U20-Tipp: Schweiz wird Sechste, USA holt Gold

24.12.11 - Von Urs Berger

Die Schweizer U20-Nationalmannschaft wird in diesem Jahr auf dem sechsten Schlussrang klassiert sein und die USA den Titel holen. Dies, wenn man den Statistiken der letzten Jahre Glauben schenken möchte.

In den letzten beiden Jahren konnten die Schweizer von Nino Niederreiter, Roman Josi, Luca Sbisa und Sven Bärtschi profitieren. Dazu kam ein ausgezeichneter Torhüter (Benjamin Conz) und schwächelnde Gegner (Slowakei, Tschechien teilweise auch Russland). In diesem Jahr wird die Ausgangslage enger werden und die Schweiz muss aufpassen, dass sie an den kommenden Spielen in Calgary und Edmonton nicht auf dem falschen Fuss erwischt wird und auf einmal wieder um den Abstieg zittern muss. Denn trotz der neuen Regelung mit einem Absteiger reicht ein Ausrutscher gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner (Slowakei, Lettland, Dänemark) um in eine Negativspirale zu kommen. Dies gilt es zu verhindern.

Schmaler Grat zwischen Jubeln und Trübsinn

Dass die Schweizer Junioren die Konkurrenz in den letzten Jahren langsam hinter sich lassen konnte, zeigt ein Blick auf die von uns erstellte Weltrangliste der U18- und der U20-Weltmeisterschaften. Dabei haben wir uns das System der Punktevergabe der IIHF des Weltrankings für die A-Nationalmannschaften bedient. Wir haben die letzten fünf Jahre analysiert und so die Rangliste erstellt. Dabei hat die Schweiz die Tschechen und die Slowaken überholt und konnte sich, mit einem kleinen Plus, auf Rang sechs etablieren. Der Rückstand auf Finnland indes ist beträchtlich. Der Grat zwischen Triumph und Trübsinn ist sehr schmal. Auch in diesem Jahr wird den Schweizern keine einfache Aufgabe zu teil. Mit Russland, Schweden, der Slowakei und Lettland spielen die Schweizer um die Teilnahme an den Viertelfinals. Dabei gilt das Augenmerk auf die beiden Partien gegen Ende des Turniers. Beide Länder müssen geschlagen werden, will das Team von Manuele Celio die Viertelfinale erreichen.

Sven Bärtschi und Christoph Bertschy gesetzt

Um erneut unter die besten sechs Teams der Welt vorzustossen, brauchen die Schweizer eine geschlossene Mannschaftsleistung und den Mut des Risikos der Trainer. Wieso nicht Christoph Bertschy und Sven Bärtschi in einer Linie spielen lassen? Denn das Bertschy neben guten und kaltblütigen Spielern aufblüht, wissen nicht erst seit dem Trainerwechsel beim SC Bern die Fans des Hauptstadtklubs. Bärtschi wäre der ideale Spieler für Bertschy. Dazu kommt mit Lino Martschini und Joël Vermin ein weiteres gutes Duo. Generell ist der Sturm, wie er im Moment aufgeboten ist, gut besetzt. Die Frage ist, welcher Spieler über die Klinge springen muss. Im Sturm könnten die die Spieler Reto Amstutz (SC Bern), Daniele Grassi (HC Ambrì-Piotta), Cédric Schneuwly (EV Zug) oder Dario Simion (HC Lugano) sein. Bei den Verteidigern könnte dies zwei aus dem Quartett Eliot Antonietti (HC Genf-Servette), Chrisitan Marti (Kloten Flyers), Kewin Orellana (SC Bern) oder Mike Vermeille (HC Genf-Servette) treffen.

Was, wenn El Nino kommt?

Offen ist nach wie vor die Teilnahme von Nino Niederreiter. Noch immer haben die New York Islanders nicht entscheiden, ob sie ihren Nummer-4-Draft freigeben wollen oder nicht. Offenbar ist man sich bei den Islanders nicht sicher, was man machen soll. Dazu kommen noch politische Winklezüge in Betracht. Die Lohnuntergrenze erreichen die Islanders nur dann, wenn sie Niederreiter während der ganzen Saison in ihrem Kader belassen. Egal ob er spielt oder nicht. Vor der Abreise sagte Manuele Celio zwar, dass man nicht mir Niederreiter rechne, aber man lasse sicher die Option nicht ausser Acht. Auch ohne den talentierten Churer sollte den Schweizern dieses Jahr erneut eine Qualifikation für die Viertelfinals reichen. Und die USA, wenn alles der Theorie entsprechen würde, sollten Weltmeister werden. Ob es aber auch so kommt, wird man am 5. Januar 2012 wissen. Dann ist das Finalspiel.

Unsere Weltrangliste der Juniorennationalmannschaften

Rang Land U18 U20 Pkt
1 USA 2980 2825 5805
2 Schweden 2835 2810 5645
3 Russland 2815 2820 5635
4 Kanada 2700 2930 5630
5 Finnland 2720 2595 5315
6 Schweiz 2530 2585 5115
7 Tschechien 2510 2535 5046
8 Slowakei 2425 2515 4940
9 Deutschland 2465 2340 4805
10 Lettland 2310 2355 4665
11 Norwegen 2340 2250 4590
12 Dänemark 2225 2225 4450