Souveräner Schweizer Start
Schweiz
Frankreich
Spielbericht
Das Herren-Nationalteam ist mit einem souveränen 4:0-Sieg gegen Frankreich in die Olympischen Winterspiele 2026 gestartet. Damien Riat und Janis Moser starteten früh mit dem Toreschiessen, Timo Meier hatte gegen Ende noch ein Doppelpack.
Nach den Frauen durften auch die Männer ins olympische Eishockey starten. Hockey wehte schon vor der Santagiulia Eishockey-Arena in der Luft als Fans in Schweizer Fahnen oder dem einen oder anderen französischen Trikot auf das Gelände gingen. Dazu kam etwas olympischer Geist mit einem orangen Fanblock voller Niederländer, die sonst Eisschnelllauf schauen, Athleten aus Litauen, Fans mit einer polnischen Flagge aus dem Hockeystädtchen Sosnowiec oder lokale Schulklassen, die geschlossen auf den Einlass warteten.
In der Arena dominierte aber das Rot der Schweizer und auf dem Eis machten es ihnen ihre Idole nach.
Das Spiel lief vom ersten Anspiel an für die Schweizer. Nico Hischier gewann das Bully, hatte nach neun Sekunden die erste Chance als er Druck auf den französischen Torhüter Antoine Keller ausübte. Eine halbe Minute später musste Pierre-Edouard Bellemare auf die Strafbank. Das Powerplay endete bereits nach 19 Sekunden. Philipp Kurashev brachte die Scheibe von links zum Tor, wo sie Kellers Schoner traf und Damien Riat war zur Stelle um abzustauben.
Nur etwas mehr als zwei Minuten später startete Janis Moser von der Mittelzone los, wechselte kurz die Disziplin und liess Charles Bertrand, Stéphane da Costa und Thomas Thiry wie Slalomstangen aussehen bevor er Keller zum 2:0 bezwang.
«Ich habe ein bisschen Franjo [von Allmen] zugeschaut, wie man die Kürvchen macht», sagte Moser mit einem Schmunzeln. «Ich hatte einen guten Speed und dachte, dass ich durchkomme. Es ist gut, dass wir zwei Tore schiessen konnte, das machte es einfacher. Sie kamen gut zurück und waren physisch, aber ab Spielhälfte hatten wir sie gut kontrolliert.»
Auch wenn Frankreich während eines Powerplays die Schussbilanz etwas aufschönen konnte, liegte nach dem Zweitorerückstand kaum Spannung für ein Comeback in der Luft. Drei Minuten vor der Pause hatte Jordann Perret auf Zuspiel von Dylan Fabre eine schön herausgespielte Chance, ansonsten hatten die Schweizer das Spiel im Griff.
«Wir spielten 40 Minuten gut. Wir spielten die ersten 10 und die letzten 10 Minuten nicht gut, das kostete uns das Spiel», sagte der französische Torhüter Keller. «Sie kamen hart, schossen zwei Tore und machten Druck und wir schafften es nicht ein Tor zu erzielen.»
Das Mitteldrittel begann mit guten Chancen hüben wie drüben als zuerst eine lose Scheibe hinter Genoni durch den Torraum kullerte und auf der anderen Seite Andrighetto den Pfosten traf. Bei den Franzosen kam zudem Floran Douay nach einem Schweizer Abwehrfehler vor Genoni zur Scheibe, schoss aber ans Tor vorbei.
«Für das erste Spiel war es solide mit einem sehr guten Start, der uns half. Sie kamen dann besser ins Spiel, aber hinten spielten wir solid und Leo hatte ein paar gute Paraden», sagte Andrighetto.
In der 37. Minute hatte Hischier eine gute Kontermöglichkeit als die Schweiz aufgrund einer fragwürdigen Strafe gegen Michael Fora in Unterzahl spielte. Stéphane da Costa, der ihn von hinten mit dem Stock störte, musste auf die Strafbank und die Schweizer standen dem dritten Treffer nahe.
Dieser kam schliesslich in der 51. Minute. Roman Josi versuchte es mit einem «Buebetrickli», passte die Scheibe dann aber vors Tor, wo Timo Meier zum 3:0 traf. Der Appenzeller erhöhte vier Minuten vor Schluss zum 4:0-Endstand.
«Wir hatten einen guten Start. Wir könnten aber sicher noch besser, geradliniger spielen. Wir machten, was wir machen müssen, nicht zu viel», sagte Nino Niederreiter.
Nun wird das Team das Gute und die Lehren aus dem Spiel mitnehmen, denn morgen wartet mit Kanada ein härterer Brocken, doch die Vorfreude auf das Spiel ist bei den Spielern sichtlich gross.
Schweiz – Frankreich 4:0 (2:0, 0:0, 2:0)
Santagiulia Eishockey-Arena. – 10’627 Zuschauer. – SR: Pochmara (USA) / Schrader (D), Davis (USA) / Murray (USA).
Tore: 0:55 Riat (Kurashev, Andrighetto / Ausschluss Bellemare) 1:0. 3:06 Moser (Fora) 2:0. 50:08 Meier (Josi, Kukan) 3:0. 56:13 Meier (Moser, Fiala) 4:0.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 5-mal 2 Minuten gegen Frankreich.
Schüsse aufs Tor: 43:27 (16:11, 14:8, 13:8)
Schweiz: Genoni (Ersatz: Akira Schmid); Glauser, Josi; Kukan, Siegenthaler; Fora, Moser; Marti; Thürkauf, Hischier, Fiala; Niederreiter, Malgin, Andrighetto; Meier, Suter, Kurashev; Bertschy, Jäger, Riat; Sandro Schmid.
Frankreich: Keller (Ersatz: Neckar); Gallet, Boscq; Cantagallo, Chakiachvili; Guebey, Crinon; Thiry; Douay, Addamo, Treille; Bertrand, da Costa, Texier; Perret, Bellemare, Fabre; Rech, Boudon, Kevin Bozon; Dair.
Bemerkungen: Schweiz ohne Berni, Berra und Knak (alle überzählig). Frankreich ohne Auvitu, Junca und Ritz (alle überzählig). – 21:28 Pfostenschuss Andrighetto.
