Schwedinnen schalten Tschechien aus

Von Martin Merk
Tschechien
0
0 - 0 - 0
Schweden
2
0 - 1 - 1
13.02.2026
long.fra
0:0‧0:1‧0:1
Spielbericht

Erstmals seit Sotschi 2014 steht die schwedische Frauen-Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen oder eine Weltmeisterschaft im Halbfinale. Die Schwedinnen überraschten Tschechien mit einem 2:0-Sieg im Viertelfinale.

2010 und 2014 wurden die Schwedinnen letztmals Vierte, bei einer WM liegt die letzte Halbfinalteilnahme sogar noch weiter (2009) zurück. Seither ging das schwedische Frauennationalteam durch wenig Höhen und viele Tiefen bis hin zum Abstieg aus der Top-Division.

Und nun das Comeback. Aufgrund der mageren Resultate der letzten Jahre mussten die Schweden wie zuletzt üblich in der «unteren» Gruppe B starten. Diese gewannen die «Damkronorna» aber souverän und sicherten sich ein Viertelfinalspiel gegen die in der Gruppe A hinter den USA und Kanada drittklassierten Tschechinnen, also auf dem Papier dem stärksten europäischen Team der Vorrunde.

Das Spiel war ausgeglichen. Im ersten Drittel hatten beide Teams je sechs Schüsse aufs Tor, wobei die Tschechinnen zweimal in Überzahl agieren durften. Im Mitteldrittel hatten dann auch die Schwedinnen ihr erstes Powerplay und Hanna Olsson nutzte es zum 1:0 in der 25. Minute. Hilda Svensson passte von hinten rechts zu der am linken Anspielkreis freistehenden Olsson, welche die Scheibe an der tschechischen Torhüterin Klara Peslarova vorbei ins Tor schoss.

«Wir fühlen uns wunderbar und extrem glücklich im Team und wir nehmen das mit uns ins nächste Spiel», sagte Olsson nach dem Spiel. «Es war ein wirklich guter Pass von Hilda [Svensson], der das ganze Tor öffnete. Und dann machte ich gute Arbeit einfach indem ich vor dem Tor war und den Puck ins Netz brachte.»

Die Partie blieb offen und Tschechien nahm das Zepter im Schlussdrittel an sich, jedoch ohne die Chancen zu nutzen. Mit 29 Paraden feierte Ebba Svensson Traff einen Shutout, während vorne Hilda Svensson 25 Sekunden vor Schluss ins leere Tor zum 2:0-Endstand traf.

«Ich ging einfach raus um Spass zu haben. Es geschieht nicht so oft, dass man die Chance hat in einem olympischen Viertelfinale zu spielen», sagte die Torhüterin Svensson Traff. «Wir haben ein grossartiges Team hier und wir freuen uns wirklich im Halbfinale zu spielen.»

Tränen und Enttäuschung dagegen bei den Tschechinnen, die auf gutem Weg im Kampf um eine Medaille schienen. «Es ist eine grosse Enttäuschung. Es wird für eine lange Zeit schmerzen. Wir hätten gewinnen müssen. Es ist .....», sagte Natalie Mlynkova. «Wir schossen kein Tor. Man kann nicht gewinnen, wenn man nicht trifft. Wir müssen hungriger vor dem Tor sein.»

Letztmals standen die Schwedinnen in Sotschi 2014 in einem Halbfinale. Damals unterlagen sie der Schweiz um Bronze und beendeten das Turnier auf dem vierten Schlussrang.

«Endlich!» sagte Olsson über die Halbfinalqualifikation. «Es dauerte ewig. Wir haben in den letzten Jahren so hart gearbeitet. Es ist wirklich gut für die jungen schwedischen Spielerinnen daheim, dass sie Idole hat. Es ist wirklich wichtig für das schwedische Eishockey.»

Tschechien – Schweden 0:2 (0:0, 0:1, 0:1)

Rho Eishockey-Arena. – 3360 Zuschauer. – SR: McKenna (CAN) / Tassoni (USA), Buckner (USA) / Todd (CAN).

Tore: 24:47 Olsson (Svensson, Nylén Persson / Ausschluss Vanisova) 0:1. 59:35 Svensson (Kjellbin / ins leere Tor) 0:2.

Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Tschechien, 5-mal 2 Minuten gegen Schweden.

Schüsse aufs Tor: 29:23 (6:6, 10:12, 13:5)

Tschechien: Peslarova (Ersatz: Pejsova); Cajanova, Tejralova; Neubauerova, Pejsova; Laskova, Seroiszkova; Trnkova; Mlynkova, Mrazova, Vanisova; Plosova, Pejzlova, Krizova; Hymlarova, Kaltounkova, Sapovalivova; Jurickova, Pistekova, Pribylova; Vocetkova.

Schweden: Svensson Traff (Ersatz: Söderberg); Nylén Persson, Jungåker; Kjellbin, Raunio; Karlsson, Adolfsson; Andersson; Thea Johnasson, Olsson, Svensson; Thuvik, Hjalmarsson, Lisa Johansson; Bouveng, Lundin, Hallin; Hall, Ljungblom, Hedqvist; Wikner Zienkiewicz.

Resultat:

0:2