Jussi Tapola oder Neues aus Absurdistan
SC Rapperswil-Jona Lakers
HC Ambrì-Piotta
Spielbericht
Die SCRJ Lakers gewinnen das abschliessende Qualifikationsspiel gegen den HC Ambrì-Piotta mit 6:2. Zu reden gab dabei weniger das Resultat als vielmehr die Art und Weise, wie sich der HCAP in der Schlussphase verhielt.
Im letzten Qualifikationsspiel zwischen den SCRJ Lakers und dem HC Ambrì-Piotta ging es vermeintlich um die goldene Ananas. Beide Teams agierten deshalb nach dem Prinzip von spielen und spielen lassen. Da der SCRJ in dieser Saison das talentiertere Team ist, gelang es ihm bis zur 52. Minute mit 3:2 in Führung zu gehen. Was dann geschah war absurd bis grotesk. Dabei schien es einigermassen verständlich, dass Jussi Tapola Gilles Senn bei einem Powerplay rund fünf Minuten vor dem Ende durch einen sechsten Feldspieler ersetzte. Spätestens nach dem 4:2 durch Tyler Moy hätte der Ambrì-Trainer jedoch einsehen müssen, dass dieses Spiel verloren war. Statt die Niederlage zu akzeptieren, zog Tapola seinen Torhüter im darauffolgenden Powerplay erneut. Wieder war das Resultat das gleiche, wobei der HCAP diesmal das leere Tor gleich selber traf. Als wäre dies nicht genug der Kuriositäten, entschied sich Tapola auch nach diesem Tor seinen Torhüter auf der Bank zu lassen. Als logische Konsequenz traf Valentin Hofer nur acht Sekunden nach dem 5:2 auch noch zum 6:2. Als Gipfel dieser Aktion blieb Senn auch nach dem dritten Empty Netter auf der Bank sitzen. Aus ungeklärten Gründen realisierte Tapola, dass seine Aktion inzwischen nur mehr lächerlich war. Da die Schiedsrichter zu diesem Zeitpunkt schon zum Anspiel gebeten hatten, konnte der Ambri-Trainer seinen Torhüter jedoch nicht sofort einwechseln. Er musste das Bully abwarten, ehe Gilles Senn nach einem fliegenden Wechsel doch noch in sein Tor zurückkehrte.
Nicht nur dank der drei Empty Netter zeigten die Rapperswiler abermals, dass sie aktuell auf einer Erfolgswelle reiten. «Das heutige Spiel war vor allem ein mentales. Eigentlich ging es um Nichts und trotzdem war es für beide Teams wichtig die guten Angewohnheiten nicht zu verlieren», analysierte Johan Lundskog. Der Trainer führte aus, dass sich sein Team die Siege nach Olympia erarbeitet hatte, weil es in der Pause gelang den Kopf zu leeren und sich wieder auf das Spielsystem zu fokussieren. Dieser Fokus führte dazu, dass der SCRJ fünf der letzten sechs Partien gewinnen konnte. Gerade im Hinblick auf die kommenden Play-Ins scheint der SCRJ daher in einer sehr guten Verfassung zu sein.
