Der SC Bern schlägt sich selbst

Von Roman Badertscher
SC Bern
1
1 - 0 - 0
SC Rapperswil-Jona Lakers
2
2 - 0 - 0
16.03.2026
National League
Zuschauer: 13965
1:2‧0:0‧0:0
Spielbericht

In der zweiten Play-In-Runde konnten die SC Rapperswil-Jona Lakers auswärts beim SC Bern einen mühsam erarbeiteten Mini-Sieg feiern. Der SCB ist am Mittwoch erneut gefordert, dieses Mal auswärts, will er nicht vorzeitig Ferien buchen.

1. Drittel

Waltteri Merelä setzte mit der ersten Chance in den ersten 30 Sekunden ein Zeichen. Auf der anderen Seite war der Abschluss von Gian-Marco Wetter eine sichere Beute für Adam Reideborn. Play-In-Runde zwei war somit lanciert.

Dann ein Bully in der Berner Zone. Mauro Dufner schoss von der blauen Linie und Tyler Moy lenkte unhaltbar ab. Der SCB war nach 103 Sekunden bereits mit 0:1 im Hintertreffen, versuchte aber sofort zu reagieren und kam durch Mats Alge, Marc Marchon und Marco Müller zu guten Möglichkeiten.

Dann fing Hardy Häman Aktell einen unsauberen Pass der Lakers in der Mittelzone ab und konterte. Im Zusammenspiel mit Waltteri Merelä und Miro Aaltonen fand Letztgenannter die Lücke bei Melvin Nyffeler und glich in der sechsten Minute aus.

Bis zur 16. Spielminute waren die Mutzen gefühlt 95% im Puckbesitz und liessen hinten praktisch nichts zu. Ein Fehlzuspiel von Igor Jelovac wurde sogar zur Kontervorlage für Marco Lehmann, der im 2 gegen 0 gegen Lakers-Goalie Nyffeler den Kürzeren zog.

Ja, wenn dieses Tor gefallen wäre, wäre es wohl nicht zur nächsten Situation gekommen. Und dann hätte wohl das ganze Spiel einen anderen Verlauf genommen. Nur eine Minute später ging nämlich Victor Rask im Slot vergessen und brachte die Gäste entgegen dem Spielverlauf erneut in Führung. 1:2 zur Pause.

2. Drittel

Der Mittelabschnitt gestaltete sich in der ersten Hälfte ausgeglichen. Die Berner wurden offensiv aber erst richtig gefährlich, als Miro Aaltonen nach einem Bully in der Angriffszone nur knapp scheiterte. Auf der anderen Seite waren es die Berner Stöcke, die die gefährlichen Abschlüsse der Lakers noch entschärften.

Ab der 36. Minute folgte eine Phase, in der die SC Rapperswil-Jona Lakers minutenlang den Puck nicht aus der Gefahrenzone brachte. Waltteri Merelä und Victor Ejdsell hatten beste Möglichkeiten, den verdienten Ausgleich zu erzielen. Es wollte im Mittelabschnitt aber kein Tor fallen. Man wird beim SCB noch lange mit dieser ungenutzten Situation hadern.

3. Drittel

Nach einem guten Start der Lakers im Schlussabschnitt kam Berns Nils Rhyn zur ersten Grosschance nach einem Pass von Tristan Scherwey in der 42. Minute. Dann waren es wiederum die Rapperswil-Jona Lakers, die aufsässiger waren. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr sah man die Schwachstellen bei beiden Teams. Es war kein schönes Eishockeyspiel, was der Zuschauer geboten bekam.

In der 48. Minute gab es aus Berner Sicht immerhin mal ein Schuss von Hardy Häman Aktell, der gefährlich abgelenkt wurde. Wie so oft aber gingen die Ablenker der Berner am Tor vorbei. Unter anderem auch weil praktisch nie ein Berner vor dem Tor für einen möglichen Ablenker stand.

Tristan Scherwey brachte vereinzelt wieder etwas Härte ins Spiel, die man bisher häufig vermissen liess. In der 53. Minute kassierten die Lakers die erste Strafe nach einem Haken von Tanner Fritz. Doch richtige Euphorie konnte man trotz des Time-outs von Heinz Ehlers nicht erwarten. Es war fast schon B-Niveau, was der SCB in Überzahl zusammenkraute. So verstrichen die zwei Minuten im Flug.

Allgemein lief die Zeit gegen den SCB, der in Rapperswil am Mittwoch erneut einem 1-Tore-Rückstand hinterherrennen muss. Was von vielen Chronisten vor dem Spiel als unmöglich eingeschätzt wurde, könnte nun Tatsache werden. Wir wagen die Prognose, dass der SC Bern am Mittwoch den Einzug in die Playoffs verpassen wird.

Vielleicht täte es der Organisation auch gut, sonst würde man plötzlich noch auf den Gedanken kommen, sich in den SCB-Büros für das Gezeigte und dem Minimalziel Playoff-Qualifikation gegenseitig auf die Schultern zu klopfen. Es würde über eine schwache Saison hinwegtäuschen.

Stimmen zum Spiel:

Nils Rhyn, SC Bern: «Übers ganze Spiel hatten wir viele Chancen. Wie es schon die ganze Saison war, haben wir sie nicht genutzt. Im zweiten Drittel hätten wir ein bis zwei Tore schiessen müssen. Dann haben wir hinten geschwommen, hatten eigenverschuldete Pässe, die wir so nicht hergeben dürfen.»

Mauro Dufner, SC Rapperswil-Jona Lakers: «Wir haben aus dem Zug-Spiel gelernt. Das 2:1 ist erst eine Ausgangslage. Es ist noch alles offen. Wir können sicher noch härter und abgeklärter spielen. Sie hatten Mühe entgegenzuheben.»

Fabian Maier, SC Rapperswil-Jona Lakers: «Wir mussten alle aus dem neuen Modus lernen. Es reden alle von sechs Drittel. Dem haben wir uns angenommen. Heute haben wir solide gespielt und uns in eine gute Ausgangslage gebracht.»

SC Bern – SC Rapperswil-Jona Lakers 1:2 (1:2, 0:0, 0:0)

PostFinance Arena, Bern. – 13’965 Zuschauer – Schiedsrichter: Lemelin (USA)/Tscherrig, Stalder/Urfer.

Tore: 1:43 Moy (Dufner, Jelovac) 0:1, 5:56 Aaltonen (Merelä, Häman Aktell) 1:1, 16:20 Rask (Larsson, Capaul) 1:2.

Strafen: 3 x 2 Minuten gegen den SC Bern, 3 x 2 Minuten gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers.

Schüsse aufs Tor: 32:21 (10:8, 11:8, 11:5)

SC Bern: Reideborn (Ersatz: Zurkirchen); Lindholm, Loeffel; Rhyn, Untersander (C); Häman Aktell, Kindschi; Füllemann; Alge, Aaltonen, Merelä (A); Lehmann, Graf, Ejdsell (PF-TS); Scherwey, Müller, Marchon (A); Levin Moser, Ritzmann, Schild.

SC Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler (Ersatz: Punnenovs); Maier, Pilut; Larsson (C), Capaul; Jelovac, Dufner; Henauer; Wetter, Rask, Strömwall; Lammer, Taibel, Zangger; Jensen, Moy (A, PF-TS), Fritz (A); Graf, Albrecht, Hofer; Diethelm.

Bemerkungen: SC Bern ohne Henauer, Kreis, Sgarbossa, Von Burg, Bemström, Iakovenko, Vermin, Baumgartner, Simon Moser (abwesend), Ryser (Swiss League), Bont, Serkins, Zürcher (Nachwuchs). SC Rapperswil-Jona Lakers ohne Dünner (verletzt), Kellenberger, Maillet, Honka (überzählig), Embacher, Bisig, Hornecker, Quinn (Nachwuchs). – 52:15 Time-out SC Bern.

Resultat:

1:2

M. Aaltonen
T. Moy, V. Rask