NHL-Bekenntnis für Olympia

12.02.26 - Martin Merk

Der internationale Eishockeyverband IIHF, die National Hockey League (NHL) und die Spielergewerkschaft NHLPA hielten heute eine gemeinsame Medienkonferenz. Neuigkeiten gab es keine, doch die NHL bekannte sich zu den Olympischen Winterspielen auch für jene in Frankreich 2030. Zudem wird an einer Einigung für den World Cup 2028 gearbeitet.

«Alle hier möchten Eishockey weiterbringen», sagte der IIHF-Präsident Luc Tardif. Eine Einigkeit, die quasi zum Motto der heute spontan einberufenen Medienkonferenz wurde. «Wir haben die besten Spieler der Welt hier seit Sotschi (2014). Wir taten alles um es möglich zu machen.»

Die NHL zog sich auf die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea hin zurück und eine Rückkehr in Peking 2022 wurde wegen den strengen Pandemierestriktionen in China kurzfristig abgesagt. Doch nun ist Bettman mit seinem Tross hier für den sportlich besten Eishockeyevent aller Zeiten.

«Wir machen dies, weil es wichtig ist für die Spieler und für die Liga, weil wir Eishockey weltweit wachsen sehen möchten und die olympische Plattform schätzen. Wir freuen uns auf die nächsten zehn Tage hier», sagte der NHL-Commissioner Gary Bettman.

Er bekannte sich zu den früher bekannt gegebenen Plänen, wonach die NHL alle zwei Jahre internationales Eishockey mitgestalten möchte, abwechselnd mit einem World Cup of Hockey (im Jahr 2028) und den Olympischen Winterspielen. Diese finden das nächste Mal 2030 in Frankreich statt, wobei die Eishockeyturniere in Nizza vorgesehen sind. «Wir freuen uns auf den World Cup in zwei Jahren und auf Frankreich in vier Jahren. Der Appetit für internationales Hockey ist da», sagte er.

Allerdings stiess er bei der IIHF und den europäischen Ligen und Verbänden auf wenig Gegenliebe, wenn auch für den World Cup eine Pause im Februar eingelegt werden soll, wie es die Liga plante. Auch die Konkurrenz zur WM wird wenig geschätzt, zumal auch Spiele in Europa stattfinden soll. Seit den Ankündigungen gab es aber Gespräche.

«Wir haben eine Rahmenvereinbarung erzielt», kündigte der IIHF-Präsident Tardif an, ohne zum aktuellen Zeitpunkt Details verraten zu wollen. «Wir möchten nach den Olympischen Spielen gemeinsam daran arbeiten. Wir können sowohl eine erfolgreiche Weltmeisterschaft wie auch einen erfolgreichen World Cup haben.»

«Hockey ist in einer besseren Situation, wenn diese drei Organisationen zusammenarbeiten um das Spiel weiterzubringen», fügte Bettman an.

Ein weiteres Thema bei jeder solche Medienkonferenz war der bestehende Ausschluss von Russland. Die IIHF hatte kürzlich angekündigt das Gespräch für eine Rückkehr an den U18-Weltmeisterschaften der Frauen und Männer mit Russland zu suchen, jedoch frühestens für die Saison 2027/28.

«Wir hätten Weissrussland und Russland gerne so schnell wie möglich zurück, denn es würde bedeuten, dass die Situation in der Welt besser wäre», sagte Tardif. «Wir haben vom IOK die Empfehlung die U18-WM für Russland und Weissrussland zu öffnen. Wir arbeiten da an einem ersten Schritt. Die Frage der Sicherheit ist aber immer da. Es hilft nicht, sie zu früh zurückzubringen. Wir alle schauen die Nachrichten und hoffen, dass die Situation sich bessert.»

Die Realität sieht aber leider anders aus. Seit von Russland und Weissrussland aus 2022 die Invasion in die Ukraine gestartete wurde, haben die Kriegshandlungen nicht aufgehört. Tote und Verletzte gehören leider nach wie vor zur Tagesordnung.

Die NHL hätte Russland aus kommerziellen Gründen lieber zurück, musste aber selbst zurückkrebsen bei ihrem World Cup, den sie ohne Russland als «4 Nations Face-Off» durchführte auf Druck der europäischen Nationen. «Wir folgen, was die internationale Gemeinschaft tut», erklärte Bettman die Linie der Liga zu dieser Thematik.

Foto: Andreas Robanser

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