Kanadischer Pflichtsieg gegen Finninnen

Von Martin Merk
Finnland
0
0 - 0 - 0
Kanada
5
1 - 2 - 2
12.02.2026
long.fra
0:1‧0:2‧0:2
Spielbericht

Kanadas Eishockey-Frauen haben sich nach der 0:5-Niederlage gegen die USA erholt und besiegten Finnland ebenso 5:0, obwohl die Kapitänin Marie-Philip Poulin weiterhin fehlte.

Auch wenn das Spiel gemäss Schussstatistik ausgeglichener aussah, war es ein Schluss ein klares Verdikt mit dem 5:0-Endresultat.

Im ersten Drittel hielt Finnland lange dagegen, doch in der 16. Minute fiel der erste Treffer zu Gunsten Kanadas: Jennifer Gardiner traf erstmals an Olympischen Spielen und mit diesem Zwischenresultat ging es in die Pause. Finnland blieb mit einem Gegentreffer im Rennen.

Im zweiten Drittel erhöhte Kanada den Druck und belohnte sich. Daryl Watts traf in der 32. Minute. Nur gut zwei Minuten später legte Kristin O’Neill nach. Innerhalb von 122 Sekunden war die Partie praktisch entschieden.

Im Schlussdrittel machte Emily Clark alles klar. Nur 82 Sekunden nach Wiederbeginn traf sie zum 4:0. In der 54. Minute setzte sie mit ihrem zweiten Treffer den Schlusspunkt.

«Es ist grossartig, etwas beitragen zu können, aber es geht nicht darum, wer die Tore schießt oder die Assists gibt», betonte Clark. «Wir hatten klare Ziele für dieses Spiel – wir wollten einfach auf die richtige Art spielen und wurden dafür belohnt.»

Nach der deutlichen Kritik nach der USA-Niederlage habe das Team bewusst auf sich selbst geschaut: «Wir hören nicht auf die Stimmen von aussen. Wir behalten alles in der Kabine. An Selbstvertrauen mangelt es uns definitiv nicht. Jedes Mal, wenn wir aufs Eis gehen, wollen wir uns gegenseitig beweisen, was in uns steckt.“

Der Erfolg ist auch deshalb bemerkenswert, weil Kapitänin und Ausnahmespielerin Marie-Philip Poulin erneut verletzungsbedingt fehlte. «Sie ist in jeder Hinsicht unersetzlich, die beste Spielerin der Welt», sagte Gardiner. «Jede muss ihr Spiel ein paar Prozent anheben, um ihren Ausfall zu kompensieren.»

Cheftrainer Troy Ryan bestätigte, dass Poulin am Morgen individuell trainiert habe: «Sie wirkte positiv und optimistisch. Das heißt nicht, dass sie im Viertelfinale spielt, aber es geht in die richtige Richtung.» Man versuche, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen: «Niemand kann diese Minuten allein ersetzen. Wir versuchen, die Last gemeinsam zu tragen.»

Mit dem klaren 5:0-Sieg sendet Kanada eine deutliche Botschaft an die Konkurrenz. «Ich denke, wir hatten etwas zu beweisen», sagte Gardiner. «Wir stellen sehr hohe Ansprüche an uns selbst. Es gibt so viel Talent und Herz in dieser Kabine – wir kratzen erst an der Oberfläche unseres Potenzials.»

Im Viertelfinale wartet nun Deutschland. Clark erwartet eine körperbetonte Partie: «Wir kennen einige der deutschen Spielerinnen aus der PWHL. Sie haben einen starken, physischen Kader und gutes Goaltending. Wir geniessen heute den Sieg, aber dann müssen wir schnell umschalten.“

Nach diesem souveränen Auftritt dürfte das Selbstverständnis der Kanadierinnen jedenfalls wiederhergestellt sein – und das Turnier für sie nun richtig beginnen. Im Viertelfinale treffen die Kanadierinnen auf Deutschland, Finnland bekommt es mit der Schweiz zu tun.

Finnland – Kanada 0:5 (0:1, 0:2, 0:2)

Rho Eishockey-Arena. – 3826 Zuschauer. – SR: Cooke (USA) / Doyle (USA), Hajkova (CZE) / Lundgren (SWE).

Tore: 15:12 Gardiner (Gosling, O’Neill) 0:1. 31:38 Watts (Fillier, Jaques) 0:2. 33:40 O’Neill (Shelton, Gosling) 0:3. 41:22 Clark (Turnbull, Stacey) 0:4. 53:29 Clark (Stacey) 0:5.

Strafen: keine

Schüsse aufs Tor: 17:23 (4:9, 6:11, 7:3)

Finnland: Ahola (Ersatz: Keisala); Laitinen, Rantala; Savolainen, Suoranta; Karjalainen, Hiirikoski; Nieminen, Tapani, Karvinen; Nuutinen, Tulus, Vainikka; Holopainen, Vanhanen, Schalin; Vesa, Nylund, Liikala; Kuoppala.

Kanada: Desbiens (Ersatz: Maschmeyer); Fast, Laqocque; Ambrose, Shelton; Jaques, Thompson; Tabin; Fillier, Jenner, Watts; Stacey, Turnbull, Clark; Spooner, Nurse, Maltais; Gardiner, O’Neill, Gosling.

Resultat:

0:5