Der EHC Biel erzittert sich wertvolle zwei Punkte beim HC Lugano

Von Robert Szendröi
HC Lugano
3
2 - 0 - 1
EHC Biel
4
1 - 2 - 0
24.02.2026
National League
Zuschauer: 4922
2:1‧0:2‧1:0
Spielbericht

In der Cornèr Arena gewinnen die Seeländer mit 4:3 nach Penaltyschiessen. Die Gäste verdienen sich den Sieg dank einem starken Mittelabschnitt, besseren Penaltyschützen sowie Goalie Harri Säteri in Hochform.

Der Unterschied in der Tabelle zwischen dem HC Lugano und dem EHC Biel hätte kaum grösser sein können. So kämpfen die Bianconeri in den letzten sechs Qualifikationsrunden darum, den dritten Tabellenplatz in den sicheren Playoff-Rängen zu verteidigen. Dagegen setzen die Bieler unter Neo-Trainer Christian Dubé ihre Hoffnungen darauf, wenigstens die Play-in-Spiele zu erreichen. Dies wird indes für die Seeländer zu einer Herkulesaufgabe, da sie fünf Punkte Rückstand auf die vor ihnen klassierten Stadtberner Mutzen und Emmentaler Tiger aufweisen. Somit durfte man gespannt sein, wie sich die Bieler während der Olympia-Pause neu finden konnten, während die Südtessiner in dieser Zeit die Luganeser Sonne etwas ausgiebiger geniessen konnten. Nach Anfangsschwierigkeiten ist es HCL-Coach Tomas Mitell nämlich gelungen, sein Konzept seinen Cracks zu vermitteln und diese souverän in die Playoffs zu führen.

Erstes Drittel

Die Bieler hatten sich den Start in dieses wichtige Match in der Cornèr Arena anders vorgestellt. In der Tat wurden sie von den Luganesi bereits nach 55 Sekunden eiskalt geduscht. Dabei setzte sich Calvin Thürkauf bis in den Torraum von Harri Säteri durch und provozierte einen Abpraller, der kurz entschlossen vom mitstürmenden Curtis Valk (1.) über den Bieler Hüter hinweg in die Netzmaschen gelupft wurde. Da die Gäste unmittelbar danach noch nicht richtig in Tritt gekommen waren, hätte es nach beinahe vier Minuten bereits 2:0 zugunsten der Platzherren heissen können. Allerdings scheiterte Einar Emanuelsson (4.) am aufmerksam parierenden Seeländer Bollwerk Säteri. Allmählich verschwand der Sand im Bieler Getriebe, und so gelang ihnen Mitte des ersten Abschnitts der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich. Lias Andersson setzte sich im Slot vor HCL-Goalie Niklas Schlegel durch und servierte die kleine schwarze Scheibe vor die Stockschaufel von Marcus Sylvegaard (11.), der den Puck letztlich zum 1:1 über die Torlinie bugsierte. Die cleverer wirkenden Bianconeri sorgten in der 15. Minute für den verdienten 2:1-Vorsprung zur ersten Teepause. Dabei zog Carl Dahlström von der blauen Linie ab, und Zach Sanford (15.) lenkte für Säteri unhaltbar ab.

Zweites Drittel

Das Mitteldrittel war von einer markanten Leistungssteigerung der Seeländer gekennzeichnet. So erhöhten sie die Intensität und überraschten die Luganesi zudem mit einem effizienten Forechecking. Die Früchte dieser hartnäckigen Arbeit ernteten die Dubé-Schützlinge, als Rodwin Dionicio hinter dem HCL-Kasten Niko Huuhtanen (25.) im Slot bediente und dieser die Scheibe am linken Beinschoner von Luganos Schlussmann Schlegel vorbei zum 2:2-Zwischenstand verwandelte. Für die Gäste kam es fortan noch besser: Bei angezeigter Strafe gegen einen Südtessiner formierte sich die Bieler Formation druckvoll im gegnerischen Drittel, und Sylvegaard bewies viel Übersicht, als er den Puck in den rechten Bullykreis zum völlig freistehenden Andersson (31.) weiterleitete, der mit einem satten Direktgeschoss Luganos Torhüter Schlegel keine Abwehrchance liess. Damit war die 3:2-Führung der Seeländer nach 40 Minuten ins Glatteis gemeisselt.

Drittes Drittel

Im dritten Akt erinnerten sich die Einheimischen an ihr Furioso zu Beginn der Partie. Permanent setzten sie die Bieler unter Druck und in die Defensive. Allerdings gelang es ihnen vorerst nicht, das 3:3-Remis zu bewerkstelligen. Dabei liessen Santeri Alatolo und Jiri Sekac Grosschancen aus. Die Belohnung für die Bianconeri folgte indes drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit. Dabei liess Luca Fazzini (57.) eines seiner perfiden Abschlüsse zischen. Damit erwischte er EHCB-Hüter Säteri in der weiteren Ecke zum hochverdienten Ausgleich.

Verlängerung und Penaltyschiessen

Die 4922 Hockeyfans bekamen danach eine flaue Verlängerung vor Augen geführt. Nachvollziehbar, dass sich damit ein Penaltyschiessen anbahnte. Dort holten sich die Mannen aus der Tissot Arena den hochwertigen Zusatzpunkt mit den Mouchen von Andersson sowie Mark Sever. Seitens der Bianconeri überlistete nur Sniper Fazzini Biels Goalie Säteri.

Fazit und Ausblick

Der zu magere Punktgewinn der Luganesi kostet ihnen vorerst den dritten Tabellenrang auf Kosten von Schweizer Meister ZSC Lions, der sich gegen den HC Ajoie zu Hause zu einem 2:1-Erfolg mühte. Somit klar, dass die Schützlinge von HCL-Trainer Mitell am Freitag mit einer 3-Punktemission zu den Ajoulots in den Jurazipfel anreisen.

Seitens der Bieler geht der schwere Kampf um ein Play-in-Billet gleichentags vor heimischer Kulisse gegen den EV Zug weiter. Ein Dreier bleibt logischerweise das Ziel.

Resultat:

3:4 nP

L. Fazzini, Z. Sanford, C. Valk
M. Sylvegaard, N. Huuhtanen, L. Andersson