Heimniederlage des SC Bern zum Abschluss der Regular Season
SC Bern
HC Fribourg-Gottéron
Spielbericht
Nach einem schwachen Startdrittel reagierte der SC Bern im Mitteldrittel und holte den Zweitore-Rückstand auf und zeigte eine starke Reaktion. Zwei Tore der Fribourger im dritten Drittel konnte der SC Bern nicht mehr wettmachen. Trotz einem Schussverhältnis von 48:20 musste Bern als Verlierer vom Eis. Das Spiel war ein Spiegelbild der ganzen Saison mit etwas Hoch, aber leider viel mehr Tiefs. Jetzt geht es für den SC Bern im Kantonsderby gegen den EHC Biel in den Play-Ins um die Verlängerung der Saison.
1. Drittel – SC Bern schwach und HC Fribourg-Gottéron effizient im Powerplay
Bereits in der ersten Minute musste Waltteri Merelä auf die Strafbank und die Fribourger schlugen in der 3. Minute erbarmungslos zu. Julien Sprunger lenkte vor dem Berner Tor den Puck zum 0:1 für die Gäste ab. Fribourg musste während dem ersten Drittel nie an seine Grenzen und hatte dennoch das Spiel im Griff. Und als dann in der 18. Minute zum zweiten Mal ein Berner (Mike Sgarbossa) auf die Strafbank musste, dauerte es nur 33 Sekunden bis zum 0:2 durch Kyle Rau. Dieses Drittel spiegelte aus Berner Sicht so vieles von der ganzen Saison. Kaum Torgefahr, wenn man überhaupt das Wort Gefahr nehmen darf und noch viel mehr technische Fehler.
2. Drittel – SC Bern wie verwandelt
Zu Beginn des zweiten Drittels musste mit Henrik Borgström der erste Fribourger auf die Strafbank. Im Gegensatz zu den Gästen konnte das Heimteam diese Möglichkeit nicht ausnutzen. Zwar war der SC Bern nun bemüht, aber im Abschluss fehlte die Präzision. Auch die nächste Powerplay-Chance liess der SC Bern aus, doch die Berner kamen einem Torerfolg immer näher. Das Powerplay bleibt eine der grossen Schwächen des SC Bern. Da liegen die Berner auf dem 14. und letzten Platz der Nationalleague. Dennoch zeigte beim Heimteam Wirkung. Fribourg fühlte sich zu sicher und Bern drehte immer mehr auf. In der 30. Minute wurde der SC Bern dann belohnt. Mike Sgarbossa legte für den aufgerückten Captain Ramon Untersander auf und dieser bezwang Reto Berra zum 1:2. Der SC Bern setzte nach und die Fribourg-Verteidiger unter Druck. Gute 90 Sekunden verlor Ludvig Johnson als hinterster Mann den Puck an Emil Bemström. Dieser scheiterte zuerst an Reto Berra, reagierte jedoch schnell auf den Rebound und bezwang den Fribourg-Goalie zum 2:2. Nach den letzten Minuten ein verdienter Ausgleich. Bern wollte nun mehr und drückte auf die Führung. Beinahe wären die Gäste wieder in Führung gegangen, aber Sandro Zurkirchen bewahrte den SC Bern vor dem erneuten Rückstand. Der SC Bern bremste sich dann wieder selber aus. Marco Lehmann musste gut drei Minuten vor Drittelsende auf die Strafbank. Dieses Mal überstanden die Berner die Unterzahl und konnten mit dem 2:2 in die zweite Pause.
3. Drittel – Erneuter Zweitore-Rückstand war zu viel
In jedem Drittel eine frühe Strafe. Dieses Mal musste mit Emil Bemström ein Berner auf die Strafbank. Wobei die Schiedsrichter nicht immer die beste Figur abgaben. Im zweiten Drittel übersahen sie einen klaren Stockschlag eines Fribourgers auf das Handgelenk von Marco Lehmann und deutliches Beinstellen an einem Berner Spieler. Wie das Spiel des SC Bern, wurde auch das Boxplay deutlich besser. Der SC Bern überstand auch diese Strafe problemlos. Aber Fribourg blieb am Drücker. Auf der rechten Seite ging Attilio Biasca vergessen und dieser bezwang Sandro Zurkirchen zur erneuten Fribourger-Führung. Die Berner haben die Startminuten des dritten Drittels etwas verschlafen und spielten zunächst verhalten. Doch auf einmal war das Feuer vom zweiten Drittel wieder im Spiel des SC Bern. Inmitten dieser Berner Druckphase landete ein Weitschuss von Nathan Marchon zum 2:4 im Berner Tor. In der 52. Minute wanderte Christoph Bertschy wegen Spielverzögerung auf die Strafbank. Und wollte der SC Bern noch im Spiel bleiben, musste ein Tor her. Victor Ejdsell reagierte in der 53. Minute im Powerplay am Schnellsten auf einen Abpraller und verkürzte auf 3:4. Der Startschuss für eine spannende Schlussphase. Etwas mehr als zwei Minuten vor Ende des Drittels ging Sandro Zurkirchen zu Gunsten eines sechsten Feldspielers aus dem Berner Tor. Mit einem Mann mehr kam der SC Bern zu mehreren guten Abschlüssen, aber immer wieder stand ihnen Reto Berra im Weg. So blieb es bei der knappen Niederlage des SC Bern zum Abschluss der Regular Season.
Fazit:
Der SC Bern hat das erste Drittel sowie den Start in das dritte Drittel verschlafen und das war zuviel Hypothek um das Spiel positiv zu gestalten. Immerhin kann man aus dem zweiten Drittel Hoffnung für die Play-Ins gegen den EHC Biel schöpfen.
Stimmen zum Spiel (eingeholt von Roman Badertscher):
Marco Müller: «Die letzten 40 Minuten haben wir gutes Eishockey gespielt. Im ersten Drittel haben wir Fribourg-Gottéron zu viel Raum gegeben und zwei Boxplay-Tore kassiert, was uns nicht passieren sollte. Wir wollten im Derby und im letzten Qualifikationsspiel gewinnen, aber schlussendlich müssen wir vor dem Tor kaltblütiger sein. Dies hat sich bereits die ganze Saison durchgezogen. Wir müssen weiter daran arbeiten und jetzt in den Play-Ins das Beste herausholen. Wir wollen beide Spiele gewinnen. Alles drumherum spielt für uns keine Rolle.»
SC Bern vs. HC Fribourg-Gottéron 3:4 (0:2 / 2:0 / 1:2)
PostFinance-Arena, Bern –16'471 Zuschauer
SR/LM: CEDRIC BORGA, Daniel STRICKER; Zach STEENSTRA (CAN), Baptiste HUMAIR
Tore:
02:17 Sprunger (Bertschy, Rathgeb / Ausschluss Merelä) 0:1 PP1
17:42 Rau (Borgström / Ausschluss Sgarbossa) 0:2 PP1
29:25 Untersander (Sgarbossa) 1:2 EQ
30:57 Bemström 2:2 EQ
45:05 Biasca (Bertschy) 2:3
50:49 N. Marchon (Kaplan, Borgström) 2:4 EQ
52:56 Ejdsell (M. Marchon, Hämann Aktell / Ausschluss Bertschy) 3:4 PP1
Strafen:
·SC Bern4 x 2 Min.
·HC Fribourg-Gottéron3 x 2 Min.
Strafminuten: SC Bern 8 – HC Fribourg-Gottéron 6
Schussverhältnis: SC Bern48(4 / 25 / 19) – HC Fribourg-Gottéron20(6 / 7 / 7)
Goalies:
·Sandro ZURKIRCHEN, SC Bern 16 von 20 Schüssen gehalten; 80,00%
·Reto BERRA, HC Fribourg-Gottéron 45 von 48 Schüssen gehalten; 93,75%
SC Bern:
Goalie: Zurkirchen – Backup: Von Burg
1. Linie: Kreis, Loeffel; Alge, Aaltonen (FIN), Merelä (A / FIN)
2. Linie: Rhyn, Untersander ©; Lehmann, Sgarbossa (CAN), Ejdsell (SWE / PF-TS)
3. Linie: Häman Aktell (SWE), Kindschi; M. Marchon (A), Müller, Bemström (SWE)
4. Linie: Füllemann; Bont, L. Moser, Schild
13. Stürmer: ---
Coach: Heinz EHLERS (DEN)
Abwesend: S. Moser (verletzungsbedingtes Karriereende), Lindholm (SWE), Graf, Vermin, Ritzmann, Baumgartner (verletzt); Scherwey (krank); Reideborn (SWE), Iakovenko (KAZ); (überzählig), Fuss, Henauer, Riatsch, Ryser (Farmteam SL); Serkins, Zürcher (Nachwuchs)
HC Fribourg-Gottéron:
Goalie: Berra – Backup: Galley
1. Linie: Kapla (USA), Rathgeb; Rattie (CAN), Schmid (A / PF-TS), Rau (USA)
2. Linie: Streule, Johnson; Biasca, Borgström (SWE), Bertschy (A)
3. Linie: Arola (FIN), Jecker; N. Marchon, De la Rose (SWE), Sprunger ©
4. Linie: Seiler; Dorthe, Walser, Nicolet
13. Stürmer: Reber
Coach: Roger RÖNNBERG (SWE)
Abwesend: Sörensen (SWE), Wallmark (SWE), Glauser (verletzt); Nemeth (SWE), Gerber (überzählig); Hedlund (Farmteam/Swiss League)
Ereignisübersicht (ohne Tore – diese siehe oben im Bericht):
1. Drittel
00:51 2' MERELÄ Waltteri, SC Bern - Haken (1:26)
17:09 2' SGARBOSSA Mike, SC Bern - Beinstellen (0:33)
2. Drittel
20:26 2' BORGSTRÖM Henrik, HC Fribourg-Gottéron - Beinstellen (2:00)
26:18 2' STREULE Maximilian, HC Fribourg-Gottéron - Stockhalten (2:00)
37:05 2' LEHMANN Marco, SC Bern - Hoher Stock (2:00)
3.Drittel
41:25 2' BEMSTRÖM Emil, SC Bern - Ellbogencheck (2:00)
51:35 2' BERTSCHY Christoph, HC Fribourg-Gottéron - Spielverzögerung (1:21)
57:42 Goalie Sandro Zurkirchen, SC Bern - out of the Game
58:07 Timeout SC Bern
60:00 Goalie Sandro Zurkirchen, SC Bern - back in the Game
50:49 Game-Winning-Goals: #97 Nathan Marchon
