Der HC Davos nimmt nach der ersten Pause das Heft in die Stockhände und besiegt die Zuger zum vierten Mal im Playoff-Viertelfinal

Von Robert Szendröi
HC Davos
4
0 - 2 - 2
EV Zug
1
1 - 0 - 0
28.03.2026
National League
Zuschauer: 6547
0:1‧2:0‧2:0
Spielbericht

Der EV Zug reiste mit dem Messer am Hals ins Landwassertal. Nach einem gefälligen Start in die Partie und dem erzielten Führungstreffer mussten sie sich dem kontinuierlich stärker werdenden HC Davos beugen. Am Schluss resultierte ein 4:1-Verdikt zugunsten der Cracks von HCD-Trainer Josh Holden. Damit war für die Davoser die Playoff-Halbfinalqualifikation unter Dach und Fach, während für den EVZ das Saisonende feststand.

Ganz bestimmt hatten sich die HC-Davos-Jungs und ihr Chefcoach Josh Holden einen anderen Start in Spiel 4 der Playoff-Viertelfinalserie am Donnerstag in der Zuger OYM Hall vorgestellt. In der Tat erwischten sie im Startabschnitt einen eiskalten Fehlstart und lagen nach 20 Minuten mit 0:3-Treffern im Hintertreffen. Dafür hielt EVZ-Bandenleader Benoît Groulx die richtigen Pokerkarten in der Hand, um den Sweep gegen die Bündner zu vermeiden.

Zwar gelang den Gästen im Mitteldrittel mit zwei Treffern der Anschluss, doch im dritten Akt sorgten die Zentralschweizer mit zwei weiteren Toren für den 5:2-Erfolg. Sicher dürfte Holden seinem übermütigen Brendan Lemieux die Leviten gelesen haben, als sich dieser nach 46:02 eine Zwei-Minuten-Strafe leistete, welche die Zuger zum vorentscheidenden 4:2-Treffer durch Sven Senteler zu ihren Gunsten ausnutzten.

Nun kommt es im schmucken Davoser Eispalast namens Vaillant Arena zum fünften Akt. Zu gerne möchten die Einheimischen das Hockeypaket zuschnüren und sich per Express in die Playoff-Halbfinals spedieren. Nichtsdestotrotz dürfte es ihnen diesmal nicht so leichtfallen wie bei der letzten Heimpartie, als sie die Zuger mit einer 7:3-Packung auf die Heimreise schickten. Diesmal dürfte Zugs Trainer Groulx die richtigen Schlüsse gezogen haben, um nicht bereits nach wenigen Minuten auf der Verliererstraße zu stehen. Bekanntlich würde eine neuerliche Pleite das (zu) frühzeitige Saisonende 2025/2026 für den dotierten EV Zug bedeuten.

Erstes Drittel

Für die Davoser war der Auftakt in Spiel 4 kein Vergleich zum letzten Dienstag, als man die Zuger im ersten Drittel praktisch an die Wand spielte. Diesmal hielt der EV Zug mehr als nur dagegen, obwohl auch die Gäste ihre Qualitäten vornehmlich erst nach gut zehn Minuten aufs Eisparkett legten.

Zuerst nutzten sie zwar ein Powerplay nicht aus, sodass die Bündner noch ungefroren davonkamen. Der zunehmende Druck auf das Davoser Gehäuse fand nach Chancen von Tomas Tatar (16.) sowie Grégory Hofmann (16.) nur wenige Sekunden später noch nicht seinen Höhepunkt, als HCD-Stürmer Rasmus Asplund in die Kühlbox verbannt wurde.

Erst danach als Lukas Bengtsson, der einen Blueliner abfeuerte, den Slotspezialist Sven Senteler (17.) unhaltbar für Davos-Keeper Sandro Aeschlimann zum 1:0 zugunsten der Zentralschweizer ablenkte. Noch vor dem ersten heissen Pausentee reagierten die Platzherren energisch und holten 1:58 vor Drittelsende noch eine kleine Strafe gegen Jan Kovar und die Zuger heraus.

Zweites Drittel

In der Tat wurden diese zwei Minuten zum Anfang einer Davoser Dominanz, die sich bis zum Ende des Mittelabschnitts ausweitete. Zuerst war es HCD-Captain Matej Stransky, der in dieser Phase mit einem satten Schlagschuss ins entfernte obere Eck EVZ-Goalie Leonardo Genoni nicht den Hauch einer Abwehrchance liess. Damit war das 1:1 perfekt.

Die Führung der Cracks aus der Vaillant Arena hätte schon nach Grosschancen von Filip Zadina (30.) sowie nach einem Rückhandschuss an den Pfosten von Simon Knak (37.) Tatsache werden können. Getroffen hat schliesslich Tino Kessler (39.), der sich gekonnt im Slot technisch versiert durchdribbelte und Gäste-Keeper Genoni mit einem Backhander in den Netzhimmel erwischte. So hiess es nach 40 Minuten 2:1 – verdientermassen für die Hausherren.

Die Zuger ihrerseits liessen den formidablen Biss vom letzten Donnerstag sowie den guten Eindruck aus dem ersten Abschnitt fast gänzlich vermissen.

Drittes Drittel

EVZ-Bandengeneral Groulx hatte während der zweiten Erfrischungspause an der Alarmglocke gezogen, denn seine Schützlinge versuchten im letzten Akt noch einmal, sich von allen Fesseln zu lösen und offensive Akzente zu setzen, um das Match zu ihren Gunsten zu wenden. In Sachen Torproduktion ging diese Unternehmungslust jedoch von dannen. Sie wirbelten zwar heftig nach vorne, doch die Davoser behielten in den entscheidenden Momenten den Überblick, zeigten sich bei zwei Konterangriffen effizient und sorgten damit für den 4:1-Heimerfolg sowie die Playoff-Halbfinalqualifikation mit demselben Serienresultat.

Den ersten erfolgreichen Konter leitete HCD-Topvorbereiter Simon Ryfors ein, indem er seinem Linienkumpanen Adam Tambellini (48.) einen präzisen Ablenker an Genonis rechtem Beinschoner vorbei zum vorentscheidenden 3:1 ermöglichte. Danach schien es, als gerieten die Zentralschweizer nicht nur resultatmässig weiter in Rückstand, sondern wurden auch mental in Mitleidenschaft gezogen. Zwar setzte Coach Groulx alles in Bewegung, um den Anschlusstreffer seiner Cracks zu erzwingen, indem er seinen Torhüter Genoni zweimal frühzeitig durch einen weiteren Feldspieler ersetzte, doch ein Zuger Treffer wollte sich nicht auf der Matchuhr zeigen.

Im Gegenteil: Ein weiterer Konterangriff besiegelte das Schlussresultat von 4:1 und das gleichzeitige Saisonende für den EV Zug. Noch einmal traf Tambellini (59.) nach einer 3-gegen-1-Situation beherrscht und kaltblütig mit einem präzisen Handgelenkschuss ins Schwarze.

Fazit

Die Davoser verdienten sich am Samstagabend die frühzeitige Playoff-Halbfinalteilnahme, weil sie sich nach einem mässigen Startdrittel immer näher an ihr eigentliches Potenzial herantasteten. Die Zuger ihrerseits liessen in der entscheidenden Phase dieser für sie wegweisenden Partie die notwendige Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten vermissen. Sicherlich hätte dieses Vorhaben erleichtert werden können, wenn die Schiedsrichter, die eine oder andere übersehene Strafe gegen die Davoser gepfiffen hätten.

Trotzdem geht der HC Davos als verdienter Viertelfinal-Sieger vom Eis und bleibt ein brandheisser Titelkandidat. Hingegen ging für den EV Zug eine alles in allem enttäuschende Saison bereits nach fünf Playoff-Spielen bitter zu Ende.

Resultat:

4:1

A. Tambellini (2), M. Stransky, T. Kessler
S. Senteler