Rappi handelt sich eine grosse Hypothek ein
EV Zug
SC Rapperswil-Jona Lakers
Spielbericht
Die SCRJ Lakers verlieren das Play-In-Hinspiel gegen den EV Zug mit 2:5. Die Rosenstädter zeigten über die vollen 60 Minuten eine ungenügende Leistung, weshalb die Aufgabe im Rückspiel am Samstag ungemein schwierig wird.
Wer in der Zuger OYM hall Playoff-Hockey erwartet, der wurde am heutigen Abend bitter enttäuscht. Während beim EV Zug zu Beginn der Partie eine grosse Verunsicherung spürbar war, zeigten sich die Rapperswiler lange Zeit zu passiv. Erschreckend war, dass der SCRJ im zweiten Drittel ein 0:2 aufholte, danach aber nicht wirklich besser spielte. Immer wieder lud man den Gegner durch Fehler in der Defensive dazu ein, Tore zu schiessen. «Zug kam viel zu einfach zu seinen Toren, das sollte uns in dieser Phase der Meisterschaft nicht mehr passieren», zeigte sich Jacob Larsson kritisch.
Bitter aus Rapperswiler Sicht war, dass es dem EVZ im letzten Drittel gelang den Vorsprung auf drei Tore zu schrauben. Dass den Zugern das fünfte Tor nur 68 Sekunden vor dem Ende gelang, zeigt, wie unreif der SCRJ in diesem Spiel agierte. «Das war alles andere als clever. Wir kennen das Format und hätten im letzten Drittel nicht derart ins Messer laufen dürfen», fasste es Yanick-Lennart Albrecht zusammen.
Interessant war, dass sowohl Larsson, als auch Albrecht davon sprachen, dass die Leistung in den ersten beiden Dritteln ok war. Blickt man auf das Resultat, kann man den beiden Spielern recht geben. Schaut man auf die Art und Weise, wie die Lakers gespielt haben, entspricht dies jedoch nicht der Wahrheit. Gerade in Sachen Einsatz und Härte darf man auch in einem Play-In-Duell die gleiche Intensität wie in einem Playoff-Spiel erwarten. Dieser unbedingte Kampf, das Momentum auf seine Seite zu ziehen, sah man heute jedoch von keinem der beiden Teams. Viel mehr wirkte der Auftritt der Rapperswiler über weite Strecken ängstlich und passiv.
Ebenfalls bitter wirkt aus Rapperswiler Optik, dass auch der EV Zug kein gutes Spiel zeigte. Bei den Innerschweizern war die Verunsicherung bisweilen so gross, dass Topscorer Dominik Kubalik ausgepfiffen wurde, weil er im Powerplay völlig unbedrängt die Scheibe verlor. Da es die Rapperswiler in diesem Spiel jedoch verpassten den Zugern mit einem mutigen und aggressiven Auftreten den Schneid abzukaufen, war es schliesslich eine logische Konsequenz, dass die Zuger im letzten Drittel zu ihren Toren kamen.
Ähnlich sah dies wohl auch Johan Lundskog. So war auch bei geschlossener Garderobentür zu hören, wie der Trainer seinem Team vor die Füsse warf, wie unzufrieden er mit dem pomadigen Auftritt seiner Mannschaft war. Man darf sich an dieser Stelle jedoch fragen, wieso der Kanada-Schwede dies nicht schon während dem Spiel in einem Timeout oder TV-Break kundtat. Vielleicht hätte ein solcher Weckruf dazu geführt, dass die Rapperswiler nicht noch das 2:4 und 2:5 kassiert hätten.
Mit nun drei Toren Rückstand gibt es beim SCRJ am Samstag immerhin keine Ausreden mehr. Nun muss man die Karten auf den Tisch legen und eine klare Reaktion zeigen. «Wir müssen zeigen, dass wir grösser, stärker und schneller sind», war sich Larsson bewusst. Dabei fügte der Schwede an, dass sein Team sowohl in der Defensive, wie auch in der Offensive seine Hausaufgaben machen muss. Dass ein Sieg in der Serie gegen Zug zwar schwierig aber nicht unmöglich ist, scheint ob der ebenfalls durchschnittlichen Leistung des EVZ aber durchaus realistisch.
