Quali-Sieger HC Davos lässt Play-in-Teilnehmer EHC Biel leer ausgehen
HC Davos
EHC Biel
Spielbericht
Die Davoser siegen im letzten Regular Season-Match gegen die Seeländer klar und mühelos mit 5:2-Toren. Seitens der Einheimischen glänzt Adam Tambellini mit einem Doppelpack, während die Gäste im Schlussabschnitt den möglichen Shutout von HCD-Torhüter Roope Taponen vereiteln. Notabene schonten die beiden Trainer Josh Holden und Christian Dubé einige wichtige Teamstützen.
Seit geraumer Zeit steht der HC Davos als unangefochtener Qualifikationssieger der National League fest. Somit können die Cracks von Trainer Josh Holden dem letzten Akt der Regular Season gelassen entgegenblicken.
Interessant wird sein, wie der Davoser Bandenchef seine Mannschaft auf dieses Spiel einstellt: Setzt er auf die beste Formation oder gönnt er der einen oder anderen Kraft im Hinblick auf die bald anstehenden Playoffs eine Pause, damit kleinere Wehwehchen auskuriert werden können?
Nach dem Bieler 5:1-Erfolg vom letzten Samstag gegen die SCL Tigers und der damit verbundenen Play-in-Qualifikation auf Kosten der Emmentaler konnten auch die Schützlinge von EHCB-Coach Christian Dubé, die Fahrt ins weit entfernte Landwassertal ohne besonderen Druck in Angriff nehmen. Oder doch nicht? Wahrlich geht es für die Seeländer um deutlich mehr als für die Davoser. Die Seeländer möchten den Ein-Punkte-Rückstand auf den SC Bern noch wettmachen und diesen sogar überflügeln, um sich das Heimrecht im zweiten Play-in-Duell gegen die Mutzen zu sichern.
Dafür müssten die Hauptstädter ihr Heimspiel gegen HC Fribourg-Gottéron im 52. Qualifikationsspiel möglichst ohne Punkte beenden. Gleichzeitig sollte der EHC Biel im Auswärtsspiel im Bündnerland mindestens zwei, besser noch drei Punkte holen.
Somit ist es spannend, die Marschrichtungen beider Teams – eben doch mit anderer Ausgangslage - genauer unter die Lupe zu nehmen. Allerdings verzichten indes beide Mannschaften auf einige Stammspieler.
Erstes Drittel
Trotz der vielen Absenzen entwickelte sich vorerst ein ausgeglichenes und schnelles Geschehen auf dem Eis. Mit zunehmender Spieldauer kamen die Platzherren jedoch besser in Fahrt und sorgten mit einem Doppelschlag binnen 100 Sekunden für das 2:0-Zwischenresultat zugunsten des HC Davos zur ersten Teepause. Zuerst bediente Simon Ryfors an der linken gegnerischen Grundlinie den anstürmenden Adam Tambellini (10.), der aus kurzer Distanz Biel-Goalie Luis Janett mit einem Handgelenkschlenzer keine Abwehrchance liess. Das zweite Tor ging auf das Konto von Chris Egli (11.), der einen Schuss von Enzo Guebey an der blauen Linie am Torraum zur 2:0-Führung ablenkte. Die Bieler Reaktion fiel nicht besonders vehement aus, doch Lias Andersson schnupperte in der Endphase des ersten Drittels am ehesten am Anschlusstreffer der Gäste. Dabei zeigte sich der finnische HCD-Keeper Roope Taponen bei seinem Debüt auf Bündner Eis abwehrbereit.
Zweites Drittel
Keine Frage, dass die Holden-Cracks trotz der namhaften Abwesenden die Situation viel besser in den Stöcken hielten als die Seeländer. Somit war es logisch, dass die Hausherren ihre in allen Belangen zelebrierte Überlegenheit nach 40 Minuten in einen doppelten Vorsprung ummünzten. So benötigten die Platzherren im ersten Powerplay des Abends nur gerade 15 Sekunden, um das Resultat auf 3:0 hochzuschrauben. Filip Zadina leistete dabei die Vorarbeit, und Tambellini (27.) machte sich im Slot mit einem Wischer zum Doppeltorschützen. Eine wirkliche Reaktion aus Bieler Sicht war kaum erkennbar. Offenbar wogen ihre Absenzen viel schwerer als jene bei den Bündnern. Aufgefallen sind einige Abschlussaktionen des jungen und kleinen Gästewirbelwinds Jamie Villard, der sich offensiv ein paar Mal in Szene setzte – allerdings ohne Trefferglück. Das 4:0 nach zwei Dritteln besorgte HCD-Abwehrcrack Lukas Frick (38.) mit einem satten Handgelenkschuss, der im Seeländer Netzhimmel endete.
Drittes Drittel
Auch im dritten Abschnitt wurde verständlicherweise gegenseitig auf ein zu körperbetontes Spiel verzichtet. Immerhin entschieden die Seeländer die letzten 20 Minuten der Partie mit 2:1 für sich. Zunächst erhöhte jedoch der Davoser Simon Ryfors (44.) auf 5:0, indem er Biel-Schlussmann Luis Janett in der kurzen Ecke erwischte. Letztlich wollten die Gäste die lange Heimreise ins Seeland nicht brotlos antreten. So wurden ihre Angriffsbemühungen durch das Tor von Mark Sever (50.) nach präziser Vorarbeit von Jere Sallinen zunächst mit dem Ehrentreffer belohnt. Knapp sieben Zeigerumdrehungen später vertröstete auch noch Nicolas Müller (57.) die mitgereisten Bieler Hockeyfans mit Resultatkosmetik zum 5:2-Endergebnis zugunsten des überlegenen HC Davos.
Ausblick
Nun können sich die Davoser akribisch und in aller Ruhe auf die Playoff-Viertelfinals vorbereiten. Anders sieht es für die Bieler aus, die sich schon am Donnerstagabend vor heimischer Kulisse im Berner Derby gegen den SC Bern in der ersten Play-in-Partie duellieren.
