Bravo Schwiiz! Nati schlägt Lettland mit 4:2
Schweiz
Lettland
Spielbericht
Die Schweizer Nati erspielt sich in einer packenden Partie gegen Lettland einen 4:2 Sieg und ist damit auch im zweiten Spiel ungeschlagen.
Nach nur 55 Sekunden muss die Schweiz bereits eine erste, hart gepfiffene Strafe entgegennehmen und in Unterzahl spielen. Die Strafe überstehen die Schweizer, aber der Druck des Gegners bleibt sehr hoch. Das Spiel ist von Beginn weg sehr schnell und die scheibenführenden Spieler haben keine Zeit zu überlegen, werden sofort attackiert. In den ersten 10 Minuten gibt’s beidseits nur sehr wenige Abschlüsse aufs gegnerische Tor. Die Teams sind sich ebenbürtig. Allmählich erringen die Schweizer etwas mehr optische Überlegenheit, das Spiel findet nun öfter in der Hälfte der Letten statt. In der 17. Minute kann auch die Schweiz erstmals in Überzahl agieren. Mehr als ein Lattenschuss von Niederreiter (kurz nach Ablauf der lettischen Strafe schaut aber für Jan Cadieux’ Team nicht heraus.
Die Schweiz ist dem Führungstreffer bei einem erneuten Überzahlspiel sehr nahe. Das Powerplay ist gut, es fehlt mehrmals nur sehr wenig zum Torerfolg. Auch danach drückt die Schweiz jetzt massiv, setzt sich immer wieder für längere Zeit im gegnerischen Drittel fest und spielt bei 5 gegen 5 die lettische Abwehr schwindlig. Der Treffer lässt aber auf sich warten. Zur Spielhälfte ist es dann endlich so weit: Timo Meier netzt bei einem Breakaway das Zuspiel von Hischier ein. Der raumöffnende Pass auf Hischier in die Tiefe kommt von Rochette. Aber auch die Letten wissen, wie Transition geht und überwinden die neutrale Zone in der 32. Minute mit Leichtigkeit. Von Vilmanis kommt der Pass auf Smirnovs. Der Klotener Stürmer spielt weiter zu Balcers, dem Söldner in den Diensten des ZSC und dieser versorgt den Puck im Netzhimmel zum 1:1 Ausgleich. Mit dem ersten Überzahltreffer der Partie gehen die Schweizer wieder in Front. Malgin passt zu Andrighetto. Der wartet mit dem Abschluss und bedient mit einem feinen Pässchen Riat, welcher einschiesst.
Kaum wieder angespielt im Schlussabschnitt kommt’s noch besser für die Schweiz. Kukan fasst sich ein Herz und hämmert den Bandenabpraller von Christian Martis Schuss ins hohe rechte Eck zum 3:1. In der Folge wird die Partie nicht mehr so intensiv geführt, wie noch in den beiden Dritteln zuvor. Mit der Zweitore-Führung im Rücken ist’s etwas komfortabler. Die Schweizer müssen nicht mehr, sie dürfen. Und das tun sie ein weiteres Mal 7 Minuten vor Schluss mit dem vierten Tor durch Riat auf Zuspiel von Knak. Noch einmal sieht’s aus, als käme Lettland heran. Der vermeintliche Treffer in Überzahl wird aber nach einer Coach’s Challenge wegen Offsides aberkannt. Es bleibt beim 4:1. Zu spielen sind noch gut 5 Minuten. 14 Sekunden vor Ende der Partie kann Lettland in Überzahl noch einmal treffen und auf 4:2 verkürzen. Am verdienten Schweizer Sieg ändert das aber nichts mehr. Mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel ist die Schweiz auf Kurs und hat auch heute überzeugt mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und viel Kampfeswille und spielerischer Stärke.
Stimmen zum Spiel
Captain Roman Josi sagt: «Ja, es war ein schwieriges Spiel. Es war am Anfang sehr ausgeglichen. Die Letten waren vielleicht sogar etwas besser. Dann sind wir aber immer besser ins Spiel gekommen. Wir hatten in Ihrer Zone recht viel Zeit im zweiten Drittel und wussten, irgendwann werden die Tore fallen.»
Kukan lobt die Schweizer Fans im Stadion und hebt die riesige Stimmung hervor. Sie gebe dem Team einen Riesenpush und sei wichtig für den weiteren Verlauf des Turniers. Zum Spiel sagt er, dass die Schweiz dann im Mittelabschnitt dominiert habe, aber zu oft und zu viel über aussen herum gespielt hätten. Der Zug aufs Tor hätte da zwischenzeitlich etwas gefehlt, aber sie seien schlussendlich das bessere Team gewesen und hätten verdient gewonnen.
Timo Meier stellt fest, dass sie jetzt zwei harte Spiele gehabt hatten, aber belohnt wurden für den Einsatz und positiv geblieben seien und weitergemacht hätten, auch wenn’s nicht sofort klappen wollte heute. Sie hätten gewusst, dass sie einfach dranbleiben müssen und auf der defensiven Seite nicht zu viel riskieren dürfen. Er strotzt vor Selbstvertrauen und sagt: «Wir glauben aneinander und glauben an unsere offensiven Qualitäten. Wir glauben daran, dass wir die Knipser haben, die im richtigen Moment dann zuschlagen können. Wir bleiben ruhig als Mannschaft, wir sind positiv. Auch wenn wir mal eine Chance verpassen, es ist immer der nächste Einsatz, der zählt. Und wenn wir so mit dieser Mentalität spielen, sind wir ein sehr sehr gutes Team»
Telegramm
Schweiz - Lettland 4:2 (0:0, 2:1; 2:1)
Swiss Life Arena, Zürich – 10’000 Zuschauer (ausverkauft) – SR: Gour (CAN) / Hronsky (SVK), Durmis (SVK) / Ondracek (CZE).
Tore: 30:10 Meier (Hischier, Rochette) 1:0; 31:45 Balcers (Smirnovs, Vilmanis) 1:1; 37:18 Riat (Andrighetto, Malgin; Ausschluss Freibergs) 2:1; 40:59 Kukan (Marti, Meier) 3:1; 52:13 Riat (Knak) 4:1; 59:46 Balcers (Vilmanis, Smirnovs; Ausschluss Kukan) 4:2.
Strafen: 4 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 3 x 2 Minuten gegen Lettland.
Schussverhältnis: 43:23 (12:5, 22:6, 9:12)
Schweiz: Aeschlimann (Genoni); Egli, Josi; Kukan, Marti; Moser, Berni; Jung; Meier, Hischier, Rochette; Niederreiter, Thürkauf, Bertschy; Suter, Malgin, Andrighetto; Riat, Jäger, Knak; Biasca.
Lettland: Gudlevskis (Mitlens); Cibulskis, Smits; Zile, Freibergs; Mamcics, Bindulis; Tumanovs, Andzans; Balcers, Smirnovs, Vilmanis; Andersons, Batna, Dzierkals; Murnieks, Egle, Lapinskis; Buncis, Prohorenkovs, Skrastins.
Bemerkungen: Lettland ohne Grigals (überzählig); 19’ Lattenschuss Schweiz (Niederreiter); Best Player Schweiz: Riat; Best Player Lettland: Gudlevskis.
