SC Bern mit 4:0-Sieg in der zweiten Play-In-Runde!
SC Bern
EHC Biel
Spielbericht
Play In-Spiel zwei in der PostFinance Arena. Der SC Bern musste einen zusätzlichen 1-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel wettmachen, um noch eine Chance auf ein Weiterkommen in den Play-Ins zu haben. Vor dem Spiel hat Victor Ejdsell den PostFinance-Topscorer-Scheck in der Höhe von CHF 8'700.00 an Sandro Thom, stellvertretend anwesend für die SCB Future AG, überreicht.
1. Drittel
Nach anfänglichen Schwierigkeiten versuchte der SC Bern, der, wenn er die Playoffs nicht verpassen will, heute gewinnen muss, das Spiel in die Hand zu nehmen. Tristan Scherwey und Marc Marchon waren mit ersten Checks für die Physis zuständig. Für die Chancen sorgten andere. Waltteri Merelä hatte in der achten Minute viel freies Eis und zwang Harri Säteri erstmals zu einer starken Parade in diesem Spiel. Er witterte einen Moment später die nächste Gelegenheit, doch auch hier blieb sein Landsmann im Bieler Tor Sieger. Levin Moser verpasste kurz darauf allein im Slot.
Die Bieler sorgten mit Kontermöglichkeiten vor Adam Reideborn für stetige Torgefahr. In der 16. Minute bestritten die Gäste ihr erstes Powerplay, weil Ramon Untersander den Puck aus dem Spielfeld schoss. Zum Ärger des SCB kam die Tatsache hinzu, dass ein Foul an Romain Loeffel auf der anderen Seite des Eisfelds zuvor nicht gepfiffen wurde. Zuerst schoss Lias Andersson an den Schlittschuh von Nils Rhyn, der den Puck quer zur Torlinie gefährlich ablenkte.
Der Puck kullerte so vom Tor weg und wurde zum direkten SCB-Konter. Alain Graf erzielte beinahe einen Shorthander, dies allerdings aus einer nicht ganz optimalen Position. Dann brachen bei Luca Christen die Sicherungen durch, als er Tristan Scherwey gegen den Kopf checkte. Die Berner konnten die letzten zwei Minuten im ersten Drittel dadurch mit einem Mann mehr agieren, der erste Treffer lag in der Luft, fiel aber noch nicht.
«Im ersten Drittel haben wir besser gespielt, wir wollten es mehr. Doch es war noch eine Frage der Zeit, bis die Tore fielen.», resümierte Nils Rhyn nach dem Spiel.
2. Drittel
Ab ins Mitteldrittel, in welchem in der 23. Minute eine Strafe gegen Johnny Kneubuehler angezeigt war. Der SCB ging mit Victor Ejdsell und einem sechsten Feldspieler in die Offensive. Marco Müller vollendete schliesslich ein Zuspiel von Tristan Scherwey souverän zum 1:0. Die Strafzeit entfiel, die Nächsten folgten aber prompt. Rodwin Dionicio schlug auf Tristan Scherwey ein. Berns Urgestein blieb ruhig und musste trotzdem auf die Strafbank. Warum wissen wohl nur die Schiedsrichter.
Diese Szene brachte den SCB etwas aus dem Konzept. Die Berner liessen eine gefährliche Chance von Fabio Hofer zu, doch Adam Reideborn war zur Stelle. Die Bieler waren weiterhin aufsässig und gefährlich. Sie hatten zeitweise etwas mehr vom Spiel. Scherwey leistete sich gegen Hofer dann einen unerlaubten Körperangriff. Dieses Mal war eindeutig, warum er auf die Strafbank musste.
Die Berner verteidigten beherzt und konterten, als Scherwey von der Strafbank zurückkam. Rodwin Dionicio verursachte in dieser Szene einen Penalty, den Hardy Häman Aktell nicht verwandelte. Zu diesem Zeitpunkt wusste Hardy noch nicht, dass er bald für Berner Torjubel sorgen wird.
Doch zuerst sorgte das Team von Heinz Ehlers für einen unnötigen Wechselfehler. Die Mutzen konnten sich bei Johnny Kneubuehler bedanken, hebte er mit einem hohen Stock an Häman Aktell die Überzahl nach acht Sekunden wieder auf. War da nicht noch was mit Häman Aktell? Genau! Er brachte den SCB in der 36. Minute mit 2:0 in Führung, nachdem der Abschluss von Nils Rhyn von einem Bieler Schlittschuh direkt beim Schweden landete.
Als wir Nils Rhyn nach dem Spiel darauf angesprochen haben, ob sein geblockter Schuss als Vorlage für das 2:0 von Hardy Häman Aktell schliesslich zum wegweisenden Treffer führte, meinte er: «Das kann man so sehen oder auch nicht. Es war allgemein gut, haben wir zu diesem Zeitpunkt noch einen Treffer erzielt. Einige Minuten vorher waren wir ziemlich unter Druck. Da war der zweite Treffer sicherlich etwas erlösend.»
18 Sekunden vor Schluss könnte eine der spielentscheidenden Szenen sein, wenn es den erst das 1:0 für die Hausherren gewesen wäre. Marco Lehmann brachte den Puck backhand in die Fanghand von Säteri. Weil dieser das Tor verschob und sich die Fanghand teilweise hinter der ersten Torlinie befand, schauten sich die Schiedsrichter die Szene lange an.
Gemäss dem Video konnte man wohl nicht mit hundertprozentiger Gewissheit sagen, wo genau in der Fanghand sich der Puck befand. Somit zählte der On-Ice-Entscheid «kein Tor». Trotzdem: Der SC Bern führte nach 40 Minuten mit 5:4 im Gesamtscore.
3. Drittel
Von den Seeländern musste im Schlussabschnitt etwas mehr kommen. Tatsächlich kam von ihnen mehr, bis zur 50. Spielminute. Wieder einmal war es Tristan Scherwey, der in der eigenen Zone zuerst abwartete, dann konterte, den Querpass auf Marco Müller spielte und dieser sein zweites Play-In Tor erzielte! Und dies nachdem er in 31 Qualifikationsspielen nur zwei Mal traf! Ekstase in Bern!
Die Bieler brauchten nun mindestens zwei Tore, um sich in eine Verlängerung zu retten. Da kam ein Beinstellen von Victor Ejdsell in der 53. Minute eigentlich gelegen. Biel machte nichts draus, denn Adam Reideborn könnte sich entschieden haben, einen Shutout zu feiern und Schwarz-Gelb-Rot in die zweite Play-In-Runde zu führen.
Christian Dubé nahm 2:41 Minuten vor Schluss bereits das Time-out und Harri Säteri vom Eis. Denn es mussten ja noch mindestens zwei Tore her. Es ging aber deutlich schief. Victor Ejdsell sorgte mit dem 4:0 ins leere Tor für die Entscheidung im Gesamtscore von 7:4 zugunsten der Stadtberner.
Damit war auch klar, dass Adam Reideborn tatsächlich vorhatte, zu Null zu spielen und die Berner in die nächste Runde zu führen.
«Wir hatten das Ziel, rauszukommen, um das Spiel zu gewinnen. Wir wussten, dass wir ein Tor mehr brauchten und heute konnten wir von Anfang bis Ende mit viel Energie durchziehen. Sind verdient weitergekommen. Wir werden uns nun auf Rappi vorbereiten, um bereit zu sein.», sagte Tristan Scherwey im Anschluss der Partie.
«Gegen Rappi gibt es zwei harte Spiele. Sie haben ‘blöd gesagt’ nun ihre erste Chance schon ein bisschen vergeben. Gegen uns müssen sie spielen und wir gegen sie. Es wird spannend mit einem Spiel auf Augenhöhe. Wenn wir den Schwung so mitnehmen können, kommt es gut.», schloss Nils Rhyn ab.
SC Bern – EHC Biel-Bienne 4:0 (0:0, 2:0, 2:0) – Gesamtscore: 7:4
PostFinance Arena, Bern. – 16’243 Zuschauer – Schiedsrichter: Wiegand/Piechaczek (GER), Humair/Steenstra (CAN).
Tore: 22:26 Müller (Scherwey) 1:0, 35:51 Häman Aktell (Rhyn) 2:0, 49:05 Müller (Scherwey, Marchon) 3:0, 57:26 Ejdsell 4:0 EN.
Strafen: 6 x 2 Minuten gegen den SC Bern, 5 x 2 Minuten gegen den EHC Biel.
Schüsse aufs Tor: 24:21 (10:2, 11:10, 3:9)
SC Bern: Reideborn (Ersatz: Zurkirchen); Lindholm, Loeffel; Rhyn, Untersander (C); Häman Aktell, Füllemann; Kreis, Kindschi; Alge, Aaltonen, Merelä (A); Lehmann, Graf, Ejdsell (PF-TS); Scherwey (A), Müller, Marchon (A); Levin Moser, Ritzmann, Schild.
EHC Biel-Bienne: Säteri (Ersatz: Janett); Zryd, Hultström; Blessing, Dionicio; Stampfli, Burren; Christen; Hofer (PF-TS), Andersson, Rajala (A); Sever, Haas (C), Sallinen; Kneubuehler (A), Cajka, Sylvegard; Neuenschwander, Müller, Sablatnig; Bärtschi.
Bemerkungen: SC Bern ohne Henauer, Sgarbossa, Von Burg, Bemström, Iakovenko, Vermin, Baumgartner, Simon Moser (abwesend), Fuss, Riatsch, Ryser (Swiss League), Bont, Serkins, Zürcher (Nachwuchs). EHC Biel-Bienne ohne Grossmann (verletzt), Aeschbach, Huuhtanen (überzählig), Cattin (Swiss League). – 31:08 Penaltyschuss Hardy Häman Aktell (kein Tor). – 57:19 Time-out EHC Biel-Bienne. – EHC Biel-Bienne von 57:02 bis 57:26 und von 58:07 bis 58:31 ohne Goalie.
