Mit DJ André am Spengler Cup

30.12.2019 - Von Casper Thiriet

Wenn am Spengler Cup um halb zwei die Musik beginnt, ist André hinter dem DJ-Pult. Der Spengler-Cup-DJ erzählt, welche Lieder die Clubs auswählen können und worauf er speziell achtet.

Auch schonmal am Spengler Cup «0 7 9 het si gseit» mitgesunden oder mit der Fan-Klatsche im Takt von Billie Ellish’s «Bad Boy» geschlagen? Vermutlich schon, denn es ist oft mitreissende Musik. Verantwortlich für diese Musik ist André, der DJ am Spengler Cup.

Lieber im Hintergrund

Er ist nun schon seit fünf Jahren als DJ mit dabei und hat vor allem Anfangs positives Feedback erhalten. «Man hat am Spengler Cup bei der Musik einen Unterschied festgestellt. Vor allem bei dieser Umstellung kam viel positives Feedback.» Seitdem gehört er zum Inventar am Spengler Cup und sitzt seit jeher beim ‘Inhouse TV’, ganz oben am der Südseite direkt neben dem alteingesessenen Speaker Georges.

«Ich hänge meinen Job hier am Spengler Cup aber nicht an die grosse Glocke, ich bin lieber im Hintergrund», meint der 30-jährige, der vor fünf Jahren – im gleichen Jahr wie sein Debüt am Spengler Cup – die Firma «Amadeus Entertainment» übernommen hat und seitdem die Firma leitet. «Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen. Es bedeutete auch viel Stress und Hobbys habe ich sonst auch praktisch nicht mehr, aber es macht mir sehr viel Spass.» Er habe schon in vielen Berufen gearbeitet, was ihm viel geholfen hat, als er die Firma übernommen hat.

Sein Tag am Spengler Cup beginnt «immer mit einem Kaffee, der gehört einfach dazu. Vor allem weil die Nächte hier oft lang sind», meint er schmunzelnd. «Dann geht es etwa um halb zwei los, wenn die ersten Leute reingelassen werden, dann muss schon ein bisschen was laufen. Wenn die Clubs kommen, dann spiele ich ihre Einspielmusik.» Diese dürfen die Clubs nicht frei wählen, ihnen steht eine Auswahl zur Verfügung, die André vorbereitet. «Die Kommunikation mit den Clubs ist schon da. Zum Beispiel hat dieses Jahr Turku den Tor-Song von Zuhause mitgebracht, ein finnisches Lied. Das fand ich cool und habe es direkt reingenommen.»

Reaktion auf ausländische Fans

Vor allem wenn ausländische Clubs spielen, wie zum Beispiel das Duell vom 29.12., als Ocelari Trinec gegen Salawat Julajew Ufa gespielt hat, dann können auch öfter tschechische oder russische Lieder vorkommen. «Natürlich sind auch viele Schweizer im Stadion anwesend, aber ich möchte auch für die Gästefans ein tolles Erlebnis bieten und Lieder bringen, die auch sie kennen.»

Vorgaben hat der Sportinteressierte wenig, «ich bekomme manchmal von den Verantwortlichen sehr spezifisches Feedback, aber grundsätzlich habe ich freie Wahl. Letztes Jahr wurde mir gesagt, dass ich etwas zu viel House gespielt habe. Das habe ich gewählt, weil es einen konstanten Beat hat, aber für die Familien ist es dann schon ein bisschen zu ‘clubby’.»

Kein Hulapalu bei Ambrì

Vorgaben sind die eine Sache. Aber sind Fans anwesend, dann muss André aufpassen: «Wenn die Fans singen, wie zum Beispiel bei Ambrì, dann spiele ich auf keinen Fall etwas. Ich möchte, dass die Fans mit den Liedern mitgrölen. Wenn diese das sowieso schon tun, dann will ich nichts unterbrechen». Man stelle sich vor, ein DJ würde während der ‘La Montanara’ ‘Hulapalu’ laufen lassen. Das gäbe ein Skandal.

Und deshalb braucht es auch ein gutes Feingefühl. «Die Regie ist Herr der Lage. Auch mit der Band, die im Stadion spielt, die Kommunikation zwischen uns ist immer da. Anfangs mussten wir uns noch etwas abstimmen, aber mittlerweile läuft das reibungslos.» Wegen dem Umbau sitzt nun der DJ in einem schallgeschützten Raum, «man hat uns dafür extra Lautsprecher installiert, damit wir gut hören wie die Lieder ankommen. Ich freue mich immer wenn die Kurve mitsingt, denn wenn man die Kurve hat, macht das ganze Stadion mit.»

Bis zum Ende des Spengler Cups geht es nicht mehr lange. Bis dahin wird er weiter die «klatschfährigen Songs» spielen und auf den Sieg von Team Canada hoffen.