SC Bern gewinnt die Meisterschaftshauptprobe nach Bieler Kaltstart

EHC Biel

SC Bern
Spielbericht
Schon nach 20 Minuten lagen die Seeländer mit 1:4-Toren gegen die Bundesstädter im Rückstand. Das Aufbäumen brachte dem EHC Biel immerhin den provisorischen 4:4-Ausgleich zu Beginn des Schlussabschnitts. Allerdings profitierten die Bundesstädter von weiteren Defensivfehler der Bieler und holten sich zuletzt einen 7:4-Auswärtserfolg im beidseitig letzten Testspiel vor dem Meisterschaftsstart am kommenden Dienstag, 15. September 2026.
Mit den ersten 20 Minuten der Bieler dürfte EHCB-Chefcoach Christian Dubé gar nicht zufrieden gewesen sein. Schliesslich musste sein Goalie Harri Säteri gleich viermal hinter sich greifen, nachdem sich die Gäste als eiskalte Vollstrecker vor seinem Kasten präsentierten. Als erfolgreiche Torschützen liessen sich der Reihe nach Miro Aaltonen (2.), Rodrigo Abols (14.), Marco Lehmann (19.) sowie der besonders gut gelaunte NHL-erfahrene Sonny Milano (20.) feiern. Für den einzigen Bieler Höhepunkt in der Startphase zeigte sich das 17-jährige Jahrzehntalent Jonah Neuenschwander (15.) verantwortlich, indem er mit einem technisch brillanten Lupfer am Torraumstrich das provisorische 1:2 aus Sicht der Einheimischen realisierte.
Dubés Gardinenpredigt während der ersten Teepause sorgte für den Weckruf seiner Schützlinge
In der Tat fanden die Bieler danach besser ins Spiel und zeigten sich weniger fehleranfällig als noch im Startdrittel. So verkürzten sie den Rückstand nach 40 Minuten auf 3:4-Tore aus ihrer Sicht. Zuerst traf Toni Rajala ins Schwarze, bevor Biels NHL-Saurier und Neuerwerbung Jeff Skinner seine erste Mouche im Bieler Dress bewerkstelligte. Standesgemäss wurde er danach von seinen Kumpanen abgefeiert.
Zuerst der Bieler Ausgleich - danach die Berner Siegessicherung
Die Seeländer Moral wurde bereits zu Beginn des dritten Abschnitts belohnt. Dabei verwertete Mark Sever (42.) das Zuspiel von Marcus Sylvegaard zum zwischenzeitlichen 4:4-Remis. Danach zeigte aber Milano (52.), dass er nicht nur ein kaltblütiger Penaltyschütze ist, sondern ebenso im Powerplay eine Bank für seine Farben sein kann. Gekonnt schloss er nämlich die Vorarbeit von Mats Alge sowie Aaltonen zum 5:4-Treffer zugunsten der Gäste ab. Nachdem die Truppe aus der Tissot Arena Schlussmann Säteri durch einen sechsten Feldspieler ersetzte, leistete sich Biels neuer Abwehrchef Victor Söderström einen vermeidbaren Puckverlust vor dem eigenen Kasten, der vom Berner Neuzugang Dario Rohrbach zum 6:4-Treffer ausgenutzt wurde. Ein weiterer «Empty Netter» von Marc Marchon bedeutete gleichzeitig das Schlussresultat von 7:4 zugunsten der Bundesstädter.
Fazit
Offensichtlich, dass die Partie in Sachen Rivalität, Intensität und Schnelligkeit im erhöhten Trainingsmodus abgespult wurde. Trotzdem bekamen die 2455 Zuschauer in der Tissot Arena einen unterhaltsamen Eishockeyabend serviert. Auffällig, dass die Bieler einige Defizite in der Defensive umgehend ausmerzen müssen. Ansonsten wird der Meisterschaftsstart am kommenden Dienstag gegen Schweizer Meister HC Fribourg-Gottéron extrem schwierig. Trotzdem haben die Seeländer in Sachen Spielerpotenzial mit Sicherheit einen Zacken zugelegt und können den Fokus in Richtung Playoffs ausrichten.
Seitens der Berner konnte Neo-Trainer Serge Aubin seine Handschrift bereits flott einfliessen lassen. Die Berner scheinen auf dem richtigen Weg zu sein, um sich wieder in weit höheren National-League-Gewässern zu bewegen, damit sie sogar den direkten Weg in die Playoffs schaffen.
