Tschechien wankte, aber fiel nicht
Frankreich
Tschechien
Spielbericht
Frankreich schnupperte gegen Tschechien an einer Sensation, als es im Mitteldrittel aus einem 0:2-Rückstand eine 3:2-Führung machte. Doch die Klasse der Tschechen machte den Unterschied und sie gewannen verdient 6:3.
Die Partie startete ausgeglichen, doch als die Tschechen erstmals in Überzahl spielten, nahmen sie das Spiel an sich. Nach einem Pass quer durch die offensive Zone bezwang Martin Necas den französischen Torhüter Martin Neckar in der 6. Minute mit einer Direktabnahme. Die Tschechen drückten nun weiter und in der 14. Minute erzielte Michal Kempny mit einem Schuss von der blauen Linie via Pfosten das 2:0.
Wer nun dachte, dass das Spiel für den Aussenseiter gelaufen sei, sah sich aber getäuscht. Als Tomas Hertl nach 36 Sekunden im Mitteldrittel auf die Strafbank musste nach einem üblen Kniestich gegen den französischen Captain Pierre-Edouard Bellemare traf Louis Boudon im Nachschuss zum 1:2. Drei Minuten später jubelte Boudon erneut. Er und Charles Bertrand entwischten in einer 2:1-Situation gegen den tschechischen Verteidiger Michal Kempny und nach einem Pass hin und zurück traf Boudon zum 2:2. Doch damit nicht genug: Weniger als zwei Minuten später brachte Hugo Gallet die Franzosen erstmals in Führung.
«Wir spielten nicht so gut zu Beginn, schafften aber im zweiten Drittel die Wende, holten das Momentum, ein Powerplay, ein Tor. Das brachte Selbstvertrauen ins Team», sagte der Doppeltorschütze Boudon.
Innert sechs Minuten wendete der krasse Aussenseiter das Spiel zu seinen Gunsten. Mit drei Toren bei nur fünf Schüssen im Mitteldrittel.
«Wir kassierten ein paar blöde Tore und ein Powerplay-Tor. Doch wir spielten einfach weiter und wendeten das Spiel glücklicherweise», sagte Necas.
Nachhaltig war die französische Führung nicht, zu deutlich war der Talentunterschied. In der 34. Minute kam David Pastrnak von der linken Seite und bugsierte die Scheibe im zweiten Anlauf an Neckar vorbei ins Tor. Und 31,5 Sekunden vor Drittelsende holten sich die Tschechen die Führung zurück. Die Franzosen vergassen in Überzahl während eines Wechsels schlicht die Gegenspieler. Filip Hronek passte von hinter der eigenen Torlinie zur vorderen blauen Linie, wo Radek Faksa und der Torschütze Matej Stransky unbehelligt zum Tor laufen und zum 4:3 einschiessen konnten.
Im Schlussdrittel wollten die Tschechen diesmal nichts mehr anbrennen lassen und sorgten mit einem Doppelschlag in der 42. Minute für die Vorentscheidung.
Neckar konnte einen Weitschuss von Necas nur blocken, aber nicht unter Kontrolle bringen und Filip Chlapik staubte ab. 48 Sekunden später traf Roman Cervenka bei einer Kontermöglichkeit zum 6:3.
«Es war ein guter Start ins Drittel. Wir lernten vom zweiten Drittel als wir sie ins Spiel zurückkommen liessen», sagte Pastrnak.
Die Franzosen wechselten den Torhüter, doch zurück fanden sie nicht mehr. Somit werden die Tschechen gehobenen Hauptes in ihr letztes Gruppenspiel gegen die Schweiz steigen können, während die Franzosen vor dem Aufeinandertreffen mit Kanada auf null Punkte am Tabellenende bleiben.
«Es wird ein grosses Spiel. Wir haben morgen einen freien Tag um uns zu erholen und uns vorzubereiten. Wir wissen, dass sie ein gutes Team haben, wie auch wir. Es wird ein knappes Spiel und wir werden unser Bestes geben», sagte Necas über das nächste Spiel gegen die Schweiz.
Frankreich – Tschechien 3:6 (0:2, 3:2, 0:2)
Santagiulia Eishockey-Arena. – 11'174 Zuschauer. – SR: Ansons (LET) / Furlatt (CAN), MacPherson (CAN) / Wyonzek (CAN).
Tore: 5:56 Necas (Pastrnak, Hronek / Ausschluss Crinon) 0:1. 13:04 Kempny (Stransky, Faksa) 0:2. 21:01 Boudon (da Costa, Auvitu / Hertl) 1:2. 24:04 Boudon (Bertrand) 2:2. 25:54 Gallet (Bertrand, Boudon) 3:2. 33:23 Pastrnak (Palat, Kempny) 3:3. 39:28 Stransky (Faksa, Hronek / Ausschluss Kubalik!) 3:4. 41:05 Chlapik (Necas, Kämpf) 3:5. 41:53 Cervenka (Sedlak, Spacek) 3:6.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Frankreich, 2-mal 2 Minuten gegen Tschechien.
Schüsse aufs Tor: 12:38 (3:16, 5:7, 4:15)
Frankreich: Neckar (41:53 Junca); Guebey, Auvitu; Gallet, Boscq; Cantagallo, Chakiachvili; Crinon; Fabre, Bellemare, da Costa; Dair, Boudon, Texier; Bertrand, Ritz, Rech; Treille, Addamo, Douay; Kevin Bozon.
Tschechien: Vladar (Ersatz: Vejmelka); Hronek, Simek; Gudas, Kempny; Kundratek, Spacek; Tichacek; Pastrnak, Hertl, Palat; Necas, Kämpf, Kubalik; Kase, Sedlak, Cervenka; Stransky, Faksa, Flek; Chlapik.
