Schweizer haben auch gegen Österreich Spass

Von Rolf Schwarz
Österreich
0
0 - 0 - 0
Schweiz
9
4 - 3 - 2
20.05.2026
A-Nationalmannschaft
0:4‧0:3‧0:2
Spielbericht

Im Spitzenkampf der Gruppe A knüpft die Schweizer Nati an den Erfolg gegen Deutschland an und kanzelt auch die bislang ungeschlagenen Österreicher gleich mit 0:9 herunter. Zumindest für 24 Stunden grüsst die Schweiz allein von der Tabellenspitze.

Nicht im Schweizer Line-up heute ist Pius Suter. Er ist angeschlagen. Auf Seiten der Österreicher gibt’s ebenfalls prominente Abwesende: Zwerger hat sich im gestrigen Spiel durch einen Check weh getan und womöglich eine Hirnerschütterung eingefangen. Im Fall vom zweiten abwesenden österreichischen Star, Vincenz Rohrer, will Coach Roger Bader möglicherweise vermeiden, dass sich der ZSC-Jungspund gegen die Schweiz vor lauter Übermotivation «zerreisst».

Suter wird im 3. Block ersetzt durch Rochette, welcher nun an der Seite von Malgin und Andrighetto stürmt. Den durch Rochettes Wechsel frei gewordenen Platz im ersten Sturm erbt Biasca neben Hischier und Meier. Als 13. Stürmer wird neu Bächler geführt, der heute zum Team gestossen ist.

Theo Rochette erweist sich gleich nach gut 5 Minuten als sehr valabler Ersatz für Suter. Andrighetto gewinnt den Zweikampf in der eigenen Zone, löst den Angriff aus mit einem Pass zu Malgin. Rochette stürmt mit und verwertet das Zuspiel von Denis Malgin mit einem direkt gezogenen Handgelenkschuss ins obere rechte Eck. Meier erhöht auf 0:2 im Doppelpass mit Egli und brilliert dabei, indem er ohne Zögern direkt abzieht und trifft. Beim dritten Treffer durch Hischier aus nächster Nähe trifft Torhüter Kickert keine Schuld, als jedoch Riat vor ihm steht und einschiesst, wäre für den Goalie mehr drin gelegen. Die Schweiz ist wieder auf dem besten Weg, sich erneut in einen Rausch zu spielen.

Viel Scheibenbesitz für die Schweizer in den ersten Minuten des Mitteldrittels, aber Abschlüsse sind eher Mangelware. Aber zur Mitte des zweiten Drittels zieht Meier ab, Niederreiter lenkt dessen Schuss noch ein wenig ab. Dadurch kann Vorauer die Scheibe nicht kontrollieren und Hischier verwertet den Abpraller zum 0:5. Nur 21 Sekunden später erhöhen die Schweizer auf 0:6, als Thürkauf allein ins Drittel hineinfährt und den Puck ins Tor schmettert. Zeit, für Goalie Kickert, um den Kasten zur Halbzeit zu räumen und seinem Ersatz Vorauer Platz zu machen. Doch auch dieser wird gleich wieder kalt geduscht: Zwar ist er mit der Fanghand noch an Rochettes Schuss dran, aber greift im Prinzip daneben und so springt der Puck von seiner Fanghand ins Tor. Der Pass kommt von Andrighetto. Bei nur je 6 effektiven Schüssen aufs gegnerische Tor im zweiten Drittel, weist die Schweiz mit einer 50% Erfolgsquote eine bemerkenswerte Effizienz auf.

In der 50. Minute legt Riat noch einen drauf. Er wird im Powerplay bedient von Rochettes Pass, abgegeben von hinter dem Tor. Und kurz nach Ablauf einer weiteren Strafe gegen Österreich nimmt Bertschy Mass und trifft aus kurzer Distanz über der Schulter des Goalies ins Lattenkreuz zum 0:9 Schlussstand.

«Sie haben die richtige Mentalität, die es braucht, um Weltmeister zu werden und ich könnte mir gut vorstellen, dass es dieses Jahr reicht», lobt der schweizerische Österreich-Coach Roger Bader die CH-Nati. «Wir waren noch müde mit dem 4. Spiel in 5 Tagen, das sich meine Spieler nicht gewohnt sind.» Er habe auch Spieler geschont, weil sie das grosse Bild sehen und noch einen Sieg anstreben.

Es sei wahrhaftig speziell, zwei Tore zu schiessen, umso mehr hier zuhause vor heimischem Publikum, resümiert Theo Rochette im Interview. Angesprochen auf seinen Wechsel in eine andere Linie, sagt er, dass es für ihn wie ein Neuanfang war, er aber diese Aufgabe genommen habe, wie sie ihm gegeben wurde.

«Wir haben nicht probiert, herzig zu spielen». Sie hätten heute Charakter gezeigt und sie hätten einen Game-Plan gehabt. Von der ersten Minute an hätte jede Linie das genau durchgeführt und dann werde es schwierig, gegen sie zu spielen. Darauf könnten sie stolz sein, gibt ein zufriedener Nico Hischier zu Protokoll.

“Cool, sehr cool. Ich hätte es nicht gewusst!» lautet das Statement von Goalie Genoni auf die Gratulation an ihn, dass er jetzt mit dem 13. WM-Shutout der alleinige Leader in dieser Kategorie ist.

Telegramm

Österreich - Schweiz 0:9 (0:4, 0:3; 0:2)

Swiss Life Arena, Zürich – 10’000 Zuschauer (ausverkauft) – SR: Holm (SWE) / Wannerstedt (NOR), Birkhoff (CAN) / Ondracek (CZE).

Tore: 05:11 Rochette (Malgin, Andrighetto) 0:1; 09:20 Meier (Egli) 0:2; 11:28 Hischier (Meier, Biasca) 0:3; 13:21 Riat (Andrighetto, Kukan; Ausschluss Hackl) 0:4; 29:42 Hischier (Niederreiter, Meier; Ausschluss Stapelfeldt) 0:5; 30:03 Thürkauf (Moser) 0:6; 32:19 Rochette (Andrighetto, Marti) 0:7; 50:29 Riat (Rochette, Malgin; Ausschluss Schneider) 0:8; 56:02 Bertschy (Thürkauf, Jung) 0:9.

Strafen: 4 x 2 Minuten gegen Österreich, 1 x 2 Minuten gegen die Schweiz.

Schussverhältnis: 20:29 (10:14, 6:6, 4:9)

Österreich: Kickert (ab 30:03 Vorauer); Wolf (A), Unterweger (A); Nickl, Biber; Maier, Hackl; Schnetzer, Stapelfeldt; Schneider (C), Nissner, Kolarik; Harnisch, Thaler, Huber P.; Schwinger, Huber M., Rebernig; Harnisch, Neubauer, Wallner, Scherzer.

Schweiz: Genoni (Berra); Egli, Josi (C); Kukan, Marti; Moser (A), Berni; Jung; Meier, Hischier, Biasca; Niederreiter (A), Thürkauf, Bertschy; Rochette, Malgin, Andrighetto; Riat, Jäger, Knak; Bächler.

Bemerkungen: Österreich ohne Zwerger (angeschlagen) sowie Tolvanen und Rohrer (beide überzählig); Schweiz ohne Suter (angeschlagen) und Aeschlimann (überzählig); Best Player Österreich: Wolf; Best Player Schweiz: Hischier.

Resultat:

0:9