Gautschi: „Wichtig zwei gute Goalies zu haben“

20.1.2022 - Von Roman Badertscher

Wir sprachen mit Servette-GM Marc Gautschi über die Verpflichtung Robert Mayers und Zukunftsplanungen.

Robert Mayer wird nächste Saison wieder das Genfer Dress tragen. Wie lief der Transfer ab? Es ist ja eine spezielle Situation, in der sich Robert Mayer befindet.

Gautschi: „Nach der Ausleihe nach Langnau wurde klar, dass Robert Mayer in Davos keine Zukunft mehr haben wird. Somit musste für ihn eine andere Möglichkeit gefunden werden, um wieder spielen zu können. Mayer spielte immer sehr gerne in Genf.“

Bei Davos kam Robert Mayer diese Saison zu keinen Einsätzen. Bei Langnau auf Leihbasis hingegen schon. Wäre es auch möglich, dass Robert Mayer nach der befristeten Leihgabe von Davos – also im Hinblick auf die Playoffs/Pre-Playoffs – schon früher für Genf spielt?

„Das wäre ein Thema gewesen, doch es war reglementarisch nicht möglich, Robert Mayer früher zu verpflichten. Entweder spielt er die Saison in Langnau oder Davos zu Ende.“

Robert Mayer hat in Genf einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Gab es auch Diskussionen, einen längeren Vertrag zu unterschreiben? Oder hat man nach dem Vierjahresvertrag in Davos bewusst davon abgesehen?

„Eine vierjährige Vertragsdauer, wie Robert Mayer in Davos hatte, kam nie in Betracht. Es kam nie zur Sprache, ob der Vertrag kürzer oder länger sein soll. Robert Mayer wollte nach einem Jahr in Davos und einem knappen in Langnau für zwei Jahre unterschreiben. Die Einigung kam sehr schnell zustande.“

Für Robert Mayer ist es eine Rückkehr zu alter Wirkungsstätte. Wie sehr freut Sie persönlich dieser Transfer?

„Es ist extrem wichtig zwei gute Goalies zu haben. Wir wollten Stéphane Charlin zehn bis zwölf Spiele spielen lassen und den Rest durch Gauthier Descloux abdecken. Dann verletzten sich beide und als Gauthier Descloux bereits ein zweites Mal ausfiel, gerieten wir unter Zugzwang. Für nächste Saison haben wir zwei sehr erfahrene Goalies im Kader.“

Mit Gauthier Descloux und Stéphane Charlin sind bereits zwei Torhüter für die nächsten Jahre im Kader. Wird es ab nächster Saison ein Goalie-Duo oder Goalie-Trio geben?

„Für Stéphane Charlin suchen wir gemeinsam eine gute Lösung. Es wird wohl auf eine einjährige Ausleihe hinauslaufen. Stéphane Charlin wird, wenn wir in die Zukunft schauen, ein Star in der Liga. Wir wollen ihn deshalb nicht fallen lassen und gemeinsam eine gute Lösung finden. Vor der Unterschrift mit Robert Mayer haben wir die Situation bereits mit Stéphane Charlin besprochen.“

Ein Blick in die Zukunft: Wie sieht die Situation in zwei Jahren aus, wenn der Zwei-Jahres-Vertrag von Robert Mayer ausläuft?

„Nach Ablauf des Vertrags wollen wir auf Gauthier Descloux und Stéphane Charlin setzen. Es ist unsere Vision, dass Stéphane Charlin mittelfristig seinen Platz in der ersten Mannschaft haben wird.“

Viele Teams setzen in diesen Zeiten auf die Entwicklung junger Spieler und auch auf junge Goalies. Beispiele sind der EV Zug mit Luca Hollenstein oder der SC Bern mit Philip Wüthrich. Wie und wo wird sich Stéphane Charlin in den nächsten Jahren entwickeln und beweisen können?

„Priorität haben bei der Ausleihe Clubs aus der National League, wo er zu seinen 10 bis 12 Spieleinsätzen kommen wird. Allenfalls auch bei einem Club, wo der Druck nicht so gross ist. Die Swiss League wäre die zweite Variante. Ein junger Goalie muss Spielpraxis bekommen, um sich entwickeln zu können. Das ist unser Ziel, dies für Stéphane Charlin zu ermöglichen.“