Loeffel: In Lugano um zu gewinnen

21.09.18 - Von Maurizio Urech

Verteidiger Romain Loeffel war diesen Sommer ohne Zweifel einer der begehrtesten auf dem Transfermarkt und es fehlte ihm sicherlich nicht an Offerten. Er ist zusammen mit dem ausländischen Verteidiger Taylor Chorney der wichtigste Transfer des HC Lugano für die neue Saison. Mit dem Transfer ins Tessin betritt Loeffel Neuland, denn zum erstenmal in seiner Karriere spielt er nicht für einen Club in der Romandie. Bisher bestritt er in der NL 472 Spiele für Fribourg-Gottéron und nach dem Tauschgeschäft für Genf-Servette.

Wir wollten von ihm wissen wieso er sich ausgerechnet für Lugano entschieden hat.

«Vor allem die Ambitionen. Ich will endlich in meiner Karriere einen Titel gewinnen, und hier in Lugano habe ich einen Verein gefunden, der grosse Ziele hat. Dies war der Hauptgrund für meinen Entscheid pro Lugano.»

Diesmal konnten Sie Ihren neuen Verein frei auswählen. Beim letzten Mal wurden Sie von Fribourg nach Genf getauscht. War dies ein Schock für Sie?

«Der Wechsel von Fribourg zu Genf kam für mich völlig überraschend, diesmal ist es anders. Als Junger hatte ich mich für Fribourg entschieden. Auf NL-Niveau ist es effektiv das erste Mal, dass ich auswählen konnte und ich freue mich auf die neue Herausforderung.»

Als Lugano den Transfer bekannt gab, sagten alle, dass die Bianconeri mit Loeffel einen der besten Schweizer Verteidiger verpflichtet haben. Eine zusätzliche Belastung?

«Ich bin keiner, der sich gerne in den Vordergrund stellt. Aber ich weiss genau, dass man von mir viel erwartet. Ich kenne meine Qualitäten und werde versuchen diese im Dienst der Mannschaft zu stellen, ohne mir deswegen zusätzlichen Druck aufzulegen. Ich bin es gewohnt Verantwortung zu übernehmen. Seit ich in der NL spiele, bin ich bekannt dafür ein offensiv starker Verteidiger zu sein, doch in den letzten Jahren habe ich mich auf defensiv verbessert.»

Es hat viele überrascht, dass Sie nicht im Kader für die WM in Kopenhagen standen. Haben Sie die Spiele trotzdem verfolgt oder waren Sie zu enttäuscht?

«Natürlich war ich enttäuscht, aber ich habe trotzdem ein paar Spiele verfolgt. Schwierig Patrick Fischer für seinen Entscheid zu kritisieren, das Resultat gibt ihm Recht. Ich hatte letztes Jahr eine gute WM in Paris gespielt und war vorher auch an den Olympischen Spielen, ich war schon überrascht. Aber es bringt nichts zurückzuschauen, jetzt liegt es an mir, Fischer mit meinen Leistungen zu überzeugen, damit ich das nächste Mal wieder im Kader stehe.»

Die letzte Saison in Genf war sehr speziell, ohne McSorley und mit einem Headcoach (Woodcroft), der jeweils in den Nationalmannschaftspausen abwesend war, wenn er mit der Mannschaft hätte arbeiten können. War das eine schwierige Situation für euch Spieler?

«Es war letzte Saison schwierig in Genf mit all den Veränderungen, die es gegeben hat, nicht nur Chris, der nach 15 Jahren nicht mehr da war, sondern auch ein neuer Präsident. Woodcroft versuchte der Mannschaft einen neuen Stil zu verpassen, doch irgendwie hat es nicht geklappt. A uch dass er z.B. während der Olympiapause abwesend war, hat nicht geholfen. Für die ganze Organisation war sicherlich ein Jahr zum Vergessen und welches sicherlich keinen Platz in den Geschichtsbüchern des Klubs finden wird.»

In den letzten Jahr hat sich mit drei Playoff-Serien eine schöne Rivalität zwischen den Grenats und den Bianconeri entwickelt. Wie haben Sie diese auf der anderen Seite erlebt?

«In Lugano zu spielen hat mir immer gefallen. Die Tifosi sorgen immer für eine spezielle Atmosphäre und jetzt freue ich mich darauf regelmässig vor Ihnen spielen zu können. Es gab diese drei Playoff-Serien zwischen den beiden Vereinen, die vor allem durch die langen Reisen geprägt waren und sportlich war es immer reizvoll.»

Haben sie auch persönliche Ziele für die neue Saison?

«Wie schon gesagt, ich stelle mich nicht gern in den Vordergrund, bin eher diskret in der Garderobe. Dass ich ein paar Spieler von Lugano schon kenne, wird sicher meine Integration erleichtern. Ausser dem Traum des Titels ist mein primäres Ziel mich wieder für die Nationalmannschaft aufzudrängen. Aber im Prinzip geht es nicht um eine einzelne Person, sondern um die Ziele die wir als Mannschaft erreichen wollen. Lugano hat zweimal in den letzten Jahren den Final erreicht, unser Ziel ist es den nächsten Schritt zu machen.»

Hier im Tessin haben Sie auch die Möglichkeit eine neue Sprache zu erlernen. Wann können wir das erste Interview auf Italienisch erwarten und wie haben Sie den Sommer verbracht?

«Man sagt ja, dass man als Welscher leichter Italienisch lernen kann. Ich werde einen Sprachkurs besuchen, aber normalerweise ist der erste Schritt das Verstehen der neuen Sprache. Sprechen ist sicherlich der schwierige Teil, doch ich hoffe, dass ich dann nächste Saison Interviews in Italienisch geben kann. Ich habe diesen Sommer geheiratet und bin daher etwas länger in Genf geblieben und habe mich mit meinem persönlichen Trainer auf die neue Saison vorbereitet, bevor ich nach Lugano gekommen bin um den letzten Teil der Vorbereitung hier zu bestreiten.»

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