Der HC Davos landet einen verdienten Arbeitssieg gegen enttäuschende ZSC Lions

Von Robert Szendröi
HC Davos
1
1 - 0 - 0
ZSC Lions
0
0 - 0 - 0
08.04.2026
National League
Zuschauer: 6547
1:0‧0:0‧0:0
Spielbericht

Im dritten Spiel der Playoff-Halbfinalserie zwischen dem HC Davos und den ZSC Lions verdienen sich die Bündner den 1:0-Erfolg redlich. Bereits in der 13. Minute versenkte der Davoser Abwehrcrack Davyd Barandun die Scheibe im Zürcher Kasten und erzielte damit den einzigen Treffer einer körperlich intensiven Partie, der es indes an offensivem Glanz mangelte. Nun führt der HC Davos in der Serie gegen die Limmatstädter mit 2:1 Siegen.

Man konnte bereits im Vorhinein vermuten, dass das Playoff-Halbfinalduell zwischen dem Qualifikationsgewinner HC Davos und dem amtierenden Schweizer Titelhalter ZSC Lions Zürich zu einer spannenden und hochdramatischen Angelegenheit werden würde. Keine Überraschung also, dass beide Teams – in einer durchaus vorweggenommenen Finalaffiche – ihre Heimspiele bisher für sich entscheiden konnten. Dabei stehen sie sogar mit einem exakt gleichen Torverhältnis von 5:5 zu Buche.

Nun wird sich im Bündner Landwassertal zeigen, welche Playoff-Trümpfe stechen werden. Seitens der Limmatstädter könnten besonders bissige Playoff-Leitwölfe wie beispielsweise Chris Baltisberger, Derek Grant, Rudolfs Balcers, Vinzenz Rohrer oder Denis Malgin ihre Farben durchaus vom ersten Auswärtssieg – sprich Break – träumen lassen. Und im Kasten steht mit Goalie Simon Hrubec ohnehin ein Bollwerk.

Allerdings lassen sich die HCD-Cracks von Chefcoach Josh Holden, wie Matej Stransky, Filip Zadina oder Simon Knak, von den Break-Absichten der Limmatstädter kaum beeindrucken. Im Kader steckt mit Schlussmann Sandro Aeschlimann so viel Potenzial, dass man den Zürcher Löwen kaum Spielraum gewähren wird.

Wie es sich für die Playoffs gehört, ist jeder Ausgang möglich, und die bis auf den letzten Zentimeter gefüllte, schmucke Vaillant Arena dürfte so oder so zum Hexenkessel mutieren.

Erstes Drittel

Dass man sich gegenseitig kaum Eisfläche gönnte, zeigte sich bereits in der Anfangsphase, denn das intensive Zweikampfverhalten war playoffmässig präsent. Nachdem sich die Stadtzürcher ganz leichte Vorteile erspielt hatten, änderte sich dies spätestens zur Hälfte des ersten Drittels, als sich der Davoser Calle Andersson im Slot eine erste dicke Torchance erarbeitete. Allerdings konnte er den Puck aufgrund des starken Verkehrs vor ZSC-Lions-Hüter Hrubec nicht vorbeizirkeln.

Dies war indes der Zünder im Angriffsspiel der Davoser. Nun wurden ihre Aktionen zunehmend brandgefährlicher. Schliesslich zeigte die Matchuhr im Davoser Eistempel 12:45 Minuten an, als das flache Blueline-Geschoss von Davyd Barandun (13.) den Weg in den Zürcher Kasten zur 1:0-Führung der Bündner Hausherren fand. Dabei wurde er zuvor von Tino Kessler mustergültig bedient.

Für die gefährlichste Ausgleichschance der Gäste sorgte Malgin noch vor Drittelsende, doch HCD-Torhüter Aeschlimann liess sich durch den Rückhandabschluss nicht überlisten und parierte mit breiter Brust.

Zweites Drittel

Mit Sicherheit hat der Zürcher Cheftrainer Marco Bayer in der ersten heissen Teepause seinen Mannen mitgeteilt, dass sie unbedingt mehr Druck auf das Davoser Gehäuse ausüben müssen, um zumindest den angestrebten 1:1-Ausgleich zu realisieren.

Dieses Unterfangen gelang indes nicht, denn die einheimischen Holden-Cracks hielten die ZSC Lions weitgehend in Schach. Auf Davoser Seite wühlten etwa Simon Ryfors, Brendan Lemieux sowie Julian Parrée in Zürcher Kastennähe. Erst in der Schlussphase des zweiten Abschnitts kristallisierten sich zwei dicke Torchancen der Zürcher heraus: Zunächst war es Grant, der es am hinteren Slotrand krachen liess, doch zum Torerfolg reichte dies nicht. Rund eine halbe Minute später, kurz vor der zweiten Sirene, kreuzte Juho Lammikko am Torraumrand auf, doch auch ihm blieb der ersehnte Ausgleichsjubel verwehrt.

Drittes Drittel

Aus Zürcher Sicht war der Auftritt im Schlussdrittel symptomatisch für die beiden ersten Abschnitte. Man konnte der Partie nie den eigenen Stempel aufdrücken und sich in der Davoser Tornähe effizient auszeichnen. Der HC Davos hielt das Geschehen auch in dieser Phase unter Kontrolle und liess die zahmen Löwen nie wesentlich aufkommen.

Als die Mannen aus der Swiss Life Arena den Endspurt einleiten wollten, leistete sich Rohrer eine 2-plus-2-Minuten-Strafe wegen hohen Stocks an Matej Stransky und dämmte damit die Chancen auf den ZSC-Lions-Ausgleich zusätzlich ein. So blieb es beim verdienten 1:0-Arbeits- und Disziplinssieg der Davoser.

Fazit und Ausblick

Mit dem zweiten Heimsieg in der Tasche sicherte sich der HC Davos gleichzeitig die 2:1-Führung im Playoff-Halbfinal. Damit kann man am Freitag die Reise in die Limmatstadt selbstbewusst und ohne zusätzlichen Druck antreten. Anders präsentiert sich die Gemütslage der Stadtzürcher: Aufgrund der zu bescheidenen Leistung im Landwassertal müssen sie sich am letzten Heimauftritt orientieren, als sie einen überzeugenden 3:1-Erfolg landeten und die Serie ausglichen.

Resultat:

1:0

D. Barandun