Nabholz: "Schritt für Schritt besser"
Im Schatten der Stars in den Playoffs bereiten sich zwei Nationalteams für die bald beginnenden Frauen- und U18-Weltmeisterschaften vor. hockeyfans.ch sprach mit der Nationalstürmerin Katrin Nabholz.
Erst kürzlich feierte Nabholz, die mit ihren 25 Jahren bereits zu den Routiniers im Nationalteam gehört, den erneuten Meistertitel mit den ZSC Lions gegen Lugano. Die beiden Clubs stellen die meisten Nationalspielerinnen und zeigen sich aktiv auf dem Spielermarkt. Viele kommen deswegen von auswärts.
Nabholz stammt aus Basel, wo sie bis zum Alter von 16 Jahren mit den Jungs spielte. Danach wechselte sie ins Frauen-Eishockey, zuerst zum SC Reinach, dann nach Zürich, wo sie Veterinärmedizin studiert.
International gehört für sie, wie auch für viele langjährige Teamkolleginnen im Nationalteam, der vierte Rang an der Frauen-WM 2008 in China sowie der fünfte Rang an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver zu ihren grössten Erfolgen. Im Februar kam eine Silbermedaille im europäischen Meistercup der Frauen hinzu.
Wir sprachen nach dem Titelgewinn mit Nabholz.
Gratulation. Die ZSC Lions konnten nach ihrer Premiere im Vorjahr den Meistertitel erfolgreich verteidigen.
Eigentlich haben wir gegen Lugano gar nicht so gut und konsequent gespielt, aber die Tore irgendwie trotzdem gemacht. Wir könnten es besser und haben den Plan nicht so gut eingehalten wie wir könnten, wie wir es am Europacup gemacht haben. Aber es ist gut gelaufen. Wir haben ein sehr lässiges Team und einen guten Zusammenhalt.
Beim Europacup-Finale in Finnland habt ihr mit der Silbermedaille bei der ersten Teilnahme Geschichte geschrieben fürs Schweizer Frauen-Eishockey. Wir war das?
Für uns war das Turnier sehr wichtig und es war cool, dass wir da Silber holen könnten. Wir wussten, dass wir das schaffen können, aber man muss das auch zuerst mal machen. Es war ein super Erlebnis für uns, auch die Finninnen zu schlagen.
Nur gegen Tornado Moskau hat es nicht ganz gereicht. Inwiefern merkte man, dass sie als professionelles Team aufgestellt sind?
Man merkt auf jeden Fall, dass sie mehr trainieren und physisch stärker waren. Ich denke technisch und taktisch sind wir auf dem gleichen Niveau.
Wie würdest du die Frauenhockey-Szene im Allgemeinen beschreiben?
Es ist am Kommen und es wird Jahr für Jahr, Schritt für Schritt besser. Aber es sind kleine Kinder, die jetzt kommen. Es hat zu wenige Spielerinnen und vom Niveau her ist es zu wenig breit. Man könnte auch mehr Artikel in den Medien haben.
Pro Jahrgang kommen nur 15 bis 20 Spielerinnen nach. Die Teilnahme an der Jugend-Olympiade musste daher abgesagt werden. Woran liegt das im Allgemeinen? Nur an der fehlenden Medienpräsenz? An den Clubs? Oder an den Frauen selbst? Wo denkst du, müsste man ansetzen?
Es ist schwierig zu sagen, aber die meisten Leute wissen gar nicht, dass es Frauen-Eishockey überhaupt gibt. Wenn sich die Mädchen überlegen, eine Sportart auszuüben, ist es vielleicht nicht unbedingt Hockey, da sie es gar nicht kennen. Die meisten, die Hockey spielen, hatten einen Bruder oder sonst jemand, der Hockey spielte.
Wie war es denn bei dir?
Ich und meine Brüder kamen durch unsere Mutter zum Eishockey. Sie findet Eishockey eine megacoole Sportart. Wir begangen einfach alle Hockey zu spielen.
Nun geht es zur Frauen-WM in die USA. Was liegt drin für die Schweiz?
Es ist schwierig zu sagen. Unser Hauptziel ist der Ligaerhalt. Wir hatten eine bisschen durchzogene Saison mit Hochs und Tiefs. Am Anfang lief es nicht so gut, aber nach Weihnachten ging es besser und man sah, dass das Team schon Potenzial hat. Vorher waren viele Spielerinnen abwesend. Das Hauptziel ist Ligaerhalt, aber je nach dem liegt auch mehr drin. Ich nehme das Schritt für Schritt. Zuerst müssen wir die Gruppenspiele gut überstehen.
Frauen-WM mit neuem Modus
Die IIHF Frauen-Weltmeisterschaft findet vom 7. bis 14. April in Burlington (Vermont/USA) statt mit einem neuen Format mit zwei neuerdings nach Stärke getrennten Vierergruppen. Der Gastgeber und Titelverteidiger USA, Kanada, Finnland und Russland spielen in der Gruppe A, wobei die zwei besten Teams direkt ins Halbfinale kommen. Schweden, die Schweiz, die Slowakei und der Aufsteiger Deutschland spielen in der Gruppe B. Die zwei besten Teams der Gruppe B spielen eine Halbfinal-Qualifikation (3A-2B, 4A-1B) gegen die zwei hinteren Teams der Gruppe A. Dieser Modus wird auch für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi (Russland) angewendet. Die beiden schwächsten Teams der Gruppe B kämpfen gegen den Abstieg in die Zweitklassigkeit.
