassen. Er leidet an einer Handverletzung, welche er sich in der Vorbereitung zugezogen hatte. Neben den Ausländern werden McSorley die Gebrüder Savary und Eric Walsky fehlen. Wann diese drei wieder eingesetzt werden können, ist ungewiss.

Tobias Stephan gesetzt – Verteidigung zu schwach?

Neben den erneuten Verletzungssorgen hat Chris McSorley ebenfalls Probleme in der Verteidigung. Es scheint bis auf Goran Bezina kein richtiger Spielmacher vorhanden zu sein. Marc Gautschi ist zwar ein offensiver Verteidiger, muss sich aber noch besser in Szene setzen. Dazu kommt, dass mit Dave Sutter ein in der Schweiz unerfahrener Verteidiger kommt. Mit den Seattle Thunderbirds vermochte er keine Stricke zu zerreissen. Auch an der Junioren-Weltmeisterschaft vermochte er nicht ganz zu überzeugen. Keine Sorgen muss sich Chris McSorley im Tor machen. Tobias Stephan ist gesetzt und hungrig zu zeigen, dass er zu einem der besten Torhüter in der Schweiz zählt. Die einzige Frage ist, was macht McSorley, wenn Stephan verletz ist? Federico Tamo ist kein reeller Ersatz für Stephan. Wird der Trainer dann versuchen, auf dem Markt einen Ersatz zu finden?

Sturm dank Romy besser?

Im Sturm lockte Chris McSorley Kevin Romy von Lugano zurück nach Genf. Wird dies der Schlüssel zur Qualifikation für die Play-offs sein, die letzte Saison knapp verpasst wurde? Durchaus möglich, dass diese Luftveränderung Romy gut tun wird. Doch ob dies reichen wird, um in die Runde der letzten Acht zu kommen? Dazu müsste das Zusammenspiel klar besser werden. Generell scheint uns auch der Sturm, dank den Zuzügen von Julian Walker, Kevin Romy, Ryan Keller, Cody Almond und Radek Duda, besser besetzt zu sein als vor Jahresfrist. Vor allem der Zuzug von Walker macht im physischen Spiel von Chris McSorley einen grossen Unterschied. Kann Walker noch mehr an Muskelkraft zulegen und sich noch mehr im Spiel aufopfern, dann kann er in Genf eine seiner besten Saisons zeigen. Trotz all diesen Zuzügen wird es für Servette am Ende der Saison heissen: Sind wir In (den Play-offs) oder Out?

Verwandte Hintergrund Artikel