Nach überstandenem Härtetest: Schweiz ist Gruppensieger

Von Pascal Zingg
Schweiz
4
2 - 0 - 2
Finnland
2
0 - 2 - 0
26.05.2026
A-Nationalmannschaft
2:0‧0:2‧2:0
Spielbericht

Die Schweizer Nationalmannschaft schlägt Finnland im abschliessenden Gruppenspiel mit 4:2. Die Schweizer hatten nach gutem Start einige Widrigkeiten zu überstehen, meisterten diese aber mit Bravour. Damit kommt es im Viertelfinal zum Duell mit Angstgegner Schweden.

Die Schweizer kamen einmal mehr mit sehr viel Power aus der Garderobe. So konnte Attilio Biasca bereits nach 40 Sekunden einen Schuss von Dominik Egli zum 1:0 ablenken. 199 Sekunden später war es Ken Jäger, der eine Unsicherheit in der finnischen Verteidigung ausnutzen konnte.

Finnland wurde in den Startminuten derart überfahren, dass man sich fragen musst, ob das Team von Antti Pennanen tatsächlich Willens war den Gruppensieg zu holen. Ganz offensichtlich brauchten die Nordländer aber einfach ein bisschen länger, bis sie in Fahrt kamen. Spätestens ab der fünften Minute konnte der Mitfavorit ebenfalls einen Gang höher schalten, weshalb sich in der Folge ein ausgeglichenes Spiel entwickelte.

Auf Seiten der Schweizer musste man spätestens ab dem zweiten Drittel bemerken, dass die Leichtigkeit im Abschluss fehlte. So lenkte Nico Hischier die Scheibe nach 32 Minuten nur sehr knapp am leeren Tor vorbei. Wurden die Schweizer nachlässiger, zeigten sich die Finnen nun eiskalt. Das Resultat waren zwei Tore von Alexander Barkov innert nur 150 Sekunden.

Die Schweizer Nationalmannschaft musste damit erstmals an diesem Turnier Widrigkeiten überwinden. Einerseits verloren die Eisgenossen das erste Drittel am Turnier, andererseits führte der Ausgleich zu einem massiven Momentumchange für den Gegner. «Wir kamen etwas von unserem Spiel ab und konnten nur zwei Schüsse aufs Tor bringen», konkretisierteRoman Josi diese Schwierigkeiten. Das Positive aus Schweizer Sicht war jedoch, dass man an diesem Druck nicht zerbrach. So konnten sich die Schweizer trotz finnischer Überlegenheit in die zweite Pause retten.

Im letzten Drittel zeigte sich die Schweiz einmal mehr von der kaltblütigen Seite, so konnte man die Einladung von Mikko Lehtonen in der 57. Minute zum Siegtreffer nutzen. Da der ZSC-Verteidiger die Scheibe übers Plexiglas schlug, spielte die Schweiz in dieser Phase im Powerplay. Im Stile eines Champions packten die Eisgenossen ihre beste Kombination aus. Ken Jäger traf sehenswert nach schöner Vorarbeit von Timo Meier. Mit der Ruhe eines Spitzenteams spielten die Schweizer auch die letzten Minuten herunter. Der überragenden Jäger (2 Tore, 1 Assist) erkämpfte sich die Scheibe und bediente Nico Hischier, der diesmal keine Mühe hatte das leere Tor zu treffen.

Mit dem Sieg bewiesen die Schweizer einmal mehr, wie stark sie an dieser WM sind. Erstmals überhaupt überstanden sie die Vorrunde ohne Verlustpunkte. Kommt dazu, dass sie mit 39 Toren so viele Treffer erzielten wie noch nie. Trotzdem wollte Jan Cadieux nicht von einer perfekten Vorrunde sprechen. «Perfektion gibt es an einem solchen Turnier nicht. Wichtig ist, dass wir mit jedem Spiel gewachsen sind», erklärte der Trainer. Dabei gefiel ihm vor allem, wie sein Team den Anfang und das Ende des Spiels gestaltete. «Nach einem sehr guten Beginn, hatten wir im Mitteldrittel zehn schwierige Minuten, es zeigt jedoch Charakter, dass wir zurückgekommen sind und das Spiel doch noch gewonnen haben», lobte Cadieux.

Dank viel Selbstvertrauen scheint nun selbst der Angstgegner aus Schweden eine machbare Aufgabe fürs Viertelfinale. «Was passiert ist können wir nicht mehr ändern. Wir konzentrieren uns auf diesen Moment und versuchen im Viertelfinale uns treu zu bleiben», erklärte Cadieux. Der Nationaltrainer lenkte den Fokus richtiger Weise aufs eigene Spiel. Schliesslich konnten die Eisgenossen mit diesem Spiel bisher in jeder Partie überzeugen. Schweden schien bei seinen Partien nicht immer derart sattelfest, wie die Eisgenossen. Dies ist auch der Grund, warum die Tre Kronor bis zuletzt um den Einzug ins Viertelfinale zittern mussten.

Telegramm:

Schweiz – Finnland 4:2 (2:0, 0:2, 2:0)

Swiss Life Arena, Zürich: 10'000 Zuschauer. – Schiedsrichter Bloyer (USA), Schrader (GER), Gustafson (USA), Rey (USA). – Tore: 0:40 Biasca (Egli) 1:0; 3:59 Jäger (Berni, Moser) 2:0; 32:48 Barkov (Jokiharju, Heinola) 2:1; 45:18 Barkov (Helenius, Jokiharju) 2:2; Jäger (Meier, Rochette; Ausschluss: Lehtonen) 3:2; 59:05 Hischier (Jäger) 4:2. – Strafen: 4 x 2 Minuten gegen die Schweiz; 7 x 2 Minuten gegen Finnland.

Schweiz: Berra (Genoni); Egli, Josi; Kukan, Marti; Berni, Moser; Jung; Hischier, Meier, Biasca; Niederreiter, Baechler, Bertschy; Malgin, Thürkauf, Andrighetto; Knak, Riat, Jäger; Rochette.

Finnland: Annunen (Korpisalo); Jokiharju, Heinola; Lehtonen, Saarijärvi; Määtä, Matinpalo; Vaakanainen; Barkov, Granlund, Helenius; Lundell, Puistola, Hämeenaho; Puljujärvi, Räty, Manninen; Merelä, Björninen, Mäenalanen; Kuokkanen.

Bemerkungen: Finnland ab 58:01 bis 59:05 ohne Torhüter; 58:46 Timeout Finnland.

Resultat:

4:2