1:0! Frauennati im Halbfinale
Finnland
Schweiz
Spielbericht
Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft steht nach einem hart erkämpften 1:0-Sieg gegen Finnland im Halbfinale der Olympischen Winterspiele 2026. Nun wollen die Schweizerinnen die erste Medaille seit 2014. Nächster Gegner ist am Montag Kanada.
Die Schweizerinnen gingen in der 35. Minute durch Alina Müller in Führung und vermochten diese mit grossem Kampf zu verteidigen. Die Finninnen hatten Mühe vors Schweizer Tor zu kommen, schossen dafür aber aus allen Lagen. Das Schussverhältnis über 60 Minuten lag bei 40:14.
«Es wurde eng am Schluss, aber das Team spielte unglaublich. Der Teameffort machte den Unterschied», sagte die Torhüterin Andrea Brändli, die dank 40 Paraden einen Shutout feiern konnte. «Wir machten hinten den Slot gut dicht, dann ist es als Goalie einfacher die Schüsse zu halten. Aber es war kein einfaches Spiel. Es war sehr intensiv.»
Vier Tage nach dem verlorenen Vorrundenspiel gegen Finnland war der letzte Gegner auch der nächste Gegner für die Schweiz, diesmal aber im Viertelfinale. Die Neuigkeiten vor dem Spiel waren gut für die Schweizerinnen. Die Kapitänin Lara Stalder war wieder zurück. Im Tor setzte der Trainer Colin Muller auf Andrea Brändli. Bei den Finninnen hingegen fiel die Verteidigerlegende Jenni Hiirikoski verletzt aus.
«Ich bin froh, dass ich dem Team wieder helfen konnte auf dem Eis. Wir waren wieder hungrig. Letztlich kann ich dem Team besser helfen, wenn ich auf dem Eis und der Bank sein kann. Wir hatten ein paar Tage Pause, haben gut trainiert und sind als Einheit aufgetreten», sagte Stalder zum Spiel.
Die Partie ging anfänglich hin und her mit einem Chancenplus für die Finninnen, doch dann gab es ein erstes Powerplay für die Schweizerinnen als Susanna Tapani Stalder zurückhielt, doch zu guten Abschlüssen kamen die Schweizerinnen nur selten.
Beide Teams verteidigten gut, so dass die meisten Schüsse weniger gefährlich waren und die Partie torlos in die erste Pause ging.
Im Mitteldrittel ging das Spiel von Beginn an wieder in beide Richtungen, wobei eine Strafe gegen die Finnin Julia Schalin für einen Bandencheck von hinten gegen Nicole Vallario den Schweizerinnen Möglichkeiten gaben, jedoch erneut mit wenigen Abschlüssen, darunter aber ein Schuss Stalders an den Aussenpfosten.
Danach waren die Finninnen öfters am Drücker und es fehlte oft wenig um in eine gute Abschlussposition zu gelangen, etwa als bei einem Schweizer Wechsel drei Finninnen gegen Laure Mériguet als einzige Schweiz Verteidigerin loslaufen konnten, daraus aber wenig machten. Im Gegenzug hatte in der 30. Minute Stalder eine gute Möglichkeit als sie Siiri Yrjölä an der blauen Linie den Puck abluchsen konnte, aber an der finnischen Torhüterin Sanni Ahola scheiterte.
In der 31. Minute wurde Stefanie Wetli wegen Behinderung gegen Emma Nuutinen auf die Strafbank geschickt, doch die Finninnen taten sich im ersten Powerplay ebenso schwer wie zuvor die Schweizerinnen.
In der 35. Minute fiel dann schliesslich das erste Tor auf der anderen Seite. Müller gewann in der offensiven Zone ein Bully, spielte die Scheibe zu Stalder und als diese nach vorne zurück zu Müller passte kam diese alleine vor Ahola zum Abschluss und traf zwischen deren Schonern zum 1:0 für die Schweiz.
«Es war sicher wichtig, dass wir gegen ein solches Team in Führung gehen konnten, denn wenn sie Schwung holen, wird es schwierig. Es war aber noch das halbe Spiel vor uns, aber es ging auf», sagte Müller. «Finnland ist sicher ein Team, das viel mit dem Puck rumfahrt. Wir versuchten sie früh zu stoppen, wach zu sein, hinzugehen und vorne Akzente zu setzen.»
Die Finninnen reagierten nach dem Gegentor mit heftigem Druck, doch die Schweizerinnen bekamen die Situation in Griff.
Im Schlussdrittel waren die Finninnen unter Zugzwang und schossen aus allen Lagen, doch die Schweizerinnen verteidigten hart und kamen zwischendurch selbst du guten Möglichkeiten. Die Uhr tickte gegen Finnland runter.
Dann musste Laura Zimmermann für einen hohen Stock bei einem Zweikampf in der Offensive gegen Elli Suoranta auf die Strafbank viereinhalb Minuten vor Ende der regulären Spielzeit, doch die Schweizerinnen hielten auch in dieser Situation dicht.
In den letzten beiden Minuten kam es zu einer weiteren Strafe wegen eines Crosschecks von Ivana Wey. Mit sechs gegen vier Feldspielerinnen drückte Finnland weiter auf das Tor von Brändli, jedoch kassierte die Finnin Noora Tulus 42 Sekunden später dann selbst eine Strafe wegen Beinstellens und entschärfte die Situation etwas.
«Ich glaube ich hatte ein paar Herzattacken, aber es ging auf», sagte die Verteidigerin Nicole Vallario zur Schlussphase. «Deshalb spielen wir. 6:0 gewinnen macht keinen Spass. So zu gewinnen, schon. Wir spielten als ein Team für volle 60 Minuten und das gab uns den Sieg.»
Und so jubelten die Schweizerinnen nach der Schlusssirene wie Weltmeisterinnen, während die Finninnen langsam vom Eis gingen und unter Tränen den finnischen Medienschaffenden Red und Antwort standen.
«Ich bin enttäuscht und traurig. Ihre Torhüterin machte einen grossartigen Job. Man kann kein Hockeyspiel gewinnen, wenn man nicht Tore schiesst. Wir hatten viele Chancen und es war einfach nicht gut genug», sagte die finnische Stürmerin Michelle Karvinen.
Für den Trainer Colin Muller war es der fünfte Sieg in einem Viertelfinale in sieben Turnieren. Auf diese gute Bilanz wies er vor dem Spiel auch die Mannschaft hin, trotz allen Mühen, die sie zuvor gegen Finnland hatte.
«Wir hatten oft schwierige Spiele gegen Finnland und nun haben wir gewonnen. Ich bin so glücklich für die Spielerinnen. Wir wollen mit einer Medaille nach Hause kommen. Unsere Mannschaft hat gekämpft wie gestört. In jedem Spiel», sagte Muller.
Nach einem Tag Pause geht es am Montagabend um 21:10 weiter mit dem Halbfinale gegen Kanada. Das erste Halbfinalspiel bestreiten die USA und Schweden.
Finnland – Schweiz 0:1 (0:0, 0:1, 0:0)
Rho Eishockey-Arena. – 3686 Zuschauer. – SR: Hiller (USA) / Mantha (CAN), Clarke (CAN) / Gutauskas (CAN).
Tor: 34:17 Müller (Enzler, Stalder) 0:1.
Strafen: je 3-mal 2 Minuten.
Schüsse aufs Tor: 40:14 (14:7, 10:5, 16:2)
Finnland: Ahola (Ersatz: Keisala); Rantala, Laitinen; Savolainen, Suoranta; Karjalainen, Yrjölä; Nieminen, Tapani, Karvinen; Nuutinen, Tulus, Vainikka; Holopainen, Vanhanen, Schalin; Vesa, Nylund, Liikala; Kuoppala.
Schweiz: Brändli (Ersatz: Maurer); Christen, Baechler; Mériguet, Vallario; Sigrist, Wetli; Büchi; Stalder, Müller, Enzler; Marti, Wey, Leemann; Lutz, Herzig, Zimmermann; Quennec, Rüedi, Schaefer; Balzer.
Bemerkungen: Finnland ohne Hiirikoski (verletzt) und Kyrkkö (überzählig). Schweiz ohne Wagner (überzählig). – 58:06 Time-out Finnland. – Finnland von 58:06 bis 58:49 und ab 59:06 ohne Torhüterin.
