Noah Meier: Verteidigertalent aus der ZSC-Schmiede

27.12.2020 - Von Fabian Lehner

Noah Meier ist das heisseste Eisen der Schweiz für den nächsten Draft. Der Zürcher, der seine ersten Kufen für den EHC Urdorf schnürte, wird aktuell als Drittrundendraft gehandelt. Mit einer guten Leistung an dieser Junioren-WM und harter Arbeit könnte er seinen Wert in diesem Jahr noch steigern. Wir sprachen mit ihm vor dem Spiel gegen Finnland.

Der Start in die WM war sicher enttäuschend für Noah Meier und sein Team. «Wir wussten, dass es ein wichtiges Spiel ist und sind dementsprechend enttäuscht», meint er zur knappen-0:1 Niederlage gegen die Slowaken.

Bereits vor dem Turnier sei klar gewesen, dass die Spiele gegen die Slowakei und Deutschland enorm wichtig sein würden. Man hätte zwar wenig zugelassen, aber selber zu wenigen Chancen kreiert. «Wenn man nur einen Treffer zulässt, punktet man eigentlich immer. Da müssen wir uns an der eigenen Nase nehmen und gleichzeitig weniger Strafen nehmen.» Diese Punkte führt er als Hauptgründe für die Niederlage auf.

Mit dem Blick auf den weiteren Turnierverlauf unterstreicht er nochmals die Wichtigkeit des Spiels gegen Deutschland zum Schluss der Gruppenphase. Aber auch gegen die beiden Grossen Finnland und Kanada will man punkten. «Jetzt kommt das Finnland-Spiel und dieses wollen wir auch gewinnen!» Es klingt nicht nur dahergeredet, sondern ernst gemeint. Nicht nur bei ihm, sondern allgemein bei den Junioren der letzten Jahre. Woher dieses neue Selbstbewusstsein komme, hat er eine einfache Erklärung: «Wir haben gesehen, wie die A-Nati zweimal im Finale stand. Wir haben gesehen, wie die U20 vor uns die Schweden oder Russland in einem Viertelfinale bezwang. Wir wissen also, dass es möglich ist», so der 18-Jährige, der zuletzt bei den GCK Lions in der Swiss League in der ersten Linie spielte. Mit dem Erfolg komme also der Glaube an weitere Erfolge.

Die Blase in Edmonton sei in etwa so, wie er es erwartet hatte. Nach den sechs Tagen Quarantäne in der Schweiz, mussten sie nochmals vier Tage in Kanada in die Quarantäne. Diese Zeit sei sehr rasch vorbei gegangen, auch wenn sie in Kanada nicht aufs Eis durften in dieser Zeit. «Wir machten unsere Kraftübungen auf dem Zimmer und hatten einige Zoom-Meetings», erzählt er den Tagesablauf auf dem Zimmer. Es sei ein bisschen Schade gewesen, dass sie alle ein Einzelzimmer hatten, zu zweit sei es immer lustiger, aber es gäbe heute so viele Kontaktmöglichkeiten nach draussen, Internet sei Dank. Aber man sehe sich nun mehr als genug beim Essen und Training.

Speziell an dieser Junioren-WM ist auch das Fehlen von Zuschauern. Noah Meier hat dies nun im Testspiel gegen Österreich und gegen die Slowakei erlebt. Es sei sehr speziell und schade, dass keine Zuschauer im Stadion sein dürfen. «Wenn ich mit älteren Kollegen gesprochen habe, war eine U20-WM, vor allem in Kanada, ein Karriere-Highlight für alle.» Deswegen bedauert er etwas die leeren Ränge. Dennoch sei es nicht minder ein Highlight in seiner noch jungen Karriere, seien Farben vertreten zu dürfen.

An der Junioren-WM dabei zu sein, war auch eines seiner Ziele für die Saison. Auch hat er ganz klar den Draft als Ziel für den Sommer. «Ich versuche mich mit guten Leistungen für mich und das Team so gut wie möglich zu präsentieren. Wozu es beim Draft dann reicht, sehe ich im Sommer.» Das gilt nicht nur für die Zeit bei der Junioren-WM, sondern auch für seinen Stammverein. Er möchte sich mit guten Leistungen bei den GCK Lions möglichst viele Einsätze beim ZSC erspielen. Letztes Jahr hatte es bereits für drei Einsätze in der National League gereicht.

Wir wollten auch wissen, wo er seine Stärken und Schwächen sieht. Positiv streicht er das Spiel mit dem Puck und seine Spielauslösung hervor. «Ohne den Puck muss ich noch besser werden. Insbesondere fehlt mir noch Intensität dabei», stellt er selbstkritisch fest. Das sei keine neue Erkenntnis durch die WM, sondern habe er auch beim Sprung ins Erwachsenenhockey gemerkt, und daran arbeite er seither.

Zum Schluss wollten wir von ihm noch wissen, wie es sei neben Cheftrainer Marco Bayer auch Tommy Albelin und Patrick Fischer an der Bande dabei zu haben. Dabei streicht er vor allem die Erfahrung der Coaches heraus. Zusammen haben sie quasi alles bereits erlebt. «Besonders jetzt nach so einer ärgerlichen Startniederlage wissen sie ganz genau, wie man das einordnen muss und was wir jetzt zu tun haben», sagt er. Er fühlt sich also gut gerüstet für den Rest des Turniers mit diesem Staff. Wir wünschen ihm und dem Team noch viel Erfolg und hoffen auch, dass der von Marco Bayer geäusserte Traum einer Medaille in Erfüllung geht.