Der HC Davos revanchiert sich beim HC Fribourg-Gottéron für Heimpleite verdient und gleicht Playoff-Finalserie aus

Von Robert Szendröi
HC Fribourg-Gottéron
1
1 - 0 - 0
HC Davos
3
3 - 0 - 0
20.04.2026
National League
Zuschauer: 9372
1:3‧0:0‧0:0
Spielbericht

In der zweiten Playoff-Finalschlacht zeigten sich die Davoser wieder von einer besseren Seite. Trainer Josh Holden und sein Stab schienen die richtigen Schlüsse aus der Auftaktniederlage gezogen zu haben und agierten diesmal deutlich kaltblütiger sowie mit der nötigen Effizienz in Torkastennähe. So siegte man verdient mit 3:1 und kann Spiel 3 vor eigenem Anhang positiver entgegenblicken.

Bestimmt darf man von einem deftigen Paukenschlag sprechen, den der Playoff-Finalaussenseiter HC Fribourg-Gottéron beim 3:2-Erfolg in der ersten Schlacht beim HC Davos – genauer gesagt in der zondacrypto-Arena vor natürlich vollem Haus – realisiert hat. Sich bei den extrem heimsicheren Bündnern nach zwei Dritteln dank Treffern von Jan Dorthe (9.), Henrik Borgström (28.) sowie Samuel Walser (36.) mit 3:0 in Führung zu befinden, war doch ziemlich stark und für viele Hockeyfans eine faustdicke Überraschung. Da nützte auch der Doppelschlag binnen 12 Sekunden von Yannick Frehner (50.) und Julian Parrée (50.) zum Anschluss nichts mehr.

Somit könnte Spiel 2 in Fribourgs BCF Arena durchaus den Ausschlag geben, wie die Finalweichen neu gestellt werden. Mit Sicherheit fühlen sich die Cracks von Trainer Josh Holden in ihrem Stolz verletzt und werden sich hüten, ein weiteres Mal nicht nur die Anfangsphase verpasst zu haben. Andererseits müssen die Schützlinge von HCFG-Chefcoach Roger Rönnberg nun den Druck der Breakbestätigung vor den heimischen und heissblütigen Fans erfolgreich verarbeiten. Kein Ding der Leichtigkeit.

Somit ist klar, dass wir erneut vor einem spannenden und kaum vorhersehbaren Ausgang im zweiten Playoff-Finalspiel stehen. Das macht auch diesen Abend extrem brisant.

Erstes Drittel

Kein Zweifel, dass sich die Saanestädter einen anderen Auftakt in Spiel 2 gewünscht hätten, als nach 20 Minuten einem 1:3-Rückstand nacheifern zu müssen. In der Tat waren die Vorzeichen genau umgekehrt als noch im ersten Playoff-Finalspiel in Davos. Diesmal waren es die Gäste, die sofort das Zepter in die Hand nahmen und sich nach knapp vier Minuten einen 2:0-Vorsprung erspielten.

Zuerst war es Tino Kessler (3.), der im Slot auftauchte und mit einem satten Handgelenkschuss unter die Torlatte HCFG-Goalie Reto Berra das Nachsehen liess. Genau 103 Sekunden später doppelte Klas Dahlbeck (4.) mit seinem Abschluss hinter dem Slot nach. Dabei profitierte er von der Vorarbeit seiner Kumpanen Calle Andersson sowie Filip Zadina.

Besonders während der ersten zehn Minuten fruchtete das hartnäckige Forechecking der Holden-Schützlinge erbarmungslos. Erst danach kamen die Einheimischen kontinuierlich besser in Fahrt und übten zusehends Druck auf das Bündner Gehäuse von Schlussmann Sandro Aeschlimann aus. Diese Bemühungen wurden nach 11:31 Minuten durch den 1:2-Anschlusstreffer von Gottéron-Verteidiger Simon Seiler (12.) belohnt.

Zum Remis reichte es indes nicht aus. Im Gegenteil: Knapp zwei Minuten vor der ersten Sirene lenkte Fribourgs Abwehrstratege Michael Kapla einen flachen und nicht allzu harten Blueliner von Lukas Frick (PP, 19.) mit dem Schlittschuh unhaltbar ins eigene Gehäuse ab. Damit war der 3:1-Zwischenstand zugunsten der Bündner nach dem ersten Drittel ins Eisparkett gemeisselt.

Zweites Drittel

Die Anzeigetafel im Hexenkessel der BCF Arena blieb in Sachen Ergebnis nach zwei Abschnitten unverändert. Nach wie vor lag der HC Davos mit 3:1-Toren vorne. Die Anfangsphase im Mitteldrittel war quasi eine Kopie des ersten Aktes.

Erneut setzten die Bündner auf ein deftiges Forechecking und machten es den Saanestädtern schwierig, ihre Angriffe in geordnete Bahnen zu lenken. Immerhin verzeichneten die Hausherren in dieser Phase der Partie die grösste Torchance. Wieder war es Seiler (35.), der an der blauen Linie abzog, doch sein Flachschuss landete nur am Pfosten des eigentlich bereits geschlagenen HCD-Hüters Aeschlimann.

Ansonsten hielt man sich gegenseitig mehrheitlich in Schach.

Drittes Drittel

Offensichtlich war, dass Gottéron im letzten Drittel zur bedingungslosen Aufholjagd ansetzen wollte. Dieses Unterfangen missriet indes. Die Davoser hielten insgesamt clever dagegen und liessen keinen weiteren Gegentreffer zu – auch nicht, als die Fribourger in der Schlussphase Goalie Berra durch einen weiteren Feldspieler ersetzten und in Überzahl im 6-gegen-4 den Anschluss verzweifelt anpeilten.

Letztlich verpufften sämtliche Abschlussaktionen der Einheimischen in der BCF Arena, und so gewannen die Davoser Spiel 2 der Playoff-Finalserie mit 3:1-Treffern verdient.

Ausblick

Am Mittwochabend geht es in der zondacrypto-Arena in Davos in die dritte Runde des Playoff-Finals. Neutrale Beobachter würden die Favoritenrolle erneut dem Qualifikationssieger HC Davos zuschreiben, doch die Playoffs werfen derartige Schlüsse und Theorien immer wieder über den Eissplitterhaufen. Es darf in Tat und Wahrheit mit jedem Ausgang gerechnet werden. Schliesslich sind Playoffs – eben Playoffs!

Resultat:

1:3

S. Seiler
L. Frick, T. Kessler, K. Dahlbeck