Harijs besiegt Harry

Von Martin Merk
Deutschland
3
2 - 0 - 1
Lettland
4
1 - 1 - 2
14.02.2026
A-Nationalmannschaft
2:1‧0:1‧1:2
Spielbericht

Im Duell zweier Trainer mit Schweiz-Bezug behielt der Lette Harijs Vitolins gegen den Deutschen Harold «Harry» Kreis die Oberhand. Die Letten bezwangen Deutschland 4:3 nach einem 1:2-Rückstand.

Obwohl die Letten im Startdrittel die beste Schussstatistik hatten, war es ausgerechnet jenes Drittel, dass die Deutschen gewannen. Lukas Reichel brachte Deutschland bereits nach zwei Minuten in Führung als er nach einem lettischen Wechselfehler von der blauen Linie alleine auf Arturs Silovs losziehen konnte.

In der 16. Minute kam es zum ersten lettischen Powerplay als Jonas Müller den Letten Sanis Vilmanis bei einem Alleingang zurückhielt. Nach 32 Sekunden konnte Lettland durch schönem Kurzpassspiel direkt nach einem Anspiel und Dans Locmelis als Torschützen ausgleichen. Doch 68 Sekunden später stellte Lukas Kälble den deutschen Vorsprung wieder her.

Der Anfang des Mitteldrittels war geprägt von Strafen, wobei die Letten zeitweise in doppelter Überzahl spielen konnten und Locmelis mit einem präzisen Schuss von Anspielpunkt die Lücke in der nahen Ecke fand für sein zweites Tor des Tages.

«Es ist grossartig, aber ich denke nicht so sehr an Tore, ich möchte Teil von etwas Grossem sein», sagte Locmelis nach dem Spiel. «Es ist ein riesiger Sieg für uns. Alle schauten zu. Hoffentlich werden mehr Kinder mit Eishockey beginnen und wir als eine Hockeynation wachsen. Aber die wichtigsten Spiele kommen erst noch.»

Im Schlussdrittel gingen die Letten dann erstmals in Führung als Lettland nach einem überstandenen Powerplay zu einem Gegenstoss kam. Nach einem starken Pass Zemgus Girgensons durch die Mittelzone konnte Eduards Tralmaks alleine auf Philipp Grubauer loslaufen und mit einem hohen Schuss bezwingen.

Die Letten liessen sich die Siegeschance nicht mehr nehmen. Nach Vorarbeit hinter dem Tor durch Kaspars Daugavins schloss Renars Krastenbergs mit dem Treffer zum 4:2 ab.

Die Deutschen gaben nicht auf und bestritten die letzten drei Minuten ohne Torhüter. Mit einem Extra-Feldspieler verkürzte Tim Stützle noch auf 3:4, doch mehr lag nicht drin.

«Lettland spielte wirklich gut. Wir gaben ihnen zu viel Zeit und Raum», sagte Grubauer, «aber wir hatten gute Chancen und waren nah dran am Schluss. Leider lief es nicht für uns.»

Durch diesen Sieg haben die Letten ihre Chance auf einen Platz in der oberen Tabellenhälfte erhöht. Aktuell haben die USA (mit einem Spiel weniger), Lettland und Deutschland allesamt je drei Punkte in der Gruppe C.

Deutschland – Lettland 3:4 (2:1, 0:1, 1:2)

Rho Eishockey-Arena. – 4033 Zuschauer. – SR: Dwyer (CAN) / MacFarlane (USA), Cherrey (CAN) / Hautamäki (FIN).

Tore: 2:06 Reichel (Kahun, Kälble) 1:0. 15:48 Locmelis (Girgensons, Krastenbergs / Ausschluss Müller) 1:1. 16:56 Kälble (Tiffels) 2:1. 28:02 Locmelis (Balcers, Balinskis / Ausschlüsse Müller, Rieder) 2:2. 48:32 Tralmaks (Girgensons, Jaks) 2:3. 51:37 Krastenbergs (Daugavins, Smits) 2:4. 57:41 Stützle (Draisaitl, Peterka / Deutschland) 3:4.

Strafen: je 4-mal 2 Minuten

Schüsse aufs Tor: 29:22 (7:11, 13:7, 9:4)

Deutschland: Grubauer (Ersatz: Franzreb); Seider, Wagner; Wissmann, Müller; Gawanke, Kälble; Müller; Tiffels, Draisaitl, Samanski; Stachowiak, Stützle, Peterka; Kahun, Michaelis, Reichel; Ehl, Sturm, Rieder.

Lettland: Silovs (Ersatz: Merzlikins); Balinskis, Rubins; Zile, Jaks; Mamcics, Smits; Cibulskis; Tralmaks, Girgensons, Vilmanis; Daugavins, Blugers, Krastenbergs; Balcers, Locmelis, Rihards Bukarts; Dzierkals, Batna, Ravinskis; Roberts Bukarts.

Resultat:

3:4